{"id":833,"date":"2020-02-04T10:27:39","date_gmt":"2020-02-04T09:27:39","guid":{"rendered":"http:\/\/verenajung.de\/?p=833"},"modified":"2020-02-04T10:27:39","modified_gmt":"2020-02-04T09:27:39","slug":"leserueckblick-januar-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/test.verenajung.de\/startseite\/leserueckblick-januar-2020\/","title":{"rendered":"Leser\u00fcckblick Januar 2020"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Der erste Monat des Jahres ist vorbei und trotz viel Arbeit konnte ich viel lesen. Ich kann ein paar tolle B\u00fccher vorstellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-834 alignleft\" src=\"http:\/\/verenajung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/2020-02-04-Leser\u00fcckblick-Januar-300x281.jpg\" alt=\"\" width=\"420\" height=\"393\" srcset=\"https:\/\/test.verenajung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/2020-02-04-Leser\u00fcckblick-Januar-300x281.jpg 300w, https:\/\/test.verenajung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/2020-02-04-Leser\u00fcckblick-Januar-1024x959.jpg 1024w, https:\/\/test.verenajung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/2020-02-04-Leser\u00fcckblick-Januar-768x719.jpg 768w, https:\/\/test.verenajung.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/2020-02-04-Leser\u00fcckblick-Januar.jpg 1095w\" sizes=\"auto, (max-width: 420px) 100vw, 420px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zuerst beendete ich von den Autorinnen Laura Schmolke und Veronika Serwotka den Roman <em>Trance &#8211; Als die Menschen verga\u00dfen<\/em> zu leben. Darin leben die Menschen unter der Erde, und zwar ewig, denn sie haben Elysium. Nur ein gewaltsamer Tod kann ihr Leben beenden. Der Preis daf\u00fcr ist ein trance\u00e4hnlicher Zustand, sodass die Menschen ihr Leben kaum wahrnehmen und eher wie Zombies tun, was man ihnen sagt. Da entdeckt Kim eine Leiche. Der Mann hat ein Tagebuch bei sich, das sie einsteckt. Beim Lesen ver\u00e4ndert sich ihre Welt.<br \/>\nDie beiden Autorinnen haben eine Welt erschaffen, in der Zeit keine Rolle mehr spielt. Sie ist geradezu stehengeblieben, denn durch die Trance gibt es keinen Fortschritt. Entsprechend ist unklar, wie viel Zeit seit dem Umzug unter die Erde vergangen ist. Selbst als Kim aus der Trance erwacht, wei\u00df sie nicht, wie alt sie ist oder wie lange sie unter der Erde lebt. Genaugenommen kann sie sich nicht einmal an ihr Leben erinnern, weder w\u00e4rend noch vor der Trance. Dadurch entsteht ein leicht bedrohlich wirkendes Setting.<br \/>\nNat\u00fcrlich bleibt Kim nicht lange die einzige Erwachte. Sie st\u00f6\u00dft auf weitere, die die Regierung st\u00fcrzen wollen, damit die Menschen w\u00e4hlen k\u00f6nnen, ob sie in Trance ewig leben oder f\u00fcr beschr\u00e4nkte Zeit wirklich leben. Das ist ein bunt zusammengew\u00fcrfelter Haufen und dummerweise kennt einer von ihnen Kim. Er wei\u00df etwas \u00fcber sie und droht ihr. Dabei kann sie sich an nichts erinnern. Insgesamt sind die Personen einzigartig. Sie tragen Decknamen, damit sie die Gruppe nicht verraten k\u00f6nnen, sollten sie von der Regierung geschnappt werden. Diese Namen spiegeln zugleich den Kern ihres Charakters wieder. Ich mochte sie und konnte die Beweggrunde eines jeden nachvollziehen.<br \/>\nDer Stil lie\u00df sich sehr gut lesen. Die Geschichte wird durch die Tagebucheintr\u00e4ge aufgelockert, sodass ich gleich an zwei Fronten mitfieberte. Ich habe das Buch verschlungen, obwohl ich wenig Zeit hatte.<br \/>\nAls kleines Extra ziert die letzte Seite jedes Kapitels die Grafik eines aufgeschlagenen (Tage-?)Buchs. Mit solchen Schn\u00f6rkeleien halten sich die wenigsten Verlage auf. Ich wei\u00df es zu sch\u00e4tzen. Ich bin eben eine Verfechterin f\u00fcr Bilder in B\u00fcchern f\u00fcr &#8222;die Gro\u00dfen&#8220;. Das erfreut nicht nur das Auge, sondern spricht auch das innere Kind an, und wen das nicht interessiert, muss sie ja nicht minutenlang betrachten, sondern kann sie \u00fcberbl\u00e4ttern.<br \/>\nIch bin happy mit dem Buch, zumal ich eine Widmung von einer der Autorinnen bekommen habe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anschlie\u00dfend las ich die Anthologie <em>Der Tag der toten Katze<\/em>. Cornelia Wriedt kam der Satz &#8222;Ich hasse es, wenn der Tag damit beginnt, dass ich eine \u00fcberfahrene Katze begraben muss.&#8220; in den Sinn. Sie fand, dass er sich prima als ersten Satz f\u00fcr eine Geschichte machen w\u00fcrde, wollte ihn aber nicht selbst verwenden. Da sie fand, er sei zu schade, um in Vergessenheit zu geraten, bot sie ihn online an. Geli Grimm nahm dieses Geschenk gerne an und so entstand die Anthologie, in der alle Geschichten mit diesem Satz beginnen.<br \/>\nEs sind 14 Geschichten, jede anders, obwohl es doch immer um \u00fcberfahrene Katzen geht. Kaum zu glauben, welche Vielfalt man trotzdem erschaffen kann.<br \/>\nVor allem die Geschichten, die aus Sicht der Katzen geschrieben sind, haben es mir angetan. Ich finde, dass ihr Charakter darin besonders gut zur Geltung kommt. Aber auch die anderen Figuren sind gut gelungen. Oft sind sie etwas verschroben oder skurril.<br \/>\nEs hat echt Spa\u00df gemacht, dieses schmale B\u00e4ndchen zu lesen. Ich hatte zun\u00e4chst etwas Angst davor. Ich liebe Katzen. Aber der bef\u00fcrchtete Schmerz, die Trauer um die toten Katzen, blieb aus, weil die Geschichten nicht auf den Verlust abzielten. Ich bin froh, den Mut aufgebracht zu haben, das Buch zu kaufen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es folgte von Sarah Neumann <em>Die Schicksalsseherin<\/em>. Darin versiegt in der Welt der Kobolde die Gl\u00fccksproduktion, aber dieses Gl\u00fcck ist immens wichtig, denn die Kobolde bringen es in die anderen Welten, um damit das Leben lebenswert zu machen und auch Leben zu retten. Die Kobolde sind in Aufruhr. Myriel glaubt, den Ursprung dieses Verderbens zu erkennen, und will handeln.<br \/>\nKobolde! Mit ihnen verbinde ich T\u00f6pfe voll Gold, die am Ende des Regenbogens ausgegraben werden k\u00f6nnen, und Schabernack. Ihnen ist das Gl\u00fcck hold. Da ist es naheliegend, dass sie das Gl\u00fcck im Universum verteilen und eine eigene Welt bev\u00f6lkern. Ich finde die Idee toll. Der Gedanke, dass es verschiedene Abteilungen gibt, die sich um Kriege, Gl\u00fccksspiel, eine gl\u00fcckliche Zukunft uvm. k\u00fcmmern, hat was. So zog mich dieses Buch in die Koboldwelt, wo die Kobolde in B\u00e4umen leben, ein Mammutbaum das Zentrum ihrer Macht und zugleich wichtiger Treffpunkt f\u00fcr Versammlungen ist und viele verschiedene Blumen Aufgaben erf\u00fcllen, sei es als Lichtquelle, Aufzug, Kleid oder Lautsprecher etc. Die Kobolde besitzen besondere F\u00e4higkeiten wie z. B. das Lenken anderer Lebewesen wie an Marionettenf\u00e4den, das Sehen der Zukunft oder das Beeinflussen der Gef\u00fchle eines Anderen. Ach, es gibt einfach furchtbar viel in der Koboldwelt zu entdecken!<br \/>\nIn dieser Geschichte sind Myriel und Seith die wichtigsten Figuren. Die Kapitel erz\u00e4hlen abwechselnd aus ihren Perspektiven. Sie geh\u00f6ren zwei verfeindeten Familien an und w\u00fcssten diese, dass die Beiden sich m\u00f6gen und heimlich treffen, g\u00e4be es m\u00e4chtigen \u00c4rger, zumal Beide ungl\u00fccklich mit anderen Kobolden verlobt sind. Aber sie geh\u00f6ren eben auch zwei sehr m\u00e4chtigen Familien an, sodass sie sich in ihre Rollen widerwillig f\u00fcgen wollen. Ich mag die Beiden. Obwohl von ihnen einiges erwartet wird, stellen sie sich dagegen, schauen \u00fcber ihren Tellerrand hinaus und sind bereit, Opfer zu bringen.<br \/>\nInsgesamt ist die Geschichte sehr toll erz\u00e4hlt. Ich hatte anfangs leichte Schwierigkeiten, in die Geschichte einzutauchen, aber das liegt vermutlich daran, dass ich die Kobolde unserer Erde zuordne und mich schwertat, zu verstehen, dass sie einen eigenen Planeten haben, auf dem sie zuhause sind. Das ist aber eigentlich nebens\u00e4chlich und diese Schwierigkeit verblasste schnell, weil die Geschichte so mitrei\u00dfend ist. Sp\u00e4testens nach 2\/3 der Geschichte war es sowieso um mich geschehen, weil dann die Spannung merklich anzog. Es wurde richtig ernst. Ich wusste, wer welche Ziele verfolgt und wie er zu den anderen Kobolden steht, und was das f\u00fcr Konsequenzen haben muss. Entsprechend schnell hatte ich die letzten hundert Seiten verschlungen.<br \/>\nMir hat es in der Koboldwelt unheimlich gut gefallen und das Ende hat mich f\u00fcr die anf\u00e4ngliche kleine Orientierungsschwierigkeit mehr als entsch\u00e4digt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als letzten Roman im Januar las ich von Sophia Farago <em>Schneegest\u00f6ber<\/em>. Es spielt in England, 19. Jahrhundert. Die M\u00e4dchen Kitty und Mary Ann leben auf einer M\u00e4dchenschule f\u00fcr h\u00f6here T\u00f6chter. Mary Ann wird bald 21 und h\u00e4tte l\u00e4ngst ihr Debut geben m\u00fcssen, doch ihr Bruder und Vormund verl\u00e4ngert lieber den Vertrag mit der Schule um weitere vier Jahre. Kitty wird bald 18, aber durch ihr spanisches Temperament hat sie es schwer, sich in die englischen Sitten zu ordnen. Noch bevor sie, wie von ihrer Tante versprochen, zu ihrem 18. Geburtstag abgeholt werden kann, um ihr Debut zu geben, fliegt sie von der Schule. Da sie Mary Ann dort nicht alleine versauern lassen will, nimmt sie sie mit auf ihre Reise zu ihrem zweiten Vormund, Onkel St. James. Doch dieser denkt nicht daran, seine Nichte zu empfangen, und die M\u00e4dchen haben auf ihrer Reise ihr letztes Geld ausgeben m\u00fcssen &#8230;<br \/>\nDas Buch ist von 1996. Es ist also noch in der alten Rechtschreibung verfasst und auch die modernen Stilmittel, die ich als Autorin kenne, suchte ich vergebens &#8211; was nicht hei\u00dfen soll, dass ich den Roman deshalb schlecht oder altbacken fand. Im Gegenteil, ich fand diesen \u00e4lteren Schreibstil erfrischend ehrlich, weil mir nicht \u00fcber eine halbe Seite erkl\u00e4rt wurde, wie sich die Verliebtheit der M\u00e4dchen anf\u00fchlt, sondern weil einfach da stand, dass sie verliebt sind. Punkt. So einfach kann es sein.<br \/>\nTrotzdem fand ich die Figuren gut gezeichnet. Die Geistlichen hatten ihre religi\u00f6sen Ansichten bzw. sogar Marotten, die M\u00e4dchen waren nicht zu gegens\u00e4tzlich, sich aber auch nicht zu \u00e4hnlich, sodass ich sie gut unterscheiden konnte, und auch die M\u00e4nner ihrer Herzen und Nebenfiguren hatten ihren Charme. Sch\u00f6n fand ich, wie sich alles zusammenf\u00fcgte, dass die Menschen sich um ein oder zwei Ecken kannten und die Herzensw\u00fcnsche des Einen sich auf die Anderen auswirkten. Ich muss aufpassen, nicht zu viel zu verraten. Daher bleibe ich kryptisch.<br \/>\nDie Geschichte an sich fand ich sehr spannend und nach den vielen Fantasyromanen der letzten Zeit auch entspannend, weil das 19. Jahrhundert jetzt nicht so viel Fantasie von mir verlangte. Sie ist herrlich normal, trotz ihrer Verstrickungen und Romantik. Ich habe diesen Roman verschlungen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der erste Monat des Jahres ist vorbei und trotz viel Arbeit konnte ich viel lesen. Ich kann ein paar tolle B\u00fccher vorstellen. 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