Leserückblick: „Feuerkuss und Flammenseele“ von Eileen Raven Scott

Ich hatte erneut Losglück auf LovelyBooks, sodass ich von meiner Kollegin Eileen Raven Scott ihr Buch Feuerkuss und Flammenseele lesen konnte. Darin sind zwei Geschichten enthalten – Feuerküsse und Flammenseele.

Feuerküsse ist eher eine Kurzgeschichte oder eine Novelle, in der es um die Liebe zwischen Aruni, einer Feuerdämonin, und dem Wasserelfen Ilvio geht. Die beiden haben es nicht leicht, da die Dämonen stur der Meinung sind, dass Dämonen sich nicht mit anderen Wesen mischen dürfen.

Ich mag die Figuren. Aruni und Ilvio sind so sehr ineinander verliebt, dass ich Wasserdampf in Herzform vor Augen hatte. Arunis Bruder Lierd spielt dagegen den Antagonisten, was ihm sehr leicht fällt. Er überzeugt in der Rolle wunderbar, was vermutlich an seiner dämonischen Natur liegt. Arunis Katze Ash sorgt für einen schönen Überraschungsmoment. Ich liebe Katzen sowieso, sodass Ash einen besonderen Platz in meinem Herzen gefunden hat.

Die Geschichte wird rasant erzählt. Da merkt man den Kurzgeschichtencharakter, obwohl sie immerhin gute hundert Seiten lang ist. Ich jagte beim Lesen regelrecht über die Wörter. Obwohl es eher eine Liebesgeschichte ist, ist sie unheimlich spannend. Das Ende hat mir besonders gut gefallen, weil der Zwist auf unerwartete Weise gelöst wurde. Eine herrliche Abwechslung zum sonstigen Köpfe einschlagen mit einer wunderschönen Botschaft.

Feuerküsse ist die Vorgeschichte zu Flammenseele. Prinzipiell kann man Flammenseele auch ohne Feuerküsse lesen, aber ich finde es praktisch, dass man in dem Buch beide Geschichten zusammen bekommt.

In Flammenseele steht die Liebe zwischen Ash und Lierd im Fokus, die aus unterschiedlichen Gründen nicht sein darf. Deshalb verlässt Ash ihr Zuhause und Lierd, nur um in die Fänge eines ziemlich miesen Gestaltwandlers zu geraten, vor dem sie einst geflüchtet ist. Muss ich erwähnen, dass dieser Gestaltwandler ihre damalige Flucht unlustig fand?

Diese Geschichte ist als Roman konzipiert. Entsprechend entwickeln sich die Charaktere und die Geschichte langsamer. Nach der rasanten Vorgeschichte konnte ich hier erst einmal zu Atem kommen. Lange blieb das nicht so. Dann verfolgte ich atemlos, was Ash und Lierd zustößt. Ihr Gegenspieler ist aber auch wirklich unbesiegbar.

Nachdem ich in letzter Zeit leider viel zu wenig lese und dann auch nur langsam, habe ich das letzte Drittel des Bands in einem Rutsch gelesen. Ich wollte endlich wissen, wie die Geschichte endet. Es hat mir sehr gut gefallen, dass es auch hier eine überraschende Auflösung des Konflikts gibt. Das passt zum ersten Band.

Ich bin froh, bei der Leserunde mitgemacht zu haben. Eileen Raven Scott hat da zwei wirklich schöne Geschichten geschrieben, die ich gerne weiterempfehle – auch an Menschen, die im ersten Moment wenig mit Gestaltwandlern und Dämonen anfangen können.

Schreibupdate – 26.02.2021

Gestern habe ich meine 100% für den Monat erreicht! Eigentlich hatte ich vor, wieder mit ein paar Prozenten mehr den Februar abzuschließen. Dummerweise spielt mein Kopf nicht mit, weil ich im Hintergrund gerade Dinge erlebe, die mich belasten.

Entsprechend habe ich gestern nur eine Stunde am Drachenroman überarbeitet und dann aufgegeben. Dadurch komme ich immerhin auf 4,5 Stunden Überarbeitung.

Am Weihnachtsroman habe ich gestern nicht geschrieben, sodass ich nur 1.583 neue Wörter geschafft habe.

Und auch Morpheus habe ich gestern völlig vernachlässigt und komme nur auf gute zwei Stunden Planung für diese Woche.

Da ich am Dienstag die Fenster geputzt hatte, was ein ziemlich zeitraubendes Unterfangen bei unseren vielen Fenstern ist, habe ich an dem Tag auch nicht gearbeitet. Ich habe mir den freien Restnachmittag gegönnt. Deshalb sind die Zahlen für diese Woche nicht sonderlich berauschend. Trotzdem habe ich einiges geschafft. Darüber bin ich froh, weil ich mir deshalb nicht noch ein schlechtes Gewissen zur Belastung machen muss.

Ich denke, ich werde den heutigen Nachmittag bewusst für etwas nutzen, das mir guttut. Vielleicht kann ich mich damit aus meinem Tief herausziehen und am Montag durchstarten. Das dürfte mir mehr bringen, als wenn ich mich heute noch zu etwas zwinge.

Hexenmeister Jakob Wolff – Die Teufelshand – Rezensionen Teil 5

Es folgt der fünfte Teil der Artikelserie mit Rezensionen zu meinem ersten Buch. Falls du noch unsicher bist, ob mein Buch deinen Geschmack trifft, helfen dir vielleicht diese Rezensionen bei der Entscheidung.

Tagtraumtaenzerin hat es auch gut gefallen. Sie gab der Rezension vier von fünf Sternen mit.

„Die Teufelshand“ von Verena Jung reiht sich in die Abenteuerreihe von Jakob Wolff ein.

Dieses Mal begleiten wir Jakob dabei, weil er versucht den Fluch zu bekämpfen oder gar zu umgeben. Dass er dabei den Papst treffen wird, hat er zum Anfang des Abenteuers vermutlich nicht einmal erahnen können. Ob es ihm gelingt den Fluch zu brechen oder ob er sich ihm unterwerfen muss um zu überleben, werdet ihr erfahren, wenn ihr das Buch selber lest.

Meine Meinung:

Ich bin ein bisschen zwiegespalten wie ich dieses Buch einschätzen soll. Da ich die ganze Reihe nicht kenne, weiß ich nicht, ob die Autorin genau den Stil der Reihe trifft. Jedoch fällt auf, dass die Autorin viel Geschichte auf wenig Seiten erzählt hat, was eine Vorlage bildete.

Sehr gut fand ich, dass am Anfang ein „Was bisher geschah“ auftaucht, sodass man sich auch als Nichtkenner der Reihe gut in die Geschichte einfinden kann. Auch die kurzen Kapitel sind sehr freundlich für die arbeitende Bevölkerung.

Aufgrund der knappen Anzahl an Seiten werden einige Charaktere jedoch nicht sehr ausführlich vom Charakter vorgestellt. So ging Lilo meiner Meinung nach etwas unter. Die Autorin hat es jedoch geschafft mich mit ihrer Geschichte vom Papst Pius VI. vollkommen in den Bann zu ziehen.

Ich werde auf jeden Fall darüber nachdenken die ganze Reihe nochmal nachzulesen um noch besser in die Geschichte reinzukommen.

Wer sich gern eine ausführliche Beschreibung der Umgebung wünscht, wird diese in diesem Buch auch nicht erhalten. Dadurch glänzt es umso mehr durch viel Story auf wenig Seiten.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht auch immer wieder die Gewissensfrage, ob ein Opfer für ein weiteres Lebensjahr von Jakob gerechtfertigt ist und wie er dies mit seinem Gewissen vereinbaren kann.

Ein wenig unbefriedigend fand ich nur das Ende, da es doch sehr offen ist und sehr dazu verleitet sich auch das nächste Buch zu kaufen um die Geschichte von Jakob weiterhin zu verfolgen. Ich habe einfach noch so viele offene Fragen am Ende gehabt!

Ich liebe ja offene Enden. Sie verleiten dazu, sich sein Ende nach dem eigenen Geschmack zusammenzureimen. In diesem Fall war ich „gemein“. Ich kann der Geschichte natürlich kein echtes Ende verleihen, da sie zu einer Reihe gehört und das nächste Buch sie weitererzählen wird. Aber es gibt quasi ein zweites Ende, in dem die Schicksale von drei Nebenfiguren in den Fokus gerückt werden. Da Jakobs Geschichte in meinem Buch erst einmal zu Ende ist, kann ich aber nicht mit der Geschichte dieser Nebenfiguren weitermachen. Wer Michael Ende kennt, wird mit dem Satz „Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein anderers Mal erzählt werden“ etwas anfangen können. Bei diesen Nebenfiguren darf man also seine eigene Fantasie spielen lassen. Hier finde ich es völlig legitim. Die wichtigsten Fragen sind beantwortet bzw. finden ihre Antwort in den folgenden Büchern. Andere Fragen dürfen ruhig offen bleiben. Immerhin geht das Leben über meine Geschichte hinaus weiter.

Mich reizte dieses doppelte Ende unheimlich und es fühlt sich richtig an. Die meisten Leser werden mich erst einmal hassen oder das Ende mit gemischten Gefühlen betrachten wie Tagtraumtaenzerin. So oder so bleibt die Geschichte im Gedächtnis. Das macht gute Geschichten doch aus, oder?

Zitat der Woche (KW 8/2021)

Schon im 13. Jahrhundert wusste man es. Trotzdem entscheiden sich auch heute noch jeden Tag Menschen, dieses Wissen zu ignorieren. Manche tun es auch aus Unwissenheit. Das Ergebnis bleibt dasselbe. Andere Menschen leiden für den Erfolg des Einzelnen.

Vor ungefähr zehn Jahren hatte ich einen Traum. Ich war neidisch auf meinen Kollegen, der als rechte Hand unseres Chefs in Vertretung bestimmte Dinge entscheiden und dafür unterschreiben durfte. Das wollte ich auch haben. Ich wollte meinem Kollegen nicht diesen Status abnehmen. Ich gönnte es ihm, dass unser Chef ihm dieses Vertrauen entgegenbrachte. Aber ich war jung und ich wollte eines Tages einen ähnlichen Status in einem Unternehmen inne haben. Als ich wenige Jahre später für ein anderes Unternehmen arbeitete, in dem es viele kleine Teams mit je einem Teamleiter und einem Stellvertreter gab, hoffte ich auf eine Chance. Hey, ich habe ein kaufmännisches Fachabitur und eine kaufmännische Ausbildung. Ich war keine Quereinsteigerin. Wieso sollte ich das nicht können? Die Antwort ist einfach: Weil ich nicht über Leichen gehen will, um Erfolge zu erreichen. Was ich erreiche, habe ich entweder selbst oder in einer Gruppe erarbeitet. Ich heimse keine fremden Lorbeeren ein und ich lasse dabei niemanden auf der Strecke dorthin zurück. Ich finde Möglichkeiten, die Fähigkeiten eines jeden Einzelnen so einzusetzen, dass derjenige sich wohlfühlt und zugleich für die Sache einen Beitrag leistet. Das zeigte mir ein anderes Unternehmen, in dem ich später ein Praktikum absolvierte – eine Behindertenwerkstatt. Ich durfte mit drei jungen Frauen Probierbeutelchen in einen Werbeflyer kleben, der so gefaltet wurde, dass er wie ein Buch wirkte. Er hatte also einen vielleicht drei Millimeter breiten Buchrücken. Mir fiel nach wenigen Stunden auf, dass zwei dieser Frauen sich schwer taten und deshalb langsamer voran kamen. Die eine brauchte länger beim Falten, die andere beim geraden Einkleben der Probierbeutelchen. Was lag da näher, als die beiden zu erlösen und für sie eine eigene Produktionskette einzuführen? Die eine faltete, die andere klebte – beide waren erleichtert und zugleich konnten wir eine Stückzahl erreichen, mit der unsere Teamleiterin zufrieden war. Zur Erklärung muss ich sagen, dass es auch in Behindertenwerkstätten oft auf Stückzahlen ankommt. Die Teamleiterin war zufrieden mit meiner eigenmächtigen Entscheidung und ich merkte, dass es mir durchaus liegen kann, ein Team anzuführen – zu meinen Bedingungen.

Aber die Welt ist anders. Da sind Manager, die ihre Untergebenen ohne mit der Wimper zu zucken für ihre eigenen Fehler rauswerfen. Unternehmer, die ihre Angestellten unter Druck setzen, noch mehr zu leisten, als gesund für sie ist. Kollegen, die ihre Arbeit auf andere abwälzen, weil sie keine Lust haben, und ihren Chefs so lange damit in den Ohren liegen, dass sie völlig überarbeitet wären, bis sie es selbst glauben. Leute reden schlecht über die Konkurrenz und verbreiten womöglich sogar Lügen, nur um daraus einen Vorteil zu erlangen. Das ist doch furchtbar. Haben wir das wirklich nötig?

Ein großer Teil der Phantastikszene zeigt, dass es anders gehen kann. Da wird auf Facebook dazu aufgerufen, sich zu verlinken. Anthologieautoren organisieren eine gemeinsame Lesung und feiern anschließend ihren Erfolg. Autoren, die ihren Weg schon so weit gegangen sind, dass sie ungefähr wissen, wie die Autorenwelt funktioniert, nehmen Neulinge an die Hand und stehen bei Fragen zur Verfügung, geben Ratschläge oder prüfen die Texte. Manche gründen sogar ein Forum, um mehr Autoren eine Plattform zu geben.

Diese Menschen haben begriffen, dass man sich nichts gegenseitig nehmen muss. Man kann zusammenarbeiten und wird denselben oder sogar einen größeren Erfolg haben als alleine. Wem das nicht liegt, kann immer noch sein eigenes Süppchen kochen, aber er muss dafür nicht auf alles schießen, das sich außerhalb seiner Blase bewegt. Das ist mein Traum für die Welt.

Schreibupdate – 19.02.2021

Ich weiß gar nicht, womit ich das verdient habe. Trotzdem freue ich mich darüber, dass es aktuell so gut läuft.

Am Drachenroman habe ich in der vergangenen Woche fast fünf Stunden überarbeitet. Wahnsinn! Von aktuell 388 sind 315 Seiten „fertig“. Nur noch 73 Seiten! Es juckt mir jetzt in den Fingern, einen Überarbeitungsspurt zu starten, um diese wenigen Seiten ganz schnell abzuarbeiten. Da muss ich mich wirklich bremsen. Es bringt nichts, wenn ich beim Überarbeiten über die Seiten fliege und dabei nicht mehr richtig auf das achte, das ich eigentlich verbessern will.

Mein Weihnachtsroman ist wieder 2.545 Wörter länger und nimmt bereits 69 Seiten ein. Bald beginnt die eigentliche Geschichte. Ich hätte nicht gedacht, dass die Einführung so lange dauert. Vermutlich geht es ab Seite 100 richtig los, wenn alle Figuren endlich da sind. Die Geschichte verspricht, mich und irgendwann auch die Leser lange zu fesseln.

An Morpheus habe ich drei Stunden gearbeitet. Die paar Unklarheiten, von denen ich aufgrund meines roten Fadens schon wusste, sind gelöst. Im Moment versuche ich, die Handlungsstränge der bisher zehn Perspektiven so anzuordnen, dass sie zeitlich passen. Ach so. ZEHN PERSPEKTIVEN! So viele hatte ich noch nie. Ich bin noch unsicher, wie ich das alles aufteilen soll, aber es verspricht, spannend zu werden.

Insgesamt komme ich auf acht Stunden überarbeiten und planen und 2.545 geschriebene Wörter. Das ist echt eine Menge. In der Monatsübersicht bedeutet das, dass ich jetzt 75,5% meines Monatssolls erreicht habe. Da ich mit heute noch sechs Werktage zum Arbeiten habe und innerhalb von vierzehn Werktagen dreiviertel meines Solls erarbeiten konnte, sollte das letzte Viertel möglich sein.

Hexenmeister Jakob Wolff – Die Teufelshand – Rezensionen Teil 4

Ich bin schon beim vierten Teil der Artikelserie mit Rezensionen zu meinem ersten Buch. Wie die Zeit vergeht und doch habe ich noch einige vor mir! Falls du noch unsicher bist, ob mein Buch deinen Geschmack trifft, helfen dir vielleicht diese Rezensionen bei der Entscheidung.

Diese Rezension stammt von M_L-Ange:

Hexenmeister Jakob Wolff ist in Frankreich unterwegs, und wieder einmal kommt die Zeit, dass er ein Leben nehmen muss, um sein eigenes zu verlängern. So sehr er das hasst, kann er doch nicht entkommen. Diesmal versucht er sich etwas aus der Verantwortung zu stehlen: Ein Findungszauber soll ihm jemanden weisen, der den Tod verdient hat. Ob das so ein guter Plan ist, wenn hinter der Magie der Teufel selber steckt?

Das Buch ist flüssig zu lesen und auch in der elektronischen Version sauber produziert. Schade, dass ein paar grammatische Ungereimtheiten den Eindruck der ersten paar Seiten stören – sie sind keineswegs charakteristisch für den Rest. Die Figur des Hexenmeisters überzeugt im Großen und Ganzen, und wenn er sich in einer Szene als Mediziner ungeschickt anstellt, ist das halt sein Pech. Ohnehin ist Jakob eigentlich eine tragische Figur: Er ist sich seiner eigenen Unzulänglichkeiten durchaus bewusst, kann aber nicht dagegen an. Dieser spannende Zug seiner Persönlichkeit zieht sich durch das ganze Buch und tröstet über ein paar wenig überzeugende Nebenfiguren hinweg. Die historischen Details gefallen zumeist. Allerdings wirkt dieses Frankreich für die Zeit allzu friedlich, und der reichlich verfügbare Kaffee irritiert mich ein wenig.

Jakobs Freundin Lilo kommt in diesem Band erst spät ins Spiel. Wäre dies ein Film, könnte man sagen, die anderen Nebenrollen – vor allem das spätere Opfer – spielen sie an die Wand, denn ihre Persönlichkeit kommt nur bruchstückhaft zur Geltung. Das Opfer ist dagegen die wohl überzeugendste Person im ganzen Buch. Hier spricht eine gründliche Recherche aus jedem Satz, und man könnte sagen, dass diese Person der heimliche Star des Buchs ist. In gewisser Weise ist das Opfer auch als einziger… OK, keine Spoiler.

Mir hat Jakobs Seelenkonflikt gut gefallen. Er muss sich gleich mehreren der schwersten Fragen stellen, die es gibt. Seinem Meister ist er nicht gewachsen, das haben schon ganz andere versucht, aber immerhin verbucht Jakob doch einen Erfolg. Und noch ist seine Geschichte ja nicht zu Ende erzählt.

Fazit: Das Buch wird desto besser, je länger es dauert. Für Freunde des Genres auf jeden Fall eine Empfehlung.

Ich freue mich unheimlich, dass ihn das Opfer der Geschichte so stark überzeugte. Da steckte wirklich viel Arbeit drin, zumal diese Person tatsächlich existierte und ich ihr einen glaubhaften Charakter geben wollte. Es ist schwer, Charakterzüge in überlieferten Texten zu finden. Die meisten konzentrieren sich auf die Taten. Aber ich fand ein wenig über diese Person heraus, was ich auch einfließen ließ. Dafür nahm ich es auch gerne in Kauf, dass Lilo in meinem Buch nur eine Nebenrolle spielt. Da Jakob und Lilo häufig getrennte Wege gehen, fand ich es passend. Aber wenn der Leser gerne mehr von ihr gelesen hätte, ist das natürlich ein Kompliment an ihre Figur.

Mit diesem Leser hat die Leserunde richtig Spaß gemacht. Er dachte viel über Details nach, reflektierte die Handlungen und Gedanken und erkannte dadurch die Konflikte der Figuren deutlicher als manch anderer Teilnehmer der Leserunde. Für mich bedeutet das, dass mein Buch einer genaueren Kontrolle standhält, aber auch für Leseratten funktioniert, die sich nicht zu viel mit dem Gelesenen beschäftigen, sondern es beim Konsum genießen wollen.

Zitat der Woche (KW 7/2021)

Nach einem Jahr mit Corona, Einschränkungen, Zukunftsangst, Erkrankungen, Genesungen, Todesangst und Tod finde ich diesen Spruch sehr passend.

Ich habe Nachbarn, beide über 90 Jahre alt, die seit ein paar Jahren davon reden, dass die Wehwehchen mittlerweile überwiegen. Die Freunde sind fast alle tot und mittlerweile sind sie körperlich auch nicht mehr so fit, um mit den verbliebenen am Wochenende irgendwo hinzufahren, etwas zu entdecken und lecker zu essen. Vor Corona taten sie es noch, obwohl es ihnen sichtlich schwerfiel. Mit Corona ist diese Freizeitbeschäftigung gezwungenermaßen eingeschlafen. Sie hätten den Tod schon vor ein paar Jahren gerne begrüßt. Das haben sie mir erzählt und ich verstehe das gut.

Auch außerhalb unserer aktuellen Situation gibt es körperlich prinzipiell gesunde Menschen, die nicht mehr leben wollen, weil ihnen ihr Leben nicht gefällt. Ich verstehe, dass man mit einer psychischen Erkrankung das Leben als Last ansieht. Corona macht es nicht leichter, weil man die wenigen Kontakte, die man womöglich noch aufrechterhalten hat, weil sie guttun, nicht treffen darf.

Es gibt viele Gründe, weshalb man nicht mehr leben will, und viele Gründe, weshalb es sich doch zu leben lohnt. Ich will nicht sagen, dass Letztere ausreichen, um jedem, der unter der Last seines Lebens ächzt, neuen Mut zu machen. Das wäre vermessen. Ich wünschte nur, dass jeder den Lebensmut spüren könnte, den ich in mir tragen darf. Ich denke, dann würde die Welt für viele Menschen besser aussehen.

Aber in diesem Zusammenhang empfinde ich den Spruch als eine Erleichterung. Es wäre schön, wenn diejenigen, die leben wollen, nicht verfrüht aus dem Tod gerissen werden würden. Niemand sollte unsterblich sein, aber ein langes und erfülltes Leben sollte für jeden möglich sein. Diejenigen, die genug haben, weil ihr Leben wie bei meinen Nachbarn lang und erfüllend war, sollten ihre Pause bekommen dürfen. Denjenigen, die nicht mehr die Kraft haben, um das Leben zu stemmen, will ich keinen gnädigen Tod wünschen, auch wenn es für sie einer Erlösung gleichkäme. Ihnen wünsche ich, dass sie ihren Lebenswillen finden, um eines Tages alt und glücklich sterben zu dürfen.

Schreibupdate – 12.02.2021

Fortschritte! 🥳 Meine Motivation bleibt zuverlässig an meiner Seite und ich kann gar nicht sagen, wie froh ich darüber bin. Es fühlt sich so gut an, zuzusehen, wie die einzelnen Projekte wachsen!

Am Drachenroman habe ich in der vergangenen Woche fast vier Stunden überarbeitet. 290 der aktuell 385 Seiten sind bearbeitet. Ich habe unter 100 Seiten noch vor mir! Meine Testleserin ist aktuell auf Seite 178 und ihr gefällt die Geschichte. Ich konnte mir ihre Verbesserungsvorschläge natürlich noch nicht anschauen. Die hebe ich mir für die zweite Runde auf, bevor ich das Manuskript an eine weitere Testleserin geben möchte, die sozusagen die finale Kontrolle übernehmen soll. Im Moment hege ich die Hoffnung, dass ich den Roman im Sommer an die Verlage schicken kann. Das fühlt sich so surreal und zugleich nach Party an. 🤪

Mein Weihnachtsroman wächst stetig – in den letzten sieben Tagen um 2.596 Wörter. Er umfasst auch schon über 16.500 Wörter und ist 60 Seiten lang. Wenn das so weitergeht, wird das ein ähnlich dicker Wälzer wie mein Drachenroman. Aber ich genieße es aktuell, wie sich die Geschichte beim Schreiben langsam entfaltet und welche Tücken sie meiner Protagonistin vor die Füße legt. Wer sagt, dass ein Weihnachtsroman kurz sein muss? Ist es nicht schöner, als Leser unsere Welt mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten, eine vollkommen fremde Kultur kennenzulernen, zu lachen und dann mitzufiebern? Dazu braucht es Zeit und ich schätze, dass mein Roman seinen zukünftigen Lesern diese lässt.

Morpheus nimmt auch Gestalt an, wenn auch relativ langsam, da ich das Planen hinter die Überarbeitung und das Schreiben anstelle. So habe ich fast 2,5 Stunden daran gearbeitet, Firmen „gegründet“ und Figuren erschaffen. Alles noch sehr grob und nur so weit, wie ich es bisher für die Erstellung meines roten Fadens brauche, aber dabei habe ich doch viele Personen „kennengelernt“. Auf eine Figur freue ich mich schon sehr. Ob ich ihr eine Stimme im Roman geben werde? Schön wäre es! Sie ist eine gelangweilte Unternehmerstochter mit einem grausamen und vergnügungssüchtigen Charakter. Was sie anstellt? Psst, das ist noch geheim, aber ich freue mich auf den Moment, wenn ich das Geheimnis mit dir teilen kann.  🤫

Damit liegen die ersten elf Tage des Monats schon hinter uns. Die Statistik sagt, dass ich bereits 43% meines Monatssolls erfüllt habe. Na, wenn nichts schiefgeht, müsste ich mein Soll doch schaffen. 🙃

Hexenmeister Jakob Wolff – Die Teufelshand – Rezensionen Teil 3

Heute komme ich zum dritten Teil der Artikelserie mit Rezensionen zu meinem ersten Buch. Falls du noch unsicher bist, ob mein Buch deinen Geschmack trifft, helfen dir vielleicht diese Rezensionen bei der Entscheidung.

Hach ja, wer liest nicht gerne eine fünf Sterne Rezension für sein Buch? Ich bin stolz, dass mein Buch Gabriele Marina Jabs überzeugen konnte und ihr eine spannende Lesezeit bereitete.

Jakob Wolff ist ein Hexer und lebt zu der Zeit in der das Buch spielt bereits seit 300 Jahren – belegt mit einem Fluch, der ihn zwingt jährlich einem anderen Menschen das Leben zu nehmen.

Napoleon verfolgt seine Ziele mithilfe seiner Soldaten und die Menschen der Zeit stehen der Magie sehr kritisch gegenüber. Hexer agieren im Geheimen und erkennen sich gegenseitig, was mitunter zu Schwierigkeiten führt. Jakob wendet einen Zauber an, der ihn diesmal nicht zu einem Mörder führt, der den Tod verdient, sondern zu einem Menschen, der ihm ans Herz wächst.

Die Autorin hat die Zwiespälte, in die Jakob Wolff gerät sehr anschaulich dargestellt und die gesamten Hintergründe äußerst gründlich recherchiert. Im ganzen Buch merkt man, dass dieses Thema Verena Jung wirklich am Herzen liegt und sie alle handelnden Personen mit viel Liebe zum Detail beschreibt.

Der Leser denkt automatisch mit und sucht nach Lösungen für Jakobs Probleme. Das hat mir sehr gut gefallen.

Der Schreibstil ist flüssig – das Buch kann man kaum aus der Hand legen. Als Beobachter fühlt man sich in die Geschichte hineingezogen und ist doch froh, nicht selbst zu dieser Zeit gelebt zu haben und betroffen zu sein.

Ich empfehle dieses Buch mit 5 Sternen und werde sicher weitere Bücher dieser Serie lesen.

Es ist ein großes Lob für mich, wenn eine Leserin schreibt, dass sie mit der Hauptfigur nach Lösungen für dessen Problem gesucht hat. Das bedeutet, dass die Spannung der Geschichte für sie gepasst hat. Das bestätigt auch der Kommentar, dass sie das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Alles richtig gemacht. 🙂

Leserückblick: Die Reise der Spira von Knossos: Eine junge Frau findet ihren Weg in der Welt der Minoer

Ich hatte das Glück, an der Leserunde zu diesem Buch teilnehmen zu dürfen. Das Cover mutete gleich griechisch an, was mich anzog. Der Klappentext bestätigte meine Vermutung. Dass die Hauptfigur Spira eine Priesterinnenausbildung absolvieren will, war das Tüpfelchen auf dem i, weswegen ich mich um ein Rezensionsexemplar bewarb.

Im Roman geht es um Spira, die Priesterin werden will. Das wird ihr verwehrt, weil ihr Vater von einer diplomatischen Mission nicht zurückkehrt. Das bedeutet, dass die Familie nicht genügend Geld für die Ausbildung hat und zur Familie der Mutter ziehen muss. Spira will diesen Schicksalsschlag nicht hinnehmen und ist bereit, für ihre Ausbildung zu arbeiten. Sie wird von einem Kapitän angeheuert und erlebt einige atemberaubende Abenteuer.

Dieses Buch macht es mir nicht leicht, es zu rezensieren und ihm dabei gerecht zu werden. Es erschien im Selbstverlag und obwohl der Autor augenscheinlich professionelle Hilfe für Lektorat und Korrektorat in Anspruch nahm, habe ich grobe Schnitzer entdeckt, die nicht hätten passieren dürfen. Selbst wenn ich der Lektorin zugutehalte, dass sie der Geschichte den altertümlichen Ton nicht nehmen wollte, hätten ein paar modernere Aspekte der schriftstellerischen Handwerkskunst sicher nicht geschadet.

So besitzen die Figuren ihre Ecken und Kanten, was ich super finde. Da hat der Autor sich viel Mühe gegeben. Allerdings kommen diese Aspekte kaum zum Tragen, weil die Geschichte rein handlungsgesteuert ist. Als Leserin blieben mir die Gefühle und Gedanken der Figuren überwiegend verborgen. Das ist schade, weil beides die Konflikte im Roman vertieft und für noch mehr Spannung gesorgt hätte.

Die Beschreibungen der Figuren und Orte fällt dürftig aus. Der Autor beschränkte sich auf wenige Merkmale, die direkt ins Auge springen. So humpelt der Kapitän oder es wird nur von einem Mädchen mit Zöpfen gesprochen, was auf mehrere Nebenfiguren zutrifft. Gerade in einer Szene am Anfang war es mir unmöglich, die miteinander sich unterhaltenden beiden Brüder auseinanderzuhalten. Ich hatte kein Gesicht zu ihnen und der Schreibstil half nicht, um zu erkennen, welcher Bruder welche Meinung vertrat. Dadurch wirken die Figuren teilweise eher oberflächlich.

An sich ist der Schreibstil flüssig zu lesen. Man merkt ihm jedoch an, dass es sich bei diesem Buch um ein Erstling handelt. Die Handlung wird abgehandelt, die Figuren bleiben auf der Strecke. Dadurch entsteht ein hohes Tempo innerhalb der Geschichte. Das sorgt für Spannung, aber ab und zu will man als Leser auch verweilen und sehen, was geschieht, oder einfach einmal Luft holen.

Irritierend war, dass das PDF auf meinem Kindle nicht ordentlich angezeigt wurde. Endete ein Kapitel mitten auf einer Seite, rechnete mein Kindle die Schrift hoch, damit der Text trotzdem eine ganze Seite füllte. Da ich Ähnliches bei PDFs, die ich selbst erstelle und an meinen Kindle sende, nie erlebt habe, muss da ein Fehler unterlaufen sein. Welchen, kann ich nicht nachvollziehen, da ich mich mit dieser Materie nicht auskenne. Ich fände es jedoch interessant, ob diese Problematik auch bei anderen Readern mit dem epub-Format des Buchs auftauchte.

Trotz der Mängel habe ich das Buch genossen. Die Idee, die dahintersteckt, gefällt mir und mir ist bewusst, dass ich als Autorin strenger bewerte als früher, als ich noch eine reine Leseratte war. Das liegt jedoch daran, dass ich davon überzeugt bin, dass das Buch mit einem anderen Lektor oder auch einfach mehr Zeit und dem Willen zum Lernen dieses Handwerks deutlich gewonnen hätte. Beim nächsten Buch wird alles anders. 😉 Ich danke jedenfalls dem Autor für die Chance, sein Werk kennenlernen und bewerten zu dürfen. Ich hatte Freude an dem Buch und empfehle es auch gerne unter Berücksichtigung mancher Makel weiter.