Kategorie: Zitate

Zitat der Woche (KW 15/2022)

Mal davon abgesehen, dass wir nur durch Eigeninitiative die Dinge ins Rollen bringen und das Glück damit finden können, ist dieser Spruch auch in der Schriftstellerei sehr weise.

Es kommt selten vor, dass eine Figur in einem Roman über viele oder sogar alle Seiten hinweg darauf wartet, dass das passiert, worauf sie hofft. Die Prinzessin, die davon träumt, vom Prinzen gerettet zu werden, wäre eine solche Figur. Aber wie oft erleben wir Geschichten aus der Perspektive einer solchen Prinzessin? Normalerweise lesen wir dann von den Abenteuern des Prinzen, der aktiv in die Geschichte eingreift. Weil das spannender ist als die Prinzessin, die über Seiten hinweg aus dem Fenster schaut und darauf wartet, den Prinzen am Horizont zu erblicken. Noch interessanter wird es, wenn die Prinzessin, die die ganze Zeit gewartet hat, keine Lust mehr darauf hat und sich selbst auf das Pferd schwingt.

Zitat der Woche (KW 14/2022)

In der aktuellen Situation dürfte dieses Zitat vielen von uns lediglich ein müdes Lächeln abringen. Da ist Europa eigentlich vorbildlich für ein friedliches Miteinander, die Ukraine hat sich nichts zuschulden kommen lassen und Putin beginnt einen Krieg. Wird unser Kurs letztlich für Frieden sorgen? Die Zeit wird es zeigen.

Aber prinzipiell stehe ich hinter diesem Zitat. Indem ich mich friedlich verhalte, gebe ich anderen keinen Grund, sich mir gegenüber feindlich zu verhalten. Ich kann ihnen selbst bei böser Absicht damit den Wind aus den Segeln nehmen. Es ist nicht immer einfach und in Geschichten wäre es wohl eher langweilig, über ein solches Verhalten zu lesen. Da ist es deutlich spannender, wenn es öfter zwischen den Figuren richtig kracht, damit sie sich am Ende umso schöner vertragen können. Wenn ich schreibe, halte ich es also genau anders.

Zitat der Woche (KW 12/2022)

Wenn man aufmerksam zuhört und präzise Antworten formuliert (meiner Meinung nach die zweite Hälfte des Erfolgs), entsteht ein Dialog, an dessen Ende jeder weiß, was der jeweils andere will, was er geben kann und was er bereit ist, zu geben. Ein solches Gespräch kann sehr kurz sein. In der Realität sind wir dafür dankbar, weil wir keine Zeit für Missverständnisse haben, die uns zurückwerfen können. In Romanen sind gerade diese Gespräche, bei denen jemand nicht richtig zuhört oder seine Antworten nachlässig formuliert, die Würze. Als Leser wissen wir, was gemeint ist, und können uns darüber freuen, wenn etwas anderes verstanden wird, das die Situation erschwert oder sogar eskalieren lässt. Wenn wir lesen, wollen wir genau solche Dialoge – nicht immer, aber in schönen Dosen –, damit die Geschichte spannend bleibt.

Zitat der Woche (KW 11/2022)

Zu diesem Mann gibt es leider keine Seite auf Wikipedia, sodass ich nur das Geburts- und Sterbejahr herausfand, statt die gesamten Daten. Vielleicht war er nicht bedeutend genug, aber mir gefällt sein Zitat, sodass es hier Erwähnung finden soll.

Ich weiß leider nicht, ob er ein Läufer war. Das Zitat scheint sich darauf zu beziehen. Oder dachte er an Mitläufer, die sich dem Stärkeren anschließen? Ich hoffe, dass es ersteres ist, weil es für den Mut der Menschen sprechen würde. Ich will es so verstehen: Wer nicht an einem Rennen teilnimmt, kann es auch nicht gewinnen. Derjenige hat automatisch verloren. Auf diese Weise finde ich seine Aussage inspirierend, weil es sich auf alles beziehen kann. Wer nicht anfängt, seinen Traum zu leben, wird nie wissen, wie sein Leben hätte aussehen können. Er wird immer der verpassten Chance hinterhertrauern. Für mich bedeutet es, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Ich bin keine Läuferin. Ich bin eine Schriftstellerin und mein Sieg ist es, wenn ich meine Geschichten schreiben kann und sie gelesen werden und Freude bereiten.

Zitat der Woche (KW 08/2022)

Woody Allen ist nicht nur Regisseur und Schauspieler, sondern auch Autor und Komiker. Da ist es schwer, zu wissen, ob er es ernst oder in irgendeiner Form ironisch meinte. Ich interpretiere es einfach so, wie ich es auffasse. Demnach meint er seine Worte ernst.

Heutzutage müssen wir viel wissen. Gesetze, Grundwissen, zu dem auch Bücher wie „Krieg und Frieden“ gehören … Da ist es naheliegend, sich das Wissen auf schnelle Weise anzueignen. Querlesen ist das Mittel der Wahl, das schon vor zwanzig Jahren in aller Munde war. Ich habe mich einst darin versucht und es aufgegeben. Ich kann aus einzelnen Textschnipseln und Wörtern nicht auf den Sinn des gesamten Textes schließen. Das beweist Woody Allen meiner Meinung nach mit seinem Zitat. Gerade „Krieg und Frieden“ soll zur schweren Lektüre zählen. Da verpasst man viel zu viel, um die Hintergründe erfassen zu können. Immerhin, es spielt wirklich in Russland.

Zitat der Woche (KW 07/2022)

Gerade in unserer heutigen Zeit mit Maskenpflicht, Abstand, Verordnungen, Verbote und dem naheliegenden Gedanken, dass es am besten wäre, einfach zuhause zu bleiben, um Corona besiegen zu können, dürfte es schwerfallen, die Wahrheit hinter diesem Zitat zu finden. Wie soll man sich denn über diese Situation freuen können? Es geht, weil wir nicht mehr alles für selbstverständlich halten.

Genauso kann es auch meinen Figuren ergehen. Ich schicke sie in schlimme Situationen, werfe ihnen Knüppel zwischen die Beine, lasse sie stolpern – und doch ist das Ziel die ganzen Mühen wert. Erst durch die vielen Rückschläge sind meine Figuren mit der Endsituation zufrieden, können sich darüber freuen und wissen es zu schätzen. Und auch während der Qual bleibt doch die Freude darauf, dass sie nicht ewig währen kann.

Zitat der Woche (KW 06/2022)

Für einen Schriftsteller ist es tatsächlich fatal, wenn man sich ständig wiederholt, da die Leser irgendwann gelangweilt abwinken und sich den Romanen anderer widmen. In der Hinsicht hat dieser Schriftsteller schon einmal recht. Aber ja, das Glück darf sich sehr gerne wiederholen. Wir freuen uns, wenn wir von ihm bedacht werden. Es ist etwas Gutes für uns, weil wir z. B. mit heiler Haut einen Unfall überstehen oder uns gegen eine Gelegenheit entscheiden, die sich später als Trick eines Betrügers herausstellt. Glück gehört zu unserem Leben dazu. Oft merken wir gar nicht, dass wir wieder einmal Glück gehabt haben, weil der Zeitpunkt dabei entscheidend ist. Fahren wir morgens fünf Minuten später los, um zur Arbeit zu kommen, fühlen uns gestresst, weil wir spät dran sind, kann doch das Glück dahinterstecken, weil wir sonst dem gesprächigen Nachbarn mit seinem Hund begegnet wären, der uns weitaus mehr als fünf Minuten gekostet hätte.

Zitat der Woche (KW 05/2022)

Ich bin wohl ein wunderbares Beispiel dafür, dass Theodor Fontane damit recht hat. Mir geht es gut und ich sehe zuversichtlich in die Zukunft. Die Zahlen, die ich am Montag hier teilte, zeigen, dass ich sehr produktiv an meinem Traum einer erfolgreichen Schriftstellerkarriere arbeite. Die Arbeit macht mir Spaß und auch um mich herum gibt es nichts, wegen dem ich mich sorgen müsste. Corona ist ein alter Hut. Ich weiß, wie ich mich davor schützen kann, und vertraue auf diese Maßnahmen.

Umgekehrt weiß ich, wie schwer mir alles fiel, als ich jeden Tag gegen meine Depression kämpfen musste. Der Traum, Schriftstellerin zu sein, schillerte hell und bunt in meinen Träumen. Dagegen wirkte meine Realität trist. Ich schrieb in der Zeit trotzdem und konnte sogar Kurzgeschichten veröffentlichen. Dennoch fühlte ich mich von meinem Ziel unbeschreiblich weit entfernt und ich konnte nicht daran glauben, dass ich es überhaupt jemals erreichen könnte.

Was Theodor Fontane kompliziert für unsere Zeit ausdrückt, bedeutet einfach:

Wenn wir uns zu sehr mit Problemen beschäftigen, egal, ob diese jetzt Realität sind oder nur in unserem Kopf stattfinden, dann haben wir nicht genug Energie, um unsere Träume anzugehen. Unsere sprichwörtlichen Tränen machen uns blind für das Nötige, um das Glück zu finden, selbst wenn wir sicher sind, zu wissen, wie dieses Glück aussehen müsste.

Natürlich können wir nicht einfach beschließen, glücklich zu sein, um daraufhin unsere Ziele erreichen zu können. Das wäre Selbstbetrug, der nur noch tiefer in die Probleme hineinführen würde. Aber wir können Dinge unternehmen, die uns glücklich machen. Wenn wir glücklicher sind, erscheinen die Probleme kleiner und vor allem lösbar. Meine Strategie ist mittlerweile Sport. Ich brauche ihn zum Ausgleich, um mein für mich hohes Arbeitspensum zu schaffen. Außerdem verbringe ich viel Zeit mit meinen Tieren – sehe meinen Chinchillas beim Toben im Freilaufgehege zu, bürste und schmuse meinem Kater und spiele mit meinem Hamster. Ich spiele auch gerne am Handy, lese und handarbeite. Ich brauche das alles in Summe, um mich wohlzufühlen. In Kombination mit dem Schreiben bin ich glücklich und zuversichtlich, dass ich meinen Traum eines Tages erfülle.

Zitat der Woche (KW 04/2022)

Dieser Schriftsteller ist nicht alt geworden und er hat die Nazis erlebt. Ob er in Hinblick auf sie diesen Satz sagte? Schließlich stehen Nazis quasi synonym zu Fremdenhass. Dabei können wir in Freundschaft miteinander leben. Obwohl es noch lange nicht perfekt ist, beweisen wir es jeden Tag aufs Neue, dass Hautfarbe und Religion keinen Unterschied machen, wie viel Mensch man ist.

Ich finde diesen Spruch unheimlich schön, weil für wahre Freundschaften die „Macken“ der Befreundeten kein Thema sind. Sie werden akzeptiert und gehören zu den jeweiligen Personen einfach dazu. Manche Freundschaften werden sogar gerade wegen ihnen geschlossen, weil sie liebenswert sind.

In Geschichten sind Freundschaften oft ein Thema. Da will man dem Freund mit seinen Problemen nicht zur Last fallen und reitet sich immer tiefer in die Misere hinein. Oder die Figur muss erst lernen, dass Freundschaften wichtig sind und wie viel sie ihr geben. Da gibt es viele tolle Möglichkeiten, diesen Aspekt unseres Lebens einzubauen oder sogar zu einem wichtigen Bestandteil der Geschichte zu machen. Geschichten, in denen es um Freundschaft geht, sind Wohlfühlgeschichten. In gewisser Weise also Heimat, wie Kurt Tucholsky sagte.

Zitat der Woche (KW 03/2022)

Wie schön, dass ich heute ein Zitat von einem noch lebenden Schriftsteller teilen kann. Natürlich gibt es viele Menschen, die etwas Zitierwürdiges gesagt haben, aber ich mag es, wenn auch diejenigen zu Wort kommen, die noch nicht vor Jahrzehnten gestorben sind.

Vermutlich hat dieser Schriftsteller sich auf etwas ganz anderes bezogen. Ich kenne den Kontext nicht. Vielleicht dachte er bei diesem Satz an einen Schritt nach vorne in der Gesellschaft.

Ich muss automatisch an die Heldenreise denken, nach deren Muster viele Romane und auch Filme geschrieben wurden. Das bekannteste Beispiel dafür ist Star Wars. Luke träumt von Abenteuern, muss aber seinem Onkel und seiner Tante helfen. Dann ergibt sich die Möglichkeit, ein Abenteuer zu erleben, aber er denkt an seine Verpflichtungen zuhause und lehnt ab. Erst als die Männer von Darth Vader seine Familie töten, ist er bereit, sich in sein Schicksal zu fügen. Es gibt Rückschläge, zwischendurch sieht es sogar gut für seine Seite aus, nur um einen noch härteren Schlag zu erleiden, und zum Ende siegt das Gute.

Was wäre passiert, hätte Luke, um beim Zitat zu bleiben, den Mut besessen, nein zu sagen und trotz des Todes seiner Familie zu bleiben? Er hätte nie gelernt, die Macht zu nutzen. Vermutlich wäre irgendwann der Todesstern aufgekreuzt und hätte den Planeten zerstört. Ja, die Wortwahl ist passend. Es ist zwar die Feigheit, die uns oft dazu zwingt, nichts an unserer Situation zu ändern, aber es benötigt Mut, um mit den Konsequenzen zu leben. Würden wir solche Geschichten lesen wollen? Wohl eher nicht. Wir wollen am Ende den strahlenden Held sehen. Das fühlt sich nicht nur gut an. Es ist meiner Meinung nach auch völlig in Ordnung, streben wir dadurch doch meistens nach einer besseren Version von uns selbst.