Leserückblick „The S-Files: Die Succubus Akten“

So schnell habe ich schon lange keine Anthologie mehr ausgelesen. Dabei ist diese echt ein Schwergewicht. Ich habe mich aber auch tierisch gefreut, als ich mein Autorenexemplar vom Verlag erhielt, und war sehr gespannt, was meine Kollegen aus der Vorgabe gezaubert hatten. Als ich überlegte, worüber ich schreiben könnte, war ich nämlich leicht verzweifelt. Was sollte ich über einen Sexdämon schreiben, ohne das Offensichtlichste zu thematisieren – Sex? Wäre schließlich ziemlich langweilig, wenn es in allen Geschichten nur um das Eine ginge.

Ich wurde sehr positiv überrascht. Natürlich kamen die wenigsten ganz ohne Sex aus. Das Thema hatte ich auch nicht ganz umschiffen können, obwohl es bei mir nur Mittel zum Zweck war. Aber die Anthologie rutschte dabei nicht in die erotische Sparte ab, sondern blieb auf einem seriösen und dennoch unterhaltsamen Niveau.

Generell kommen mir die Geschichten abwechslungsreicher vor als in den vorangegangenen Files. Da beobachte ich seit The U-Files: Die Einhorn Akten eine stetige Steigerung der Qualität. Das finde ich echt super, sorgt allerdings auch dafür, dass ich echt keine Ahnung habe, welche der Geschichten mein Liebling ist. Ein echtes Luxusproblem! 😅

Ich fühlte mich mit dem Thema, das mir anfänglich solche Bauchschmerzen bereitete, letztlich als Leserin sehr wohl. Wo ich Anthologien normalerweise mit Pralinenmischungen vergleiche, bei denen immer eine Sorte dabei ist, die man nicht mag, ist diese hier einfach mit einer Packung Mon Chéri gleichzusetzen. Für mich die edelste Praline, die ich kenne.

Der Skoutz-Award geht in die letzte Runde!

Die Drachen haben es auf die Shortlist geschafft! Wahnsinn! Allein das ist schon ein Erfolg. Aber noch steht der Sieger nicht fest. Im Oktober geht es noch einmal an die „Wahlurne“. Wenigstens müssen wir hier nicht zwischen Pest und Cholera wählen. Ein Buch kann kein ganzes Volk enttäuschen. Also haltet euch bereit. In der Woche, während der auch die Frankfurter Buchmesse stattfindet, also theoretisch vom 18. bis 24. Oktober, geht es zum letzten Wahldurchgang. Dürfen unsere Drachen sich freudig in die Lüfte erheben oder werden sie mit geknickten Hälsen und hängenden Schwingen am Boden bleiben? Bald steht es fest!

Schreibupdate – NaNoWriMo, die 6.

Viel Arbeitszeit ist letzte Woche schon wieder nicht zusammengekommen. Ich habe „nur“ eine Stunde und fünfzehn Minuten für mein Tarotkartenprojekt recherchiert. So langsam bekomme ich eine Ahnung vom Leben im Mittelalter. Ich bin wirklich froh, über diese Mittelalterwiki-Seite gestolpert zu sein. Allerdings ist Recherche auch nicht immer das Richtige für mich. Dabei muss ich mich konzentrieren können.

Aber es geht voran und am Wochenende hatte ich öfter Gelegenheit, ein paar Minuten über meine Geschichte nachzudenken. Mir ist zum Beispiel eine schöne Zwickmühle für eine Figur eingefallen. Ich werde mich gleich im Anschluss darum kümmern, die Details zu notieren, ehe ich sie doch noch vergesse. Das ist meine größte Angst, was total doof von mir ist. Ich müsste mir nur Papier und Stift nehmen und alles notieren, damit ich es irgendwann, wenn ich Zeit und Gelegenheit habe, die Notizen auf den Laptop übertragen kann. Wirklich nicht schwer, aber an der Umsetzung hapert es noch bei mir.

Überraschungspaket

„Hast du was bei XV bestellt?“, rief heute mein Mann die Treppe hoch, als ich mich im Bad noch fertigmachte.

Der Name sagte mir nichts und ich hatte auch nichts bestellt.

Während ich noch zögerte und angestrengt nachdachte, folgte ein: „Ah, p.machinery Verlag.“

Ich jubilierte innerlich. „Das müsste Die Residenz sein!“

„Ach ja, die steht ja noch aus.“ Sogar mein Mann kann mit meinen Arbeitstiteln etwas anfangen.

Lange zehn Minuten später, nachdem ich meine Tiere und Blumen versorgt hatte, riss ich den Kartonumschlag auf und traute meinen Augen nicht. Ein Hardcover! Und was für eines. Mensch, das sieht echt edel aus. Mir fiel sofort das rote Lesebändchen in der Mitte auf. Aufgeregt schlug ich die Übersicht auf und las mir die Namen meiner Kollegen durch. Irgendwie war mir während des Entstehungsprozesses nicht bewusst gewesen, mit welch hochkarätigen Autorinnen und Autoren ich arbeitete. Da steckte ich eben zu tief in meiner Geschichte. Ich staunte nicht schlecht, als ich Vincent Voss, Anja Bagus und noch ein paar mir gut bekannte Namen las. Ich blätterte weiter zu meiner Geschichte, bestaunte die Bilder.

Dieses Buch ist wirklich ein Schmuckstück und ich bin sehr gespannt darauf. Ich weiß schon, was ich als nächstes lesen werde.

Schreibupdate – NaNoWriMo, die 5.

Huch, bin ich letzte Woche nur eine Stunde zum Arbeiten gekommen? Gefühlt war es mehr. Liegt vielleicht daran, dass ich ständig darüber nachdenke. Wenn ich etwas sehe, das ich in meinen NaNo-Roman einfügen will, notiere ich es schnell. Da schreibe ich mir die zwei Minuten nicht extra auf. Wobei ich am Wochenende mit meinem Mann über eine Figur gesprochen habe. Diese Figur ist neidisch auf meine Hauptfigur – sagen jedenfalls die Karten. Sie erklärten nur nicht, wieso es so ist. Tja, jetzt weiß ich es, muss das aber noch aufschreiben.

Diese Woche will ich wieder mehr recherchieren und an meinen Figuren basteln, um ihnen ein Gesicht zu geben. Schließlich habe ich nicht mehr viel Zeit bis zum November und es gibt noch so viel zu entdecken.

Leserückblick „Wie man einen verdammt guten Roman schreibt 2“

Ich hatte vor ein paar Jahren den ersten Teil zu diesem Buch gelesen und war begeistert gewesen. Vieles war eine Offenbarung für mein noch unwissendes Autoren-Ich. Vermutlich habe ich mich wegen dem ersten Teil extrem gebessert, einfach weil ich verstanden hatte, dass das Schreiben ein Handwerk ist, das man lernen kann. Wegen dem Autor dieses Buchs habe ich anschließend viel gelernt.

In diesem Buch führt der Autor tiefer in die Materie des Schreibens hinein. Manches hat er im ersten Teil schon angesprochen. Scheinbar hatte er das Gefühl, dass er es jetzt besser erklären kann als damals. Wobei er sich bei ein paar Themen auch selbst widersprochen hat, weil er es mittlerweile anders sieht. Das betont er auch, um Verwirrung zu vermeiden, und begründet, wieso sich seine Sichtweise geändert hat. Ich finde es toll, dass jemand zu seiner Meinungsänderung steht. (Trotzdem finde ich, dass der erste Teil immer noch aktuell für Anfänger ist. Wenn man erst einmal die „Regeln“ kennt, fällt es leichter, es mit dem zweiten Teil etwas gelassener beim Schreiben anzugehen.)

So viel Neues fand ich in diesem Buch nicht mehr für mich. Ich lese aber auch regelmäßig Schreibratgeber. Da ist es nicht verwunderlich, wenn es irgendwann Überschneidungen gibt. Für mich ist es eine Möglichkeit, etwas, das ich schon gelesen, aber nicht verstanden habe, vielleicht jetzt zu verstehen. Dank diesem Buch habe ich z. B. endlich die Prämisse und ihren Sinn verstanden. Wobei ich auch sonst einfach für die Wiederholung dankbar bin, weil sie etwas fast vergessenes wieder in mein Gedächtnis zurückholt. Allein wegen dieser beiden Punkte lohnt sich dieses Buch für mich. Dass der Autor einen abwechslungsreichen und teilweise humorvollen Stil beweist, macht das Lernen umso angenehmer, und aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das Gelernte dann länger hängenbleibt.

Die Wahl beim Skoutz-Award geht weiter!

Seit Montag können die gesamte Skoutz-Jury und alle Lesebegeisterte ihre Favoriten für die Shortlist wählen! Beeil dich, denn es ist nur bis zum 19. September Zeit! Mit deiner Hilfe können unsere Drachen noch einmal richtig Auftrieb bekommen. Die würden sich doch wunderbar auf dem Siegertreppchen machen. 😉

Zur Erinnerung, wie es geht: Über diesen Link gelangst du direkt zu einer Übersicht der offiziellen Skoutz-Award-Homepage mit weiterführenden Links zu den Interwievs der Jury-Mitglieder. Zu den jeweiligen Kathegorien mit ihren Beiträgen, die weitergekommen sind, kannst du lesen, wieso das jeweilige Jury-Mitglied sich für speziell diese für die Midlist entschieden hat. Unter dieser Übersicht findest du das externe Google-Formular, über das du abstimmen kannst. Einfach anklicken, E-Mail-Adresse eingeben, auswählen, ob du über den weiteren Verlauf des Skoutz-Awards informiert werden willst, deine Favoriten anklicken und schließlich absenden. Das ist schnell fertig und du kannst ein paar Autoren damit sehr glücklich machen. 😉

Schreibupdate – NaNoWriMo, die 4.

Elf Stunden! Wahnsinn! Ich hatte letzte Woche nur an vier Tagen Zeit, aber da habe ich im Vergleich zu den letzten Monaten richtig rangeklotzt. Immerhin waren es fast drei Stunden pro Tag, die ich zum Planen und für die Recherche gearbeitet habe.

Mittlerweile weiß ich einiges über den Roman, den ich im November schreiben will. Das will ich natürlich mit dir teilen.

Titel: Das Geheimnis der Schlüsselblumen
Genre: High Fantasy und etwas Romantasy
Prämisse: Abkürzungen führen ins Verderben

Klappentext:
Nalin ist die Tochter von Bauern. Da ihr jedoch alles gelingt, das sie sich in den Kopf setzt, will sie auf dem Erntefest den Sohn ihres Lehensherrns für sich gewinnen und durch eine gemeinsame Hochzeit im Rang aufsteigen. Sie glaubt sich am Ziel, als bei ihr die begehrten magischen Fähigkeiten bemerkt werden. Doch mit der Magie verfolgt sie auch plötzlich das Pech und Nalin entscheidet, ihre Heimat zu verlassen.

Das ist alles noch nicht völlig in Stein gemeißelt, aber ich finde, dass es zum aktuellen Stand der Dinge schon richtig gut zusammenpasst.

Falls du dich fragst, was die Prämisse ist: Effektiv ist das eine Behauptung, die man als Autor zu seiner Geschichte erhebt und die man mit seiner Geschichte beweist. Wenn man seine Geschichte auf das Allernötigste zusammenstampft, bekommt man die Prämisse, die bei jeder Geschichte anders aussehen kann. Bei meinem Roman wird es jedenfalls Probleme geben, weil Nalin sich nicht an die vorgeschriebene Vorgehensweise halten will.

Habe ich schon erwähnt, dass ich wünschte, der November stünde schon vor der Tür? Knapp Mitte September, ich muss noch so lange warten, bis ich losschreiben kann!

Schreibupdate – NaNoWriMo, die 3.

Heute will ich dir zeigen, was meine Tarotkarten zu meiner Frage nach einer Idee für einen Roman sagten. Ich habe das keltische Kreuz gelegt, weil es das ausführlichste Legesystem ist, das ich kenne. Es deckt die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ab und weist auch auf Einflüsse hin. Hier mal ein Foto meines wunderschönen *hust* Fußbodens im Büro, auf dem ich wegen dem vielen Platz die Karten legte. Wichtiger sind natürlich die Karten. 😉

Sieht auf den ersten Blick merkwürdig und auch etwas unübersichtlich aus. Keine Sorge, es folgt die Übersetzung:

aktuelle Situation: Der Magier (umgekehrt)
Die Figur hat enorme Energie (materiell, emotional, intellektuell oder kreativ). Sie ist inspiriert, wird aber den falschen, missbräuchlichen Weg gehen. Vielleicht hat sie Details übersehen oder war zu ehrgeizig.

Einflussfaktoren: Ritter der Münzen (umgekehrt)
Die Figur schiebt eine Entscheidung oder Tag vor sich her oder fühlt sich festgefahren. Sie versteht die Leute nicht und sie droht, alles zu verlieren.

Wünsche der Figur: Königin der Kelche (aufrecht)
Die Figur wünscht sich ein glückliches und zufriedenes Leben / eine reife Frau an ihrer Seite, die verträumt wirkt / Hilfe von Freunden / Mitarbeit an einer guten Sache / Glück durch Ehrlichkeit.

mögliche Entwicklung: 10 der Münzen (aufrecht)
Die Figur kommt mit der Familie/Freunden/Familie des/der Liebsten gut zurecht. Sie hat Geld und die Welt ist in Ordnung. Vielleicht wird sie für etwas vorgeschlagen. Sie sollte in ihre Zukunft (Geld, Freunde, Familie) investieren.

Vergangenheit: Der Narr (aufrecht)
Die Figur schert sich nicht darum, was andere über sie denken. Sie hat in ihren vergangenen Leben schon alles gesehen und erlebt. Deshalb weiß sie, dass nichts wichtig ist. Man verkennt sie gerne als Dummkopf oder Spaßmacher oder der nichts ernst ist. Aber es ist ihre Aufgabe, den Menschen zu zeigen, dass die Dinge zwei Seiten haben und oft weniger ernst sich, als sie wirken. Die Figur ist frei im Geist. Sie geht auf alles zu und handelt unkonventionell. Je lockerer sie die Dinge angeht, umso erfolgreicher ist sie.

Zukunft: 6 Stäbe (umgekehrt)
Jemand verbreitet Lügen oder Infos über die Figur, die ihr schaden. Etwas verzögert sich, das dringend ist. Die Figur kann den Menschen nicht trauen.

Situation: 8 Schwerter (umgekehrt)
Der Figur sind die Hände gebunden. Sie kann nicht tun oder sagen, was sie will. Die Menschen handeln unzuverlässig und hemmen die Figur.

Einflüsse auf die Figur und den Ausgang der Situation: König der Münzen (umgekehrt)
Ein Mann ist unzuverlässig und unaufrichtig. Die Figur soll engstirnige Menschen meiden und sich nicht in den Mittelpunkt stellen.

mögliche Lösung für Probleme, die aus der Situation entstehen: Page der Stäbe (umgekehrt)
Die Figur muss gründlich über ihre Lebensweise nachdenken. Sie kann mit niemandem reden und es geschehen Dinge, mit denen sie nicht rechnete.

Lösung: Die Sonne (umgekehrt)
Eine Beziehung endet / die Figur ist schwach oder kraftlos / etwas kann nicht beendet werden und sie fühlt sich schuldig / letztlich wird sicher alles gut.

Daraus kann man echt viel machen. Meine erste Idee hätte zu einem Krimi geführt, aber ich habe keine Ahnung, wie man einen guten Krimi schreibt, mal ganz davon abgesehen, dass der mich nicht gereizt hätte. Meine zweite Idee wäre ein Familiendrama geworden. Schon besser, weil ich die etwas lieber lese als Krimis, aber von denen habe ich auch keine Ahnung. Ich musste meine Gehirnwindungen beim Überfliegen der Kartenbedeutungen echt daran erinnern, dass „wir“ eine Fantasyautorin sind, folglich also Fantasy schreiben. Es hat geholfen und ich bin mit der Idee sehr zufrieden. Was herausgekommen ist, das werde ich nach und nach hier verraten.

Bis dahin lasse ich dir hier noch ein Bild, in dem du die Karten, die für meine Geschichte herausgekommen sind, aufrecht und ohne Überdeckungen bewundern kannst. 😉

Leserückblick „Das Lächeln des Killers“

Hier folgt mein Rückblick zum zweiten Buch der Eve Dallas Reihe, den ich geschenkt bekam. Es handelt sich dabei tatsächlich um den 13. Teil, spielt also spürbar später als der 7. Teil, den ich kürzlich hier vorstellte.

Darin geht es um Frauen, die nach allen Regeln der Kunst verführt werden – Rosenblätter auf dem Bett, ein guter Wein oder Champagner, sanfte Musik -, nur um anschließend tot aufgefunden zu werden. Im Blut finden sich Drogen, die sie für den Sex mit ihrem Mörder willig machte …

Da ich ein paar Teile gezwungenermaßen übersprungen habe, weil sie mir fehlten, konnte ich sehen, wie viel sich zwischen den Figuren entwickelt hat. Da ist eine Beziehung, die im 7. Band erst entstand, vermutlich im 12. Band in die Brüche gegangen, denn die Wunde zwischen den Beteiligten wirkt noch frisch. Aus Autorensicht eine schöne Entwicklung. Sonst wäre alles statisch wie in den alten Krimis, bei denen der Ermittler einfach den Fall löst und man sonst nichts über ihn und sein Privatleben erfährt. Durch dieses Detail bekam die Reihe in meinen Augen gleich eine viel schönere Dynamik.

Die Mordfälle an sich sind grotesk, wenn man erst weiß, wer dahintersteckt. In diesem Fall erfährt man es als Leser ziemlich früh, weil die Autorin sich dafür entschieden hat, ihre Leser den Mörder begleiten zu lassen. Dadurch ist man der Ermittlerin um einen guten Schritt voraus, muss sich aber auch mit den teilweise kranken Gedanken des Mörders herumschlagen. Nichts für schwache Nerven, wobei die wenigsten Menschen dann nach einem Krimi greifen.

Dieser Roman ist noch dicker als der letzte aus der Reihe. Trotzdem war ich erstaunlich schnell am Ende angelangt. Es wird an der Herangehensweise der Autorin liegen. Ich konnte vor Ungeduld, wann der Mörder endlich von der Ermittlerin enttarnt und verhaftet wird, einfach nicht mit dem Lesen aufhören. Ich wollte ihn hinter Gittern wissen. Der Kniff, den sie benutzt hat, hat also wunderbar bei mir funktioniert.