Kategorie: Bücher

Leserückblick September

Heute geht es wieder um Bücher. Im September habe ich richtig dicke Schinken gelesen und bin daher umso überraschter, dass ich trotzdem drei Bücher geschafft habe, gerade weil ich doch viel um die Ohren hatte.

Zunächst einmal habe ich es endlich geschafft, „The A-Files – Die Amazonen Akten“ aus dem Talawah Verlag zu lesen. Du erinnerst dich sicher, in dieser Anthologie ist auch eine Geschichte von mir enthalten. Umso kritischer bin ich mit den Geschichten, da ich ab und zu nach Empfehlungen gefragt werde, welche der Anthologien zu den Interessen des jeweiligen Lesers passen könnte. Da will ich nicht stur nur nach meiner eigenen Geschichte gehen, sondern beachte dabei auch die der anderen Autoren.

Wie bei seinen Vorgängern „The U-Files – Die Einhorn-Akten“ und „The P-Files – Die Phönix-Akten“ hat auch diese Anthologie ein Fabelwesen zum Thema – die Amazone. In 32 Geschichten, die kaum unterschiedlicher sein könnten, erzählen die Autoren, was eine Amazone ausmacht.

Es ist schon der Wahnsinn, was Autoren einfallen kann, wenn sie versuchen, zu einem vorgegebenen Thema nicht gleich das Naheliegendste zu erzählen. Ich will meine Lieblingsgeschichte aus dieser Anthologie als Beispiel nehmen. Darin kommen Amazonen 1.0 vor, die von den Amazonen 2.0 gejagt und gefressen werden. Beide entsprechen nicht dem Bild unserer Amazonen, die wohl Generation 3.0 sind. Aber die Idee, dass eine Amazone ein hüpfendes Fellknäuel mit einziehbaren Armen in allen erdenklichen Farben ist, finde ich genial. Es hat Spaß gemacht, die unterschiedlichen Interpretationen zu lesen.

Anschließend nahm ich den Kampf mit der Tybay-Saga von Tanja Kummer auf, angefangen mit dem ersten Band „Die Weltenwandlerin“, die ursprünglich im Kalidor-Verlag (mittlerweile geschlossen) erschien und nun beim Leseratten Verlag zuhause ist.

Darin lernt Grace mit fünf Jahren zufällig König Balinor kennen, der kurze Zeit später ermordet wird. Zuvor gibt er ihr ein magisches Amulett zur Verwahrung, doch sie darf es nur seinem Sohn geben, der in Tybay lebt und aus Sicherheitsgründen nie ins Schloss kommt. Der Elementargeist ermöglicht es Grace, Tybay durch ein Weltentor zu besuchen, und sie verliebt sich in dieses Land, das in einer Parallelwelt liegt. Als es dem bösen Magier Yalynn gelingt, aus seiner Verbannung im Nichts zu fliehen, wird Grace zum Schlüssel zum Sieg.

Dieser Roman gehört zu einer mittlerweile vier Romane umfassenden Reihe, wobei der vierte sich auch ohne Vorkenntnisse lesen lassen soll. Er ist außerdem meines Wissens nach der Erstling der Autorin. An manchen Stellen habe ich die fehlenden Kenntnisse über das Handwerk bemerkt, was das Lektorat hätte ausmerzen müssen. Es ist jedoch nicht so schlimm. Die Autorin schafft es, eine wundervolle Geschichte zu weben, aus die mich solche „Fehler“ kaum reißen konnten. Die Geschichte lässt sich wunderbar flüssig lesen. Sie fesselte mich mit ihrer Handlung, in der auf über 400 Seiten unheimlich viel geschah. Dabei begannen die ersten Kapitel wie eine Zusammenfassung von Grace‘ und des Prinzen Kindheit, die sie ja getrennt erleben. Es ist notwendig, das Heranwachsen der beiden Kinder zu schildern, damit man versteht, wieso die Situation in Tybay schließlich so eskalieren kann. Und trotzdem habe ich mich zu keinem Zeitpunkt gelangweilt. Ich fand es unheimlich spannend, zu sehen, wie unterschiedlich die Kinder aufwachsen und was das aus ihnen macht. Passend dazu bin ich überrascht, wie viel Mühe die Autorin in die Figuren gesteckt hat. Gerade für einen Erstling hat sie da einiges geleistet, das ich bei meinem Erstling (den ich eher neu schreiben als überarbeitet an die Öffentlichkeit bringen werde) nicht bedacht habe. Dabei sind ihre Bösewichte wirklich einfach nur böse, wobei eine Vorgeschichte angedeutet wird, die das alles ausgelöst hat. Zudem liebe ich Tybay. Dieses Land hat mich gleich fasziniert, in dem es eine Göttin gibt, die eigentlich Magie ist.

Logisch, dass ich gleich mit dem zweiten Band „Der Weltenbezwinger“, ebenfalls im Kalidor-Verlag erschienen und nun beim Leseratten Verlag zu bekommen, weitergemacht habe.

Seit dem Sieg über das dunkle Reich sind acht Jahre vergangen. Der König hat einen zuverlässigen Vasallen dort als König eingesetzt und darf sich selbst nun Hochkönig nennen. Doch in der Burg des dunklen Königs gehen merkwürdige Dinge vor sich. So kommt es, dass der Hochkönig selbst dorthin reist, um nachzusehen. Während dessen macht Grace mit den Kindern in ihrer Welt Urlaub und strandet dort.

Die Figuren sind weitestgehend geblieben. Manche haben sich spürbar weiterentwickelt in den acht Jahren. Ebenso Tybay und das neue Reich, wie das dunkle Reich jetzt heißt. Dieser Roman baut sehr gut auf dem ersten auf, ohne zu sehr mit Rückblenden zu erschlagen. Die Bedrohung ist spürbar, doch baut sie langsam auf. Irgendwann fragte ich mich, ob es noch bedrohlicher geht. Ja, es geht, aber dann wurde auch bald sichtbar, woher die Bedrohung kam. Trotzdem hatte ich die ersten 200 Seiten Probleme, mich richtig in die Geschichte einzufinden. Sie ist gut erzählt und geschrieben. Da bleibt sich die Autorin treu. Aber nach dem starken Ende des ersten Bandes war ich noch nicht bereit für einen langsamen Anstieg der Spannung. Ich lechzte noch immer nach Action. Ab der Hälfte wurde ich belohnt und ab da hatte ich das Buch auch ganz schnell ausgelesen.

Mittlerweile lese ich den dritten Band der Tybay-Saga und ich hoffe, dass ich auch den vierten im Oktober schaffe. Ich habe diesen Monat viel vor und weiß nicht, wie gut ich zum Lesen kommen werde, zumal mir bei Autofahrten immer übel wird, wenn ich lese. Schade, denn das wäre eine prima Beschäftigung während der Fahrt zum BuCon und auf der Heimfahrt. Hast du denn schon darüber nachgedacht, mich dort zu treffen? Zur Erinnerung: meine Autorenkollegen und ich lesen um 14.00 Uhr aus „The A-Files – Die Amazonen-Akten“ und um 17.00 Uhr unter anderem aus „Bilder einer Ausstellung. Da ist garantiert für jeden etwas dabei, dessen Herz für Fantasy schlägt. 💗

 

Korrektur (06.10.2019):

Soeben habe ich erfahren, dass es den Kalidor-Verlag doch noch gibt. Da habe ich etwas falsch verstanden und bitte um Entschuldigung, dass ich einen Verlag „begraben“ habe.

Leserückblick August

Im letzten Monat habe ich fast drei Bücher gelesen. Das letzte war jedoch ein so dicker Wälzer, dass ich ihn leider erst im September beenden konnte. Daher stelle ich diesen Monat nur zwei Bücher vor, über die ich mich jedoch sehr freue.

Zunächst las ich von Lin Rina „Animant Crumbs Staubchronik“ aus dem Drachenmond Verlag. Das Buch ist 558 Seiten stark und doch zu dünn. Nicht, weil die Geschichte zu kurz käme, sondern weil ich die Figuren so gerne noch weiter begleitet hätte.
Der Roman spielt 1890. Animant lebt in einem Vorort von London und tut es auch nicht. Denn ihre Welt befindet sich in Büchern, da die Realität sie anödet oder nervt. Ihre Mutter nervt sie mit langweiligen Bällen, auf denen sie, eingeschnürt in ein Korsett, unbequeme Kleider tragen und dumme Konversationen ertragen muss. Für Animant, die sich durch die vielen verschlungenen Bücher für klüger und weltoffener hält als der Landadel, ist es die Hölle. Da kommt es ihr gerade recht, dem Ganzen zu entfliehen und in London die Anstellung einer Bibliothekarsassistentin anzutreten.
Zunächst einmal finde ich den Stil der Autorin sehr angenehm. Er ist flüssig, nicht zu blumig und trotzdem nicht trocken. Genau die richtige Mischung für mich. Die Figuren sind prima gezeichnet. Jeder besitzt richtige Charakterzüge, selbst wenn sie nur in kleinem Rahmen vorkommen können. Bei Animants Mutter musste ich genauso wie Animant die Augen verdrehen über deren Hang, ihre Tochter zwanghaft verkuppeln zu wollen. Elisa ist in dem ganzen Adelsgeflecht eine erfrischende Ausnahme, da sie aus der Arbeiterklasse stammt. Mr Boyle ist wirklich charmant und zuvorkommend, doch jeder Mensch hat seine Schattenseiten. Und dann sind da Animant und der Bibliothekar Mr Reed, die einfach komplett aus der Rolle fallen, auf ihre Weise unhöflich sind und sich durch die Geschichte hinweg angiften, beleidigen und zurechtweisen. Gerade mit Animant konnte ich mich daher unheimlich gut identifizieren. Ab der zweiten Klasse war ich so in Bücher vernarrt, dass ich auch ständig überall mit der Nase in ihnen zu sehen war. Meine eigene Bibliothekarin war dem Verzweifeln nahe, weil ich oft wöchentlich sechs neue Bücher auslieh, die ich in der folgenden zurückbrachte. Bei einer beschränkten Kinderabteilung ein Alptraum.
Das Wörtchen Staubchronik im Titel und der Klappentext führten mich über den Inhalt ein wenig in die Irre, obwohl dort etwas von Gefühlen steht, die Animant bisher nur aus Büchern kennt. Gibt viele Geschichten, die irgendwann auch eine amouröse Richtung annehmen. ABER, Himmel (!), das hier ist ein ausgewachsener Liebesroman. Ab einem gewissen Moment konnte ich kaum aufhören, über diese tollen romantischen Szenen zu seufzen, und so langsam sollte jedem klar sein, dass meine romantische Ader ziemlich verstopft ist und dringend einen Katheter zwischen Herz und Hirn benötigt. Wo ich in der Realität jeder kleinsten Romantik aus dem Weg gehe, weil ich nicht weiß, wie ich damit umgehen soll, bin ich in der Romantik dieses Romans zerflossen. Dieses Buch werde ich hoffentlich bald erneut lesen, denn ich habe es so schnell verschlungen, dass mir sicher einige Gründe fürs schwärmerische Seufzen entgangen sind. 😍

Anschließend las ich die Anthologie „The U-Files – Die Einhorn Akten“, erschienen im Talawah Verlag. Hier werden in 23 Kurzgeschichten die Einhörner durchleuchtet.
Dieser erste Teil der Files-Reihe ist deutlich kürzer als die beiden nachfolgenden. Vielleicht zweifelte der Verlag da noch an deren Erfolg. Finde ich schade, denn mit 376 Seiten ist dieser Teil zu kurz für mich. Ich hätte gerne noch weitere Einhorngeschichten gelesen. Am besten gefiel mir die, in der die Evolution der Zebras thematisiert wird. Aber es gab auch keine, die ich wirklich blöd oder gar schlecht fand. Anthologien sind wie Pralinenschachteln, aber ich habe meistens Glück damit. 🙂

Leserückblick Juli

In diesem Monat konnte ich nicht so viel lesen, weil zwei Wochen Urlaub und die FeenCon hineinfielen.Trotzdem kann ich dir wieder drei Bücher vorstellen.

Fangen wir mit „Die Magie der Steinblüte“ von Johanna Tiefenbacher aus dem Talawah Verlag an. Der Roman umfasst 512 Seiten. Darin geht es um das Anderssein. Monika ist lesbisch und wird deshalb in ihrem Dorf nicht mehr akzeptiert. Sie wartet sehnsüchtig darauf, ihr Abi in der Tasche zu haben, um von dort wegzukönnen. Da trifft sie die Elfe Sithandia und wird in ihre Welt gezogen. Sie soll Sithandia helfen, damit Sithandias Bruder endlich merkt, wen er wirklich liebt – seine Schwester. Aber es kommt alles anders. Beide finden sich in den Wirrungen zwischen Magiern, Wasser- und Waldelfen wieder und werden zudem in die Suche nach drei magischen Gegenständen verstrickt.
Puh, das klingt so ja ganz schön. Ein Buch, das sich damit beschäftigt, wie die Menschen auf ihre Mitmenschen reagieren, wenn diese ihrer Meinung nach nicht der Norm entsprechen. Es kommen darin Schwule, Lesben, eben auch die verbotene Liebe zwischen Bruder und Schwester und noch so viel mehr darin vor. Und doch sind diese Themen eher Randbemerkungen. Das Buch würde genauso gut funktionieren, wären alle hetero. Diesbezüglich hat das Buch bei mir versagt, weil ich keine Botschaft zu diesen Themen fand, außer dass man sich halt gegenseitig akzeptieren soll. Ja, gut, wusste ich vorher schon und will ich auch gerne tun. Ich will schließlich auch akzeptiert werden, obwohl ich dick und charakterlich merkwürdig bin. Ist nichts Neues. Allerdings war mir neu, dass es in diesem Buch um solche Themen u. a. gehen soll. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die für manche Leser ein Kriterium sind, weswegen sie ein Buch weglegen. Aber davon wird im Klappentext nichts erwähnt. Überhaupt finde ich den Klappentext irreführend. Ja, es geht um den Kampf um die magischen Gegenstände, aber es geht um noch viel mehr.
Dann empfinde ich diese Geschichte relativ verwirrend. Sie kommt mit insgesamt vierzehn wichtigen Charakteren daher, von denen mindestens zehn auch POVs sind. Kann man machen. Tolkien kommt damit auch recht gut durch. Muss man aber nicht. Auch wenn immer recht schnell klar ist, wer gerade POV ist, ich finde so viele wichtige Charaktere einfach unübersichtlich. Mit insgesamt zwanzig Figuren komme ich ja klar, aber dann sollten es auch nur etwa fünf POVs sein.
Hinzu kommt, dass ich beim Lesen immer wieder das Gefühl hatte, dass die Geschichte eine ordentliche Straffung vertragen könnte. Es passiert viel. Die Autorin schreibt das auch schön. Aber dadurch dauert es auch ewig, bis man sich mal wieder einem wirklich wichtigen Ereignis nähert. Überhaupt fing für mich die Geschichte erst wirklich ab der Hälfte an, spannend zu werden. Bis dahin hatte ich mich durchgequält. Ich hatte da endlich das Gefühl, dass die Figuren wüssten, worum es geht. Dass sie endlich zusammenarbeiten würden. Pustekuchen, sofort trennten sie sich wieder und verfolgten ihre eigenen Ziele. Wieder quälte ich mich und das dann bis zum Schluss.
Die Figuren sind prinzipiell vielschichtig, aber ich habe das Gefühl, die Autorin habe bewusst jedem ein enormes Handicap angedichtet, damit sie ja auch wirklich alle riesen Probleme haben. Der Schreibstil ist gut zu lesen. Aber wenn ich die ganze Zeit überlege, was mich an dieser Geschichte gerade stört, kann ich gar nicht in sie eintauchen. Sie hat mich einfach am Bahnhof stehen lassen. Es tut mir in der Seele weh, weil diese Geschichte so viel Potential hat, aber ich konnte mit ihr echt nichts anfangen.

Anschließend las ich von J. K. Bloom „Faith – Seelenlos“ aus dem Eisermann Verlag. Der Roman umfasst 318 Seiten. Darin geht es um Sporen, die während einer Sonnenfinsternis uf unsere Welt fliegen und große Teile der Erde zu Todeszonen verwandeln. Die Überlebenden stellen erstaunt fest, dass die Kinder neue Augenfarben besitzen. Insgesamt neun Augenfarben existieren fortan, die zugleich aufzeigen, welche Gabe der Besitzer besitzt. Daran orientiert sich die Berufswahl der Menschen sowie die Partnerwahl, denn das neue System verbietet die Vermischung der Gattungen. Mit dieser Veränderung kommt jedoch auch die Seelenlosigkeit – eine Art Krankheit, die die Menschen jederzeit überfallen kann und zu leeren Hüllen werden lässt.
500 Jahre nach diesem Ereignis lebt Faith. Sie ist eine Medica und ist verzweifelt auf der Suche nach einem passenden Ehemann, da sie die Haltungskosten nicht mehr alleine tragen kann. Sie findet Tristan Collins, der ein passender Ehemann für ihren Stand wäre, doch ihr geht der Patient mit den roten Augen nicht mehr aus dem Kopf, obwohl er den Kriegern zugehört und somit nicht für sie in Frage kommt.
Als Edinburgh angegriffen wird, wird alles noch komplizierter.
Nachdem der letzte Roman ein Griff ins Klo für mich war, habe ich diesen dankbar verschlungen. Er hat mich gleich beim Prolog gepackt und nicht mehr losgelassen. So kommt es, dass ich nach ungefähr 48 vergangenen Stunden durch war. Ich mag die Figuren. Ok, teilweise hasse ich sie auch, aber das gehört gerade bei den Bösewichten dazu. So soll es sein. Die Geschichte ist super geschrieben – spannend, flüssig. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Zudem war alles verständlich und logisch. Ich bedaure es, dass die Sporen nicht real sind, denn das dadurch ausgelöste Leben klingt prima. Ich war froh, dass dies ein Zweiteiler ist. Ich habe gleich mit dem zweiten Teil weitergemacht. Das ist ein gutes Zeichen, da es bedeutet, dass mir dieser erste Band definitiv gut gefallen hat.

Zuletzt schaffte ich es auch, den zweiten Teil von J. K. Bloom, „Faith – Erwacht“, vom Eisermann Verlag zu lesen. Dieser Roman ist 408 Seiten dick. Faith erwacht aus der Seelenlosigkeit. Lie wurde von ihrem Beinaheehemann entführt und sie kann an nichts anderes denken, als ihn zu befreien. Aber kann sie anschließend einfach zur Basis der Butterflys zurückkehren und Tristan weitermachen lassen?
Die Autorin bleibt sich treu. An ihrem Stil und ihren Figuren ändert sich nichts, mal von der üblichen Charakterentwicklung abgesehen. Die Geschichte bleibt spannend, obwohl ich irgendwann zweifelte, dass Faith innerhalb der verbleibenden Seiten wirklich ihre Ziele erreichen kann. Das sorgte irgendwie auch für Spannung.
Ich hatte mir im ersten Band gewünscht, mehr von unserer veränderten Welt zu sehen. Das erfüllte sich mit diesem Band. Teilweise fand ich es regelrecht amüsant, was aus unserer Erde geworden war. Zu schade, dass Deutschland nicht dabei vorkam. Ich hätte zu gerne gewusst, wie sich das Klima bei uns verändert. Für mich ist dieser Band ein gelungener Abschluss für den Zweiteiler. Genau so musste die Geschichte enden.

Es war ein durchwachsener Lesemonat, aber die Faith-Bücher haben sich definitiv gelohnt.

Leserückblick Juni

So langsam erhole ich mich von den heißen Temperaturen und mein Pseudourlaub geht jetzt auch lange genug, dass ich wieder ohne Gewaltandrohung meine Aufgaben angehe. Damit kommst du (endlich) in den Genuss meines Leserückblicks, der sich somit nur um knapp zwei Wochen verspätet. 😉

Ich fange mit „German Kaiju“ vom Leseratten Verlag an. Darin zerstören in neun Geschichten Kaijus Großstädte Deutschland. Hinzu kommen „Notfallinstruktionen“, auf die ich nicht näher eingehen will, da sie zu lustig sind, wenn man sie unvoreingenommen liest.
Godzilla und KingKong sind wohl die bekanntesten Kaijus. Selbst ich kenne die zwei, obwohl ich noch nie einen ihrer Filme gesehen habe. Der Begriff Kaiju war mir entsprechend unbekannt. Ich konnte mit diesen Monstern einfach nichts anfangen. Das hat diese Anthologie geändert. Ich will mir immer noch nicht die Filme ansehen, aber von den geschriebenen Kaijus bin ich jetzt Fan. Ich hätte zu gerne eine Folgeanthologie mit weiteren Geschichten, die weitere Großstädte Deutschlands dem Erdboden gleich machen. *zu den Leseratten schiel* Diese Geschichten sind meiner Meinung nach echt klasse. Alle spannend, entsprechend natürlich gut geschrieben – gut ausgewählt vom Herausgeber und dem Verleger. Zwanzig Euro sind für dieses Buch aber auch eine Stange Geld, die man sonst eher selten hinblättern muss. Dafür kleben die Notfallinstruktionen in Form von zwei DIN A4-Seiten hinten in einem Umschlag auf einen der letzten Seiten. Der Kartoneinband besteht hinten und vorne aus einer Doppelseite, in deren Innenseite echt tolle Grafiken zu sehen sind. Die Papierkanten sind rot eingefärbt. Das habe ich bisher nur bei meinem Gesangsbuch für die Kommunion gesehen, wobei die gold gefärbt waren. Es ist also auch optisch ein besonderes Buch, etwas zum Entdecken.

Außerdem las ich von Fabienne Siegmund „Das zerbrochene Mädchen und andere Erzählungen“, erschienen im Verlag Torsten Low. In sechs Kurzgeschichten, bzw. Das zerbrochene Mädchen könnte schon zur Novelle zählen, zieht Fabienne Siegmund ihre Leser in ihre wahnsinnig abwechslungsreiche Fantasie und immer geht es irgendwie um den Tod.
Ich bin mittlerweile ein Fan von dieser Autorin. Ich wurde zum ersten Mal durch „Die Herbstlande“ auf sie aufmerksam und auch „Der Karussellkönig“ ist von ihr. Sie schreibt einfach klasse – farbenfroh, frisch, gefühlsgeladen und ohne dass sie auf „abgedroschene“ oder verbrauchte Fabelwesen zurückgreifen muss. Sie erfindet einfach ihre eigenen Fabelwesen und das total überzeugend. Entsprechend gut sind ihre Figuren gezeichnet, was zu echt tollen Geschichten geführt hat.

Ich bin total happy mit diese beiden Büchern, und ja, mehr habe ich im letzten Monat wirklich nicht gelesen. Sakrileg, ich weiß. Dafür kann ich jetzt schon sagen, dass im kommenden Leserückblick mehr Bücher vorkommen werden. Tolle Bücher! 😄

Leserückblick Mai

Heute teile ich mit dir wieder einige tolle Bücher, die ich im letzten Monat lesen konnte. Fangen wir doch gleich mit dem wichtigsten an. Das, in dem auch ich mit einer Geschichte dabei bin. 😉

„Arndts Märchen Update 1.1 – Und dann ein Handkuss vom Rattenkönig“ ist eine Anthologie mit 26 Kurzgeschichten, wobei zwei von ihnen meiner Meinung nach aufgrund der Länge eher zu den Novellen zu zählen sind. Hierin werden die Märchen von Ernst Moritz Arndt neu interpretiert und ich bin jetzt, nachdem ich das Buch gelesen habe, doppelt so stolz, es in diese Geschichtensammlung geschafft zu haben. Die Geschichten meiner Mitautoren haben mich vollkommen überzeugt und auch die Bilder zu den Geschichten haben es mir angetan.

„Der Karussellkönig“ von Fabienne Siegmund hat mich sehr überrascht. Ich war beim Kauf unsicher, ob es meinem Geschmack entspricht, und auch der Verleger äußerte seine Bedenken, aber die waren in keiner Weise angebracht. Darin geht es um Mina, deren Freundin Lili verschwunden ist, als sie aufwacht. Einer merkwürdigen grauen Frau zufolge wurde sie vom Karussellkönig geholt. Mina macht sich auf die Suche nach Lili und erlebt Erstaunliches. Die Geschichte ähnelt einem Märchen, wobei ich sie keinem Kind vorlesen würde, da es mitunter grausam ist. Es könnte sich gut unter die Märchen der Gebrüder Grimm einreihen, aber es würde hervorstechen, weil es so toll und fantasievoll geschrieben ist. Ich bin mittlerweile ein Fan dieser Autorin, die Mitautorin von „Die Herbstlande“ ist, das mich so sehr begeistert hat, und die es so gut versteht, den Tod in ihre Geschichten zu weben. Definitiv etwas für Erwachsene, die gerne träumen und dabei doch nicht vergessen, wie grausam das Leben sein kann. Eine weitere Besonderheit birgt das Buch außerdem: Es ist eine Grafiknovelle, strotzt also von Bildern. Ich mag Bilder, immer noch, und diese sind echt phantastisch. 😍

In „Highlands mit Hindernissen“ von Gabriele Ketterl geht es um Carola. Carola arbeitet für einen Sender, der Reisen vorstellt, und lebt glücklich mit ihrem Freund Jan in einer luxuriösen Wohnung in München. Doch von jetzt auf gleich verlässt Jan sie für einen Selbstfindungstrip und lässt nur das Geld für die kommende Rate der Wohnung auf dem Konto. Ihr Chef muss sich aus gesundheitlichen Gründen zurückziehen und überlässt seinem Sohn den Chefsessel. Dieser will den Sender in eine andere Richtung führen, da die Einschaltquoten nicht mehr ideal sind – angefangen bei Carolas Luxusreisevorstellungen, die sich kaum ein Mensch leisten kann. Gemeinsam mit der Praktikantin Lea schickt er sie nach Schottland mit einem Reisebudget von 3000 Euro pro Kopf, was Bed&Breakfast statt Luxushotel, Bus und billiger Mietwagen statt gemütlichem Geländewagen nebst Chauffeur bedeutet. Carola erwartet das Schlimmste und findet ein Land vor, dass sie trotz zwei vorangegangenen Besuchen nicht von dieser Seite kannte, und die große Liebe. Ich bin hin und weg von dieser Geschichte! Es liest sich manchmal wie ein Reiseführer, aber durch die Geschichte drumherum ist es noch viel besser. Die Autorin versteht es, mich in Schottland abzusetzen und durch die Highlands stolpern zu lassen. War ich zuvor schon Fan von Irland und Island, will ich jetzt auch Schottland unbedingt einmal sehen. Ein weiterer Reisewunsch, von dem ich nicht weiß, wann ich ihn mir jemals werde erfüllen können. Aber das ist egal. Ich habe ja schon viel durch dieses Buch „gesehen“. Ich will es nur einmal real erleben.

In „Am Ende die Zeit“ von Daniela Tetzlaff überschlagen sich die Ereignisse nur so. Darin geht es um Luma. Sie fühlt sich absonderlich. Das fängt bei ihrem Namen an, geht über ihr Aussehen und endet bei den Reaktionen, die die Menschen bei ihrem Anblick zeigen. Niemand außer ihrer Mutter mag sie. An ihrem 16. Geburtstag soll damit Schluss sein. Sie will sich umstilen und die Leute sollen sie endlich wenigstens akzeptieren können. Stattdessen wird ihre Mutter ermordet und nun ist der Mörder hinter ihr her, denn er hat von ihrer Mutter nicht bekommen, was er suchte. Ich konnte gar nicht schnell genug lesen. Dabei stellte dieser Wälzer eine Herausforderung für mein Handgelenk dar, weil ich ihn einfach nicht aus der Hand legen konnte. Das Ende hat mich dann sogar so gefesselt, dass ich die Tränen nicht mehr zurückhalten konnte. Aber lass dich davon nicht abhalten, es zu lesen.

„Gladio – Die Prophezeiung des Schwertes“ von K. K. Summer hat mich nicht vollkommen abgeholt. Es ist die Geschichte von Ai, einer Hure, die jede Nacht denselben Traum träumt. Sie wird mithilfe des legendären Schwerts Gladio getötet. Seltsamerweise ähnelt der Anhänger, den sie solange sie zurückdenken kann um den Hals trägt, Gladio unheimlich. Ai macht sich auf den Weg zu den Elfen, um herauszufinden, was es damit auf sich hat. Die Geschichte an sich ist gut, aber ich bin einfach nicht richtig warm damit geworden. Hinzu kam, dass die Absätze nicht so angeordnet sind, wie ich es gewohnt bin. Nach der wörtlichen Rede kommt eine Zeilenschaltung, etwas Handlung des Sprechers und dann wieder wörtliche Rede von ihm. Durch diese Aufteilung ging ich immer wieder irrtümlich davon aus, dass jetzt jemand anderes reden würde. Das führte oft zu Verwirrung, da diese drei Teile normalerweise einen einzelnen Absatz bilden. Da war es leichter, die gelegentlichen Zeilen zu lesen, bei denen man zwischen den Worten gar keinen Zwischenraum erkennen konnte, alswärediesereinfachohneLeerzeichengeschriebenworden.

Zuletzt kommt „So bin ich eben!“ von Stefanie Stahl. Es ist wieder ein Ratgeber über die Psyche und soll dem Leser eine persönliche Gebrauchsanweisung für seine eigene Persönlichkeit in die Hand geben. Mit einem anschließenden Persönlichkeitstest kann der Leser erfahren, zu welchen vier von acht Grundtypen er gehört und letztlich auch, was ihn ausmacht bzw. wie man mit ihm am besten auskommen kann. Dabei darf nicht vergessen werden, dass man auch mit sich selbst auskommen muss. 😉 Wenn jemand ein notorischer Zuspätkommer ist, findet er hier sehr wahrscheinlich heraus, woran das liegt und dass er daran nur mit Wille und Organisation vermutlich etwas ändern kann. Ansonsten muss er sich so akzeptieren und mit sich leben. Ich bin mittlerweile von dieser Psychologin begeistert. Ihr Bücher lassen sich erstaunlich gut lesen, wenn man erst einmal die Einleitung geschafft hat, die durch ihre Erklärungen etwas langatmig ist. Ich fand es unheimlich interessant, herauszufinden, was mich genau ausmacht. Demnach war es mir quasi vorbestimmt, Schriftstellerin zu werden. Ich kann mir gut vorstellen, dass ich mithilfe der Persönlichkeitsmischungen, die darin vorgestellt werden, irgendwann bewusst meine Figuren plane. Das wird sicher lustig, weil ich die zwischenmenschlichen Konflikte gleich erkennen kann. 😁

Ich war fleißig, aber bei so guten Büchern ist es leicht, viel zu lesen. Ich glaube, wenn ich nicht zwischendurch meine eigenen Fantasien in den Laptop hacken müsste, weil sie mich sonst verrückt machen würden, hätte ich wohl das Doppelte geschafft. Ich habe aktuell einfach eine unheimlich gute Auswahl. 🤩

Leserückblick April

Heute gibt es wieder einen Leserückblick.

Da wäre „Gestohlene Träume“ von Nora Roberts. Darin geht es um drei griechische Schicksalsgöttinnen aus Silber, die zusammengebracht werden sollen. Das geht jedoch nicht ohne Gefahren und das Finden der großen Liebe. Ich mag die Geschichten von Nora Roberts und diese hier hat mich wirklich gefesselt und gut unterhalten. Zwischendurch kam ich mir sogar vor wie bei Ocean’s Eleven. 😍

Anschließend las ich „Von hier bis ans Ende der Welt“ von Anna Meier. Die Hauptfigur Coco lebt mit ihrer Familie auf einer Ranch. Nun soll Black, Cocos Pferd, verkauft zu werden, was sie um jeden Preis verhindern will. Außerdem lernt sie Lucas kennen und lieben, doch er fliegt nach Frankreich zu seiner Mutter und will dort ein Jahr bleiben. Es geht um den Kampf um Black und die erste große Liebe. Anna Meier war 16, als sie diesen Roman geschrieben hat. Dafür schreibt sie verdammt gut und realistisch. Nach diesem Buch juckte es mich schon wieder, doch einmal Reitstunden zu nehmen, obwohl ich doch oft schon auf einem Stuhl stehend Höhenangst habe. Aber das Buch hat mich an die Faszination, die diese großen Tiere auf mich ausstrahlen, erneut erinnert.

„Das Lied der Honigvögel“ von Anne McCullagh Rennie zog mich nach Australien zu Lizzie Foster, die für ihr Leben gern singt. Doch ihr Vater ist gegen eine Gesangskarriere, weil er dadurch bereits ihre Mutter verloren hat. Als er kurz nach einem heftigen Streit darüber an einem Herzinfarkt stirbt, gibt Lizzie sich die Schuld daran und will nie wieder singen. Ich mochte es, wie die Autorin die Vorstellungen, die Lizzie gibt, zeichnet. Ich bekam richtig Lust, meine musikalischen Neigungen doch etwas mehr auszubauen, da ich sehr gerne singe. Damit hat die Autorin mich in eine wunderschöne Welt gezogen.

Mit „Amokspiel“ von Sebastian Fitzek las ich ausnahmsweise einen Thriller. Das kommt selten vor, obwohl ich einen guten Thriller zu schätzen weiß. Hier versucht Jan durch eine Geiselnahme die Polizei dazu zu zwingen, herauszufinden, was mit seiner angeblich verstorbenen Freundin wirklich geschehen ist. Ich bewundere den Stil des Autors. Er schreibt spannend und seine Figuren haben alle ihre Probleme und Eigenheiten. Dadurch webt er einen dichten Vorhang, der sich erst zum Schluss zur Seite schieben lässt. Allerdings gibt es am Ende einen unschönen Bruch, den ich nicht erklären kann, ohne das Ende zu verraten. Über den bin ich heftig gestolpert.

Und nun komme ich zu dem seltsamen lila „Büchlein“. Darf ich vorstellen, mein eReader. Auf ihm habe ich letzten Monat drei Kurzromane gelesen: „Jakob Wolff – Der Fluch: 1494“, „Jakob Wolff – Die Täuschung: 1496“ und „Jakob Wolff – Rupes Picarum: 1497“. Das sind die ersten drei Bände einer eBook-Reihe aus dem Leseratten Verlag. Hierzu gibt es eine Ausschreibung, an der man sich für weitere Bände bewerben kann. Da ich genau das vorhabe, habe ich diese hier gelesen, um ein besseres Gefühl für die Figuren zu bekommen. Darin las ich über Jakobs Jugend, wie er Opfer des Fluchs wurde und anschließend die ersten beiden Versuche, diesen zu lösen. Beim ersten Band hatte ich ein paar Schwierigkeiten, reinzukommen, da er nicht ohne Zeitsprünge auskommt. Die verwirrten mich immer ein wenig, bis ich mich neu orientiert hatte. Der zweite Band ist da viel einfacher zu lesen und der dritte war einfach nur super. Er kommt nicht ohne Zeitschleifen aus. Die irritierten mich zwar zunächst, aber dieser Kniff ist richtig gut umgesetzt worden. Insgesamt sind diese drei eBooks eine gute Komposition und ich fände es klasse, wenn ich sie mit meiner eigenen Geschichte in dieser Reihe ergänzen darf.

Offensichtlich hatte ich viel Lesezeit und vor allem viel Spaß dabei. Sonst hätte ich nicht so viel geschafft. 😀

Leserückblick März

Etwas verspätet komme ich endlich dazu, meinen Leserückblick vom Monat März mit dir zu teilen. Ich erzähle einfach in der Reihenfolge, wie ich die Bücher und Büchlein auch gelesen habe.

Zuerst also Der Schicksalsritt von Federica de Cesco. Laut dem Klappentext geht es um einen Jungen, der das Pferd eines Zigeunermädchens haben will und auch nicht vor Intrigen zurückschreckt, um es zu bekommen. Nachdem ich das Buch gelesen habe, muss ich sagen, dass der Klappentext nicht stimmt. Es ist der Vater des Jungen, der Intrigen spinnt, um doch noch seinen Willen zu bekommen. Der Junge versucht stattdessen, die Zigeuner zu warnen. Ich war wenig begeistert von dem Roman. Der Schreibstil las sich wie für Kinder. Der Junge wird von der Autorin widersprüchlich gezeichnet. Ein Lichtblick ist das Zigeunermädchen, das mit viel Charakter ausgestattet wurde. Auch wenn der Roman dazu einlädt, über Vorurteile nachzudenken, werde ich ihn ganz sicher nicht ein zweites Mal lesen.
Danach las ich Nicht ohne meinen Kater! von Eva Berberich. Es ist eigentlich der Folgeband von Ein himmlischer Fall für vier Pfoten. Das habe ich nicht gemerkt, aber sie lassen sich auch in verkehrter Reihenfolge lesen. Da sie zusammengehören, bespreche ich sie auch als Einheit. Nicht ohne meinen Kater! ist eine Sammlung von Kurzgeschichten und wirken, als habe die Autorin sie selbst erlebt, wobei es interessant ist, dass sie mit ihrer Katze spricht und Antwort bekommt. Mehr davon ist mir nicht in Erinnerung geblieben. In Ein himmlischer Fall für vier Pfoten will der Kater, dass seine Besitzerin einen Krimi über den verlorenen Schwanzspitzenstern des Katersternenbildes schreibt. Die Jagd nach dem Dieb ist sehr verwirrend und nur selten wenigstens amüsant. Beide Bücher haben gemeinsam, dass der Schreibstil eigen und irgendwie ist. Schade, denn die Ideen hinter den Büchern sind gar nicht schlecht.
Der letzte Gast von Thomas Lohwasser und Vanessa Kaiser ist eine Art Leseprobe zur Anthologie Dunkle Stunden (Ich hoffe, ich habe es so richtig recherchiert, weil ich es schon wieder vergessen hatte.) aus dem Low Verlag. Fünf Menschen verbringen eine stürmische Nacht in einer Herberge. Alles ist gut, bis jemand klopft und um Einlass bittet. Sie besitzt einen gewissen Gruselfaktor und ist echt toll und spannend geschrieben. Ich habe sie mit Begeisterung verschlungen, zumal ich den Stil der beiden Autoren bereits in den Herbstlanden ein wenig kennengelernt hatte und zu schätzen weiß.
Zuletzt komme ich zu Vanillin Zucker von Rita M. Janaczek. Es ist ein Minibuch, das in eine Zigarettenschachtel mit ein paar seiner Brüder passt. Die Idee finde ich witzig, auch wenn ich als Nichtraucherin nicht mit sowas dienen kann. Sollte ich mehrere dieser Büchlein irgendwann besitzen, kaufe ich mir vielleicht eine Plastikzigarettenschachtel, um sie sauber und sicher aufbewahren zu können. In dieser Geschichte wird das Zusammenleben einer dreiköpfigen Familie plus Schwiegermutter mit Demenz geschildert. Es ist keine Kurzgeschichte, die man einfach mal runterliest. Da steckt etwas dahinter – die Problematik, mit einem dementen Menschen zu leben, und auch die Krankheit an sich. Ich finde sie klasse, denn auch sowas muss erzählt werden.

Ich habe im März „nur“ drei Bücher und zwei Kurzgeschichten geschafft, da die Leipziger Buchmesse mich an drei Tagen ziemlich mit Beschlag belegte, und ich finde es erstaunlich, dass mich lediglich die beiden Kurzgeschichten wirklich überzeugen konnten. Für mich als Schriftstellerin ist es aber auch wichtig, Geschichten zu lesen, die nicht meinem Geschmack entsprechen oder meine Ansprüche erfüllen. Daraus lerne ich, wie ich es – für mich! – besser machen kann. Ob es für dich und andere Leser reicht, kann ich nur hoffen.

„Herbstlande“

Unter anderem habt ihr es diesem Buch zu verdanken: Ich starte eine neue Serie, in der ich die Bücher vorstelle, die ich lese. Der Hintergedanke ist, euch meinen Lesegeschmack zu zeigen, euch aber auch für tolle Bücher zu begeistern, an denen ihr sonst vielleicht vorbeigehen würdet.

Die Herbstlande ist ein Land in Form eines Blattes. Dieses Land teilt sich in die Länder September, Oktober und November auf. Was auf den ersten Blick verwirrend klingt, bleibt auch ein Weilchen verwirrend, aber das macht die Geschichte umso wundervoller.
Scarlett ist die Hauptfigur der Geschichte. Sie ist mit Nathan zusammen und es ist der innigste Wunsch der Beiden, ein gemeinsames Kind zu kriegen. Doch es will einfach nicht klappen. Scarlett erinnert sich an eine Geschichte aus ihrer Kindheit, in der es heißt, dass die Kürbiskönigin Wünsche erfüllt, die man an Halloween an der Kerze in einem Kürbiskopf verbrennt. Doch Scarlett ist zu ungeduldig. Sie verbrennt ihren Wunsch schon im August, weswegen die Kürbiskönigin ihr Nathan wegnimmt. Scarlett muss in die Herbstlande reisen und die Kürbiskönigin darum bitten, ihr Nathan zurückzugeben. Dabei lernt sie viele wundersame Wesen kennen, die sie auf ihrem Weg ein Stück begleiten und ihr zu helfen versuchen.

Der Verleger Torsten Low verglich diesen Roman mit der Unendlichen Geschichte von Michael Ende, als er mir das Buch versuchte schmackhaft zu machen. Anfangs wartete ich auf diesen speziellen Zauber der Unendlichen Geschichte. Zur Mitte des Buchs hin begann der Zauber sich zu entfalten und zum Ende wurde mir klar, dass dieser Zauber noch mächtiger als in der Unendlichen Geschichte ist. Die Autoren haben mit den Herbstlanden eine Welt erschaffen, die mich nie wieder wird loslassen. Ich als Autorin möchte wegen diesem Buch eine ähnlich verzaubernde Geschichte schreiben und verzweifle an dem Glauben, dass ich das nicht schaffen kann. Es ist ein wirklich besonderes Buch, das ich nur schwer weglegen konnte.

Umso erfreuter war ich, dass ich mit dem Roman auch die Anthologie Geschichten aus den Herbstlanden gekauft hatte. So konnte ich die Herbstlande näher kennenlernen, denn Scarlett kann in ihrer Geschichte nur schwer die gesamten Herbstlande bereisen. Teilweise ziehen die Herbstlande in der Anthologie normale Menschen, wie wir es sind, in ihr Reich, teilweise begleitet man die Wesen der Herbstlande bei ihren Abenteuern. Hinzu kam das Reisejournal, in dem die verschiedenen Wesen und ihr Lebensraum sowie die Herbstlande selbst speziell erklärt werden. Wie in einem Reiseführer eben. Das mag sich erst einmal langweilig anhören, aber dieses Heftchen hat es mir ebenfalls sehr angetan, weil ich dadurch Hintergrundinformationen bekam, die mir den Zauber der Herbstlande noch etwas näher brachten.

Schade, dass ich diese phantastische Welt verlassen musste. Sie ist atemberaubend schön, oft aber auch unheimlich gefährlich und grausam. Das macht sie zu etwas Besonderem, das ich einfach mit euch teilen muss.

Danke an den Verlag Torsten Low und die Autoren, die diesen wundervollen Büchern Leben eingehaucht haben! Danke an die wunderbare Illustratorin, die beide Bücher mit Bildern geschmückt hat. Ich finde, wir Erwachsene dürfen uns durchaus auch an diesen kleinen Kunstwerken erfreuen.

„Irrlichtfeuer“ von Julia Lange

Nachdem ich zunächst die Kurzgeschichte Irrlichtkinder gelesen hatte, die vor Irrlichtfeuer spielt, war ich schon sehr in der Materie drin. Ich war gespannt auf den dazugehörenden Roman und ich muss sagen, dass meine Erwartungen nicht enttäuscht wurden. Im Gegenteil, ich war hocherfreut, die bekannten Figuren, die ich in der Kurzgeschichte in ihrer Kindheit kennengelernt habe, wieder zu treffen und auf ihrem Weg begleiten zu dürfen.

Die Figur Alba hat es mir besonders angetan. Sie ist eine starke junge Frau, die gegen ihren schwachen Körper und die Konventionen in der Oberschicht kämpft und ihren Platz in der Welt sucht. Auch Sora, das mittlerweile erwachsene Irrlichtkind, ist Julia Lange unheimlich gut gelungen. Diese beiden Figuren besitzen so viel Tiefe wie man es manchmal in einem ganzen Roman nicht vorfinden kann, aber es ist nicht so, als würde die Autorin sich damit zufrieden geben. Nein, jede Figur hat ihre Berechtigung, ihre Wünsche und Ziele, die oft im Gegensatz zu dem stehen, was andere wollen. Vor allem die Oberschicht, die Königin und ihr Rat machen es den einfachen Bürgern verdammt schwer. So ist es nicht verwunderlich, dass Politik in diesem Roman eine große Rolle spielt. Dafür, dass mir unsere Politiker in Deutschland oft nur ein müdes Augenrollen abringen können, fand ich diese Geschichte gerade wegen der Tragweite und Wichtigkeit der Politik unheimlich interessant. Wie die Oberschicht die Augen vor der Wut der Bürger verschließt, welche Auswirkungen das auf die Bürger, die Irrlichtkinder und auch die Oberschicht hat … Kaum zu glauben, dass es auch eine spannende Politik gibt, auch wenn mir diese ebenfalls oft ein Augenrollen abrang, weil sie so realistisch dargestellt wird, als hätte Julia Lange sich das ein oder andere bei unseren Politikern abgeschaut. 😀

Mein Fazit? Wow! Ich habe dieses Buch verschlungen. Wenn ich nicht lesen konnte, waren meine Gedanken bei Alba und Sora. Ich war fast schon enttäuscht, als der Roman endete, auch wenn mir klar war, dass es keine unendliche Geschichte sein kann. Ich habe das Buch vor etwa einer Woche beendet und heute Nacht träumte ich von den Figuren aus dem Buch. Es hat einen bleibenden Eindruck in mir hinterlassen und ich danke Julia Lange für diesen tollen Roman, dem ich so schöne Stunden zu verdanken habe.