Kategorie: Allgemein

Zitat der Woche (KW 38/2020)

Das ist ein schwieriger Spruch. Wenn ich eine negative Bedeutung herauslesen will, heißt es für mich, dass Liebe nervt. Ok, das ist nichts Neues. Das gibt es durchaus, wenn die Liebe nicht erwidert wird oder der Partner gerade nicht so will wie man selbst. Wenn ich etwas Positives herauslesen will, steht da für mich, dass Liebe durch den Magen geht. Stimmt auch. Ich verbringe gerne Zeit mit meinem Mann und esse dabei etwas Gutes. Es lässt sich wirklich schön beim Essen reden, vor allem in einer entspannten Atmospäre. Ich bin unsicher, ob der gute Mann eines von beidem gemeint hat. Aber was wollte er dann damit ausdrücken? Hast du vielleicht eine Idee?

Schreibupdate – 09.09.2020

Die letzten Änderungsvorschläge für meinen Roman, der im Oktober erscheinen soll, sind getan. Es folgt noch einmal eine Korrekturrunde durch ein frisches Paar Augen und ich hibbel schon dem Cover entgegen. Der Vorschlag meiner Herausgeberin klingt klasse und ich würde unheimlich gerne das Ergebnis sehen. Wird noch ein Weilchen dauern, bis es mit meinem Hexenmeister weitergeht. Zeit, um mich wieder an meinen anderen Roman zu setzen, den ich möglichst bald den Verlagen anbieten will.

Innerhalb von drei Tagen habe ich fünf Stunden überarbeitet. Nicht viel, aber es kostete mich auch große Überwindung, mich an diese Arbeit zu wagen. Ich mag das Überarbeiten wirklich nicht. Noch weniger, da ich weiß, dass mein Drachenroman viele Ecken und Kanten hat – hauptsächlich, weil ich ziemlich harte Übergänge einbaute, weil ich meine Leser nicht mit Alltäglichem langweilen wollte, und weil ich mir generell schwertue, ins Detail zu gehen, sodass man nicht nur erlebt, was passiert, sondern auch versteht, wieso es passiert. Daran lässt sich arbeiten und eine meiner Testleser hat mir dazu auch ein paar sehr tolle Tipps gegeben, woran ich diese Stellen erkennen und wie ich sie verbessern kann.

Gestern Morgen war ich durch die Arbeit der letzten Tage bereits mitten in Kapitel zwei, aber es gefiel mir nicht. Obwohl ich ständig nach Stellen suchte, denen ich mehr Tiefe verleihen könnte, ergänzte ich höchstens hier oder da mal einen Satz. Das konnte doch nicht die Lösung für meinen spartanischen Stil sein! Es fühlte sich einfach falsch an. Es war keine richtige Überarbeitung. Ich fing von vorne an. Ich erkannte, dass ich es toll fände, wenn man mehr von dem Segen sehen würde, den der Druide herbeibeschwört, als wenn ich wie bisher damit einsteige, dass mein Protagonist den Druiden verabschiedet und ihm für seine Fürsprache bei der Göttin dankt. Daraus resultierten ein paar neue, kleinere Absätze und auch mehr direkte Kommunikation zwischen meinen Figuren, wo ich zuvor nur indirekte Rede nutzte. Allein durch diese kleine, und weil sie direkt vor den bereits geschriebenen Text kam auch einfache Änderung kann der Leser jetzt gleich mehr über das Volk und seine Götter lernen, wobei ich versucht habe, nicht mit Infos um mich zu werfen. Ich will niemanden damit erschlagen.

Ich erkannte, dass ich zum Zeitpunkt, als ich mich nach all der Planungszeit endlich an diesen Roman setzte und ihn schrieb, noch nicht richtig in der Geschichte drin war und dass ich sie erst kennenlernen musste. Und nach all der Zeit wusste ich zwar beim letzten Überarbeiten noch ungefähr, was passiert, aber ich war schon wieder nicht richtig drin und deshalb wohl auch nicht wirklich fähig, die Mängel zu erkennen. Das war ich auch nicht, als ich bei diesem Durchgang die ersten anderthalb Kapitel anhand der Kommentare meiner Testleser zu überarbeiten versuchte. Aber ich war es, als ich noch einmal von vorne begann. Irgendwas hat sich geändert, sodass ich jetzt viel mehr Handlung, Gedanken und Gefühle einfügen kann. Ich befinde mich jetzt wieder am Ende der fünften Seite des Romans, irgendwo ziemlich in der Mitte des ersten Kapitels. Allerdings glaube ich, dass ich bis zu diesem Punkt mindestens eine Seite Text eingefügt habe. Vielleicht werde ich später einiges wieder straffen müssen, aber jetzt weiß ich wenigstens besser, worum es geht. Da bin ich diesem einen Testleser sehr dankbar für seine beiden Tipps.

Nun habe ich Bammel, ob ich es bis zum Ende der Überarbeitung durchziehen kann, den Text dermaßen auszuschmücken. Ich hoffe jetzt schon, dass sich mein Stil in den nächsten Kapiteln bessert, weil ich dann in der Geschichte angekommen war, als ich sie schrieb. Vermutlich kommt es anders. Ich schätze, das wird eine harte Lektion, aber eine, die ich lernen muss, damit ich es in meinen kommenden Romanen hoffentlich besser machen kann.

Zitat der Woche (KW 37/2020)

Ich wünschte, ich hätte diesen Spruch schon früher gekannt und dann hoffentlich auch verstanden, was er aussagt – oder für mich zumindest heute bedeutet:

Ich träume gerne und daher auch viel – von Dingen, die ich irgendwann tun will. Früher blieb es beim Träumen. Ich schwebte gerne über dem Berg in der Ferne, statt zu versuchen, ihn zu erreichen. Ich hob also meinen Fuß nicht, um über das eine Steinchen zu treten, das auf dem Weg zur Erfüllung meiner Träume  lag. Es hat lange gedauert, bis ich wirklich verstand, dass sich meine Träume ohne mein Zutun nicht erfüllen. Diese Lehre war kein Bestandteil meiner Erziehung. Stattdessen wurde damals darauf hingewiesen, dass es Menschen gibt, denen alles in den Schoß fällt, und ich nicht zu diesem Menschenschlag gehöre. Sehr aufmunternd, von den Eltern effektiv gesagt zu bekommen, dass ich lieber tiefstapeln soll, weil ich meine Träume nie werde erfüllen können. Mittlerweile bin ich überzeugt, dass es nur so wirkt, als würde diesen Leuten alles ohne ihr Zutun gelingen. Ich weiß endlich, dass ich zur Erfüllung meiner Träume etwas tun muss und ich dann sogar sehr erfolgreich dabei sein kann. Ich habe einen langen Atem entwickelt, der mir auch bei Rückschlägen nicht ausgeht.

Aufgrund meiner Erlebnisse reagiere ich allerdings allergisch auf jede Situation, in der man mir oder jemand anderem sagt, dass er seine Träume nie erreichen wird, ohne dass derjenige es überhaupt richtig probieren konnte. Wenn derjenige bereits seit Jahren daran arbeitet und nicht vorankommt oder keine Fortschritte macht, ist das eine Sache. Aber schon gleich bei der Erwähnung eines neuen Traums den Träumenden zu überzeugen, dass er das Zeug dazu nicht hat … Nein, man sollte es versuchen dürfen, dabei die Ernsthaftigkeit aber nicht vergessen. Es darf kein „Spiel“ sein, das man zur Seite legt, wenn man lieber eine Serie schauen oder wirklich spielen will. Es gehört die Selbstreflexion dazu, wie sehr man diesen Traum erreichen will. Wenn man dafür brennt, sollte man solange daran arbeiten, bis man sich ihn erfüllt hat – wobei Pausen nötig und sinnvoll sind, in denen man auch Serien schauen oder spielen darf, um beim Beispiel zu bleiben. Ansonsten kann der Traum ein schönes Hobby sein, aber man sollte sich eingestehen, dass es zumindest aktuell nicht mehr ist.

Die Drachen fliegen bald

Ende September ist es soweit. Die Drachen aus The D-Files: Die Drachen Akten werden fliegen und ihre wundersamen Geschichten erzählen. Sei dabei und lass dich verzaubern!

Meine Kurzgeschichte entführt dich nach China, wo der Dämon Nian in der Nacht des Neujahrsfests in die Städte einfällt, um Vorräte und Kinder zu stehlen. Nur wo das Neujahrsfest nach den alten Bräuchen gefeiert wird, ist man sicher. Du kannst dir vorstellen, wie wichtig dieses Fest den Chinesen ist. Sie veranstalten einen Heidenlärm mit ihren Böllern, um Nian fernzuhalten. Ihre Kinder müssen Masken tragen, damit er sie nicht erkennt und verschleppt, um sie zu fressen. In langen Umzügen tragen sie einen Drachen aus Papier auf Stangen durch die Straßen und lassen ihn tanzen. Dass mein Drache etwas Besonderes ist und für Überraschungen sorgen wird, muss ich wohl nicht erwähnen. 😉

Na? Neugierig geworden? Dann bestell dir die Anthologie doch beim Verlag schon vor, damit du sie bekommst, sobald sie verfügbar ist, und gleich losschmökern kannst. Das Päckchen enthält dann auch eine große Auswahl an Postkarten und Lesezeichen als Goodie. Das ist doch ein Anreiz!

Pläne – oder wozu sie nütze sind

Ach ja, ich plane und organisiere unheimlich gerne. Ob gut oder schlecht, steht auf einem anderen Blatt. 😅 Aber ich bemühe mich, um mein Leben und auch das Schreiben wenigstens nicht ungebremst im Chaos versinken zu lassen. Aber dann gibt es diese höhere Macht – Schicksal? Karma? Ein göttliches Wesen? -, die wie ein kleines Kind die schön aufgereihten Dominosteine auseinanderwischt, ehe ich mit dem Aufstellen fertig bin und die Kettenreaktion starten kann.

So ging es mir gestern. Vorgestern fing ich damit an, einen Roman, den ich Testlesern geschickt hatte, erneut zu überarbeiten. Ich hatte mich schon länger darum gedrückt und es kam mir gerade recht, dass beide Testleser im Verzug waren, auch wenn das meinen Plan komplett durcheinander brachte. Ja, da sind viele Kinder in meinem Leben, die für Chaos sorgen. Dabei bin ich nicht einmal Mutter! Aber ich hatte mich endlich überwunden, nachdem ich zumindest die bereits gelesenen und kommentierten Teile meiner Testleser bekommen hatte. Gestern sollte es weitergehen. Pustekuchen. 🍰 Stattdessen ging es an die Überarbeitung meines Romans, der im Oktober erscheinen wird. Meine Herausgeberin und Lektorin war fertig und wir hatten uns noch auf eine generelle Änderung im Roman geeinigt, sodass ich den Roman einmal komplett durcharbeiten muss, statt nur ihre Kommentare zu prüfen und umzusetzen. Zum Glück ist es nur eine kleine Änderung. Ich muss den Roman nicht umschreiben. Aber es kostet natürlich mehr Zeit, wenn ich den Roman ganz lese und an den einzelnen Stellen ändere, als nur das Wenige, das im Lektorat noch aufgefallen ist. So spielt das Leben. 🤷‍♀️

Aber ich beschwere mich nicht. Ich weiß, dass mir nicht mehr viel Aufwand bevorsteht, bis ich das Buch am Ende in den Händen halten kann. Das ist mir die Arbeit definitiv wert und ich bin dankbar für den Hinweis meiner Herausgeberin und Lektorin. Es handelt sich dabei zwar nicht um einen Fehler und ich hätte ihn auch einfach mit einer Übersetzung begründen können, aber das war mir zu einfach. 😄 Diese Woche ist also schnell zur Hexenmeister-Überarbeitungswoche ernannt worden. Bis nächste Woche bin ich hoffentlich fertig. Ich bin optimistisch. Und dann geht es mit meinem anderen Roman weiter. Ist also nur eine kleine Verzögerung.

Zitat der Woche (KW 35/2020)

Auf welche Ideen Schriftsteller kommen können! Aber er hat recht. Es gibt keine komplett schlechten oder komplett guten Menschen. Jeder Mensch hat seine guten und schlechten Seiten. Jeder für sich definiert, welche Eigenschaft seines Gegenübers zu welcher Seite gehört. Die anderen umzuerziehen, macht keinen Sinn. Das würde dazu führen, dass jeder das versucht. Es würde in einem riesigen Chaos und Streit enden. Also bleibt uns nur, jeden so zu akzeptieren, wie er ist. Das wird leichter, wenn wir die „schlechten“ Seiten übersehen, also wie in einem Buch einfach zu einer schöneren Stelle umblättern.

Sicher sollte man nicht jeden Aspekt seines Gegenübers stillschweigend akzeptieren. Es gibt durchaus welche, die gefährlich sind. Aber viele können bleiben, ohne dass es jemanden verletzt. Das macht das Leben entspannter und erleichtert das Zusammenleben.

Die Amazonen wollen auf die Shortlist

Es ist wie ein Traum. The A-Files: Die Amazonen Akten hat es auf die Midlist geschafft und könnte mit deiner Hilfe bald auch die Shortlist stürmen! Dafür musst du nur unter folgendem Link bei der Abstimmung teilnehmen und natürlich für die Amazonen als beste Anthologie abstimmen. 😉 (Nicht erschrecken, zur Abstimmung musst du ein wenig runterscrollen, deine Mail-Adresse angeben und dann folgen auch schon die einzelnen Punkte, bei denen du deine Stimme abgeben kannst.) Greifen wir unseren starken Frauen doch unter die Arme und helfen ihnen dabei!

(Ein herzliches Danke übrigens an meine Autorenkollegin Sophie Grossalber, die diese tolle Grafik uns Amazonen-Autoren zur Verfügung gestellt hat!)

Kommentarfunktion

Heute habe ich nur eine kleine Info für dich. Ich habe die Kommentarfunktion umgestellt. Du kannst noch Kommentare schreiben, allerdings werden diese nicht gleich online gestellt, sondern werden erst nach einer Prüfung von mir freigeschaltet. Das hängt damit zusammen, dass Personen die Kommentarfunktion ohne Zusammenhang zu dem jeweiligen Artikel nutzten. In diesem Zuge habe ich die bereits bestehenden Kommentare von meiner Seite genommen, da sie keinerlei Mehrwert für dich bieten. Lass dich dadurch aber nicht vom Kommentieren abhalten. Ich freue mich über konstruktive Kritik genauso sehr wie über Lob. 🙃

Listen, Listen, Listen – Teil 5

Jetzt begleitest du mich schon zum fünften Mal zu meinen Listen. Vielleicht denkst du jetzt: Himmel, Verena, lass gut sein! Wie viele Listen brauch(s)t der Mensch/Autor/du denn noch? 😅 Damit hast du definitiv recht und ich kann dich beruhigen. Es kommt keine neue Liste mehr hinzu. Jedenfalls nicht direkt.

Es geschah bereits beim Schreiben des ersten Teils. Ich fragte mich, warum zum Kuckuck ich eigentlich vier Excel-Tabellen brauche, die sich doch alle irgendwie mit demselben Thema befassen – der Erfassung meiner Leistung nach Tagen bzw. nach Projekten, der Planung meiner Homepage-Artikel bzw. generell meiner Aufgaben sowie der Übersicht meiner Einnahmen und Ausgaben. Ich brauchte bis auf meine Finanzenübersicht jede Tabelle täglich, hatte sie in Excel sogar alle angepinnt, damit ich sie ohne das Durchklicken in meinem weit verzweigten Dateibaum rasch nach einem Neustart öffnen konnte.

Ich fand eine unbefriedigende Antwort auf diese Frage. Excel hat eine schlechte Übersicht, wenn man viele Tabellenblätter in einer Datei hat. Man muss sich immer von vorne durchklicken, wenn man in einem Tabellenblatt am Ende der Reihe etwas arbeiten will. An diesem Punkt fragte ich mich, ob die Steuerung wirklich so unkomfortabel ist, und googelte los. Das Ergebnis: Ein Rechtsklick auf die Pfeiltasten zum Durchklicken der Tabellenblätter ruft ein Menü auf, in dem ich das gewünschte Tabellenblatt direkt ansteuern kann. Damit bin ich genauso schnell wie wenn ich zwischen meinen Tabellen wechsle. Dieser Grund war somit hinfällig.

Zunächst zögerte ich, nutzte die Zeit meiner kleinen Artikelreihe, um mir zu überlegen, was ich wirklich will. Der Vorteil einer zusammengeführten Excel-Tabelle lag auf der Hand und dank der Funktion, ganze Tabellenblätter in eine neue Excel-Datei zu kopieren, fürchtete ich auch nicht den Arbeitsaufwand.  Irgendwann stand für mich fest, dass ich die Zusammenlegung durchführen würde, und die setzte ich am letzten Wochenende um.

Um den Aufwand so gering wie möglich zu halten, speicherte ich die Tabelle mit den meisten Tabellenblättern unter einem neuen Namen und kopierte die anderen Tabellenblätter hinein. Ich glaube, sie umfasst nun fünfundzwanzig Tabellenblätter, wobei ich die Monatsübersichten bis auf die aktuelle ausgeblendet habe. Auch andere sind nur unsichtbar vorhanden, weil sie lediglich für Zwischenarbeitsschritte oder Hintergrundberechnungen notwendig sind, in die ich aber nur am Anfang des Jahres etwas eintragen muss. Entsprechend sehe ich nur vierzehn Tabellenblätter, durch die ich prinzipiell auch schnell blättern kann, ohne die Tabellenblattübersicht zu bemühen. Ich musste zwar ein paar Datensätze in meinen Diagrammen aktualisieren, aber das war mit wenigen Klicks behoben.

Insgesamt fühle ich mich mit dieser zusammengeführten Excel-Tabelle deutlich wohler und irgendwie auch leichter. Mein Laptop muss für die Bereitstellung der Daten weniger Leistung erbringen und ich bin schneller einsatzbereit, wenn ich einmal neustarten muss. Manchmal muss man einfach über etwas berichten, um zu merken, dass das System verbessert werden kann. Und ich habe sogar noch eine Verbesserung im Hinterkopf, die ich aber erst austesten muss, weil sie nicht ohne SVerweis auskommen wird. Das wird auch ein größer angelegtes Update meiner Tabelle, das ich mir lieber für das kommende Jahr aufhebe. Allerdings spricht ja nichts dagegen, die Tabelle für 2021 schon langsam vorzubereiten. 😉

Listen, Listen, Listen – Teil 4

In meinem vorletzten Teil dieser Artikelreihe möchte ich dir meine To-Do-Liste vorstellen. Für mich ist sie extrem wichtig, um den Spagat zwischen meinem Hausfrauendasein und der Schriftstellerei zu schaffen und nicht eines von beidem zu vernachlässigen.

Sie besteht insgesamt aus vier Tabs. Natürlich findet man im ersten Tab die To-Do-Liste selbst. Sie ist durchnummeriert und besitzt insgesamt fünf Spalten, in denen ich die jeweiligen Aufgaben notieren kann. In der ersten dieser fünf Spalten steht eigentlich nur die Kategorie, also z. B. Haushalt, Planung, Schreiben, Überarbeiten und Sonstiges. In den nächsten vier Spalten kann nur der Name des jeweiligen Schreibprojekts stehen oder beim Haushalt z. B. Küche aufräumen, saugen, Fenster putzen … In der darauffolgenden Spalte trage ich ein, wann ich mit den jeweiligen Aufgaben anfangen will. Das ist praktisch, weil ich mit dieser Angabe filtern kann, was für den aktuellen Tag auf dem Programm steht. Ich nutze da die Vor-Funktion des Filters und trage dort das morgige Datum ein. So sehe ich auch die Aufgaben, an denen ich länger sitze. Würde ich die Heute-Funktion dafür nutzen, sähe ich immer nur die Aufgaben, die ich am aktuellen Tag beginnen will. Das ist mit längerfristigen Projekten nicht praktikabel. In der nächsten Spalte trage ich ein, wann ich tatsächlich mit der Aufgabe begonnen habe. Ziele bzw. in diesem Fall Fristen sind wichtig bei der Planung. Die trage ich mit ausreichend Puffer in die folgende Spalte. Das tatsächliche Enddatum gebe ich dahinter ein.

Jetzt wird es knifflig, denn wir kommen an die Stelle, an der meine To-Do-Liste mehr als eine reine Eingabe/Ausgabe-Tabelle wird. Ich lasse mir die übrige Zeit, also die Spanne zwischen dem tatsächlichen Start und dem geplanten Ende in Tagen ausrechnen. Dahinter folgt die von mir eingeplante Zeit in Stunden, von der ich denke, dass ich sie zur Erledigung der jeweiligen Aufgabe benötige. Für die beiden Kurzgeschichten, von denen ich kürzlich erzählt habe, habe ich z. B. 13,5 Stunden Arbeitszeit eingeplant. In einer weiteren Spalte steht, wie viele Tage ich tatsächlich an der Aufgabe arbeiten will. Bei den Kurzgeschichten sind es neun Tage, sodass sich eine tägliche Arbeitszeit von 1,5 Stunden in einer weiteren Spalte ergibt. Dahinter trage ich ein, wie viele Tage ich schon an den Projekten gearbeitet habe. Das ist für mich interessant, weil ich das später statistisch auswerten kann. Soll heißen, wann habe ich mich mit meiner Arbeitszeit verschätzt, egal ob nach oben oder nach unten. Wenn ich das weiß, kann ich meine Planung zukünftig entsprechend anpassen, sodass ich entweder mehr Arbeit für die einzelnen Tage einplanen kann oder weniger. In der vorletzten Spalte habe ich den Status der Projekte stehen. Das zieht sich Excel anhand meiner Eintragungen in den Spalten für den tatsächlichen Start und das tatsächliche Ende automatisch. Solange in diesen Spalten nichts steht, ist es eine neue Aufgabe. Sobald in Start ein Datum steht, ist die Aufgabe in Arbeit. Wenn bei Ende ein Datum eingetragen ist, ist die Aufgabe abgeschlossen. Hier ist der Filter immer aktiv, der mir bei einer Änderung der Tabelle automatisch die erledigten Aufgaben aus der Liste nimmt, sodass ich immer sehe, was zu tun ist. Da ich gerne mit Farben spiele, ist diese Spalte mittels bedingter Formatierung farblich formatiert. Verpasse ich mein geplantes Startdatum, wird mein gelbes Feld rot. Habe ich meine Aufgabe erledigt, wird das Feld grün. Eine ähnliche Funktion besitzt die letzte Spalte, in der ich eintrage, ob die Aufgabe wichtig = 1 oder nur nice to have = 3 ist. Trage ich dort meine Priorität ein, wird vorne die Spalte mit der Kategorie lila (wichtig), rosa (sekundär wichtig) oder türkis (hätte ich gerne, ist aber eigentlich unwichtig). Schade, türkis hatte ich bisher noch nicht. 😄

Du siehst, im ersten Tab dieser Tabelle sind eine Menge Informationen zu finden. Ich komme jetzt zum zweiten Tab. In dem habe ich anhand des Feiertagskalenders für das Saarland die Feiertage für 2020 eingetragen. Die brauche ich, um mir die Feiertage aus der Berechnung der übrigen Tage zwischen tatsächlichem Beginn und geplantem Ende der Aufgabe aus der To-Do-Liste herausrechnen zu lassen. Bringt ja nichts, wenn ich im Dezember z. B. eine Kurzgeschichte beginne, die zum 31. Dezember abgegeben werden soll, und ich sowohl die vielen Feiertage als auch die Wochenenden mit hineingerechnet bekomme, während ich an diesen Tagen mit ziemlicher Sicherheit nicht schreiben werde, außer ich bin extrem spät dran.

Im dritten Tab habe ich meine Aufgaben im Haushalt aufgelistet. Ich bin da extrem durchorganisiert, weil ich sonst „vergesse“, dass der Kühlschrank mal wieder gereinigt werden soll. Das ist eine der Aufgaben, die ich nicht gerne mache, weil ich es hasse, alle Lebensmittel schnell rauszuholen, das Gerät für die Zeit der Reinigung auszuschalten und schnell-schnell-schnell alles abzuwischen, nur um fix alle Lebensmittel wieder reinzulegen und den Kühlschrank anzuschalten. Für mich bedeutet diese gute halbe Stunde stress pur, sodass ich sie gerne vor mir hinschiebe. Dank meiner Organisation und vor allem meiner To-Do-Liste, komme ich nicht um solche Aufgaben herum.

Ich habe die Wochentage Montag bis Freitag aufgelistet, hinter denen jeweils die regelmäßigen Aufgaben wie saugen, Wäsche waschen oder Bäder putzen stehen. Darunter folgen die zwölf Monate, auf die ich Sonderaufgaben, die man nicht wöchentlich, sondern monatlich, einmal im Quartal oder sogar nur jährlich erledigen muss, aufgeteilt habe. Darunter fallen die beiden Vitrinen, in denen ich nur einmal im Jahr Staub wische und die Gläser und das hübsche Porzellan zum Ausstellen vorsorglich reinige, oder das quartalsweise abwischen von Türen und Heizkörpern.

Im letzten Tab habe ich alle Werktage von 2020 eingetragen. Da der Haushalt keine Pause macht, darf ich leider die Feiertage nicht rauslöschen. Dahinter stehen die wöchentlichen Aufgaben und die Sonderaufgaben. Da achte ich darauf, dass ich an Tagen, an denen ich z. B. nur saugen oder Staub wischen müsste, die Sonderaufgaben dazulege, statt an anderen Tagen, an denen ich schon durch die üblichen Aufgaben 1,5 Stunden beschäftigt wäre. Es ist ein Zwischenschritt, weil ich diese Übersicht in meine To-Do-Liste übertragen und die folgenden Spalten entsprechend ausgefüllt habe.

So weiß ich, was ich für das Jahr jeden Tag so erledigen muss. Zum Glück sind die Aufgaben nicht in Stein gemeißelt. Wenn ich wegen eines Termins an dem Tag nicht die Fenster putzen kann, nehme ich diese Aufgabe heraus und trage sie an einen anderen, passenden Tag ein. So kann ich nichts aus den Augen verlieren. Idealerweise schaue ich abends, was ich am nächsten Tag zu tun habe. Dann kann ich gleich loslegen, ohne zuerst den Computer zu starten. Oft vergesse ich es, aber zumindest die Aufgaben, die sich wöchentlich wiederholen, habe ich im Kopf. So weiß ich an weniger arbeitsreichen Tagen, dass es besser wäre, noch einmal in mein Excel zu schauen, ehe ich loslege, weil ich sonst zwei Mal anfangen muss, wenn eine Sonderaufgabe auf mich wartet. Du siehst, selbst als Hausfrau, die in ihrer „Freizeit“ schreibt, hat man es heute nicht mehr so leicht. Es war schon früher ein Job, aber heute habe ich das Gefühl, dass ich hier wirklich Leistung bringen muss. Ich bin zufrieden, weil mir meine To-Do-Liste zeigt, dass es schaffbar ist.