Protest(t)ier

Zwei verschiedene Tage, eine offensichtliche Botschaft. Ich will mein Frischfutter! Der große Kerl hat das erste Foto morgens um 7.14 Uhr aufgenommen und Mama geschickt. *schnaub* Er hätte die Zeit besser dafür genutzt, mir die Schüssel vollzumachen. Stattdessen musste ich warten, bis Mama endlich im Bad fertig war. Eine Frechheit, wie man hier als göttliches Katzi behandelt wird!

Und hier wenige Wochen später. Dieses Mal ist Mama die Verbrecherin. Morgens, halb acht, mein Magen lechzt nach meinem leckeren Futter mit der tollen Soße, will nichts vom Trockenfutter wissen, das einen halben Meter weiter steht. Und was macht Mama? Sie knipst ein Foto! Mir bleibt echt nichts erspart. Könnt ihr die Verzweiflung in meinen Augen sehen? Die Resignation, dass ich mindestens noch eine Minute bis zum ersten Haps im Mund warten muss, weil sie die Tütchen holen muss, um sie mir zur Auswahl hinzuhalten, meine Wahl aufzumachen und in die Schüssel zu geben. Unfassbar, der Service.

Schreibupdate – 24.01.2022

Wieder ist eine Woche vorbei. Schon die dritte des Jahres! Nicht zu fassen, wie schnell die Zeit vergeht. Umso mehr freue ich mich, dass meine Projekte genauso schnell voranschreiten.

Letzte Woche habe ich mich dazu entschlossen, mehr an meinem NaNo 2021-Roman zu schreiben. Insgesamt komme ich auf 7.155 neue Wörter, sodass der Roman mittlerweile 70.071 Wörter umfasst. Die angepeilten 25.000 Wörter für diesen Monat werde ich aller Voraussicht nach schaffen. Theoretisch sogar etwas früher, als gedacht, was mir sehr recht ist. So sollte es mir möglich sein, noch ein paar wenige 1.000 Wörter für den Februar vorzuschreiben. Wenn es mir gelingt, im Februar und März den Output zu halten, sollte ich im März den Roman abschließen können, selbst wenn ich etwas mehr als die errechneten 125.000 Wörter brauche, um die Geschichte zu beenden. Das klingt im Moment noch sehr theoretisch. Ist es auch. Das macht es mir schwer, mich auf meine Einschätzung zu verlassen. Es ist mit ein Grund, weswegen ich mich aktuell darum bemühe, mehr zu schreiben, als ich ursprünglich für den Monat geplant hatte. Ich will damit böse Überraschungen vermeiden. Sollte ich mit meinen Berechnungen richtig liegen, würde ich mich unter den aktuellen Gegebenheiten selbst positiv überraschen, indem ich mein Ziel sogar etwas früher erreichen könnte.

Außerdem habe ich endlich die Überarbeitung von Drachenherz begonnen. Dabei befasse ich mich damit, Passagen zu kürzen, die entweder unnötig oder langatmig sind. Die Kommentare meiner Testleser sind mir da sehr hilfreich, aber auch der Abstand zum Text, den ich gewinnen konnte, indem ich mich eine Weile lang nicht damit beschäftigt habe. Ich bin noch nicht weit gekommen, da ich bisher nur für eine halbe Stunde Arbeit Zeit gefunden habe, aber ich habe das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein.

Auch meine Monatsleistung kann sich sehen lassen. Mit insgesamt 18.898 geschriebenen Wörtern und 6,5 Stunden Überarbeitung habe ich bereits 94,1 % meines Monatssolls erreicht. Die 100 % sind mir also sicher. Darüber freue ich mich sehr, weil es sich für mich nach einem erfolgreichen Start in das neue Jahr anfühlt. Genau so hatte ich es mir vorgestellt und gewünscht. Dass es mir jetzt auch noch gelingt, ist ein schönes Erfolgserlebnis für mich.

Ein wichtiger Termin für deinen Kalender

Solltest du das Buch noch nicht haben, musst du dir im Kalender den 01.02.2022 rot anstreichen. Dann startet auf Lovelybooks die Leserunde für Die Residenz in den Highlands. Du kannst dich schon jetzt für ein E-Book bewerben. Die Herausgeberin Marianne Labisch betreut die Leserunde. Darüber hinaus werden wir Autoren, soweit es uns zeitlich möglich ist, mitlesen und bei Fragen Rede und Antwort stehen. Ich werde auf jeden Fall täglich reinschauen und freue mich schon auf die Kommentare zu diesem Buch, das ich unheimlich gelungen finde. Wir sehen uns!

Zitat der Woche (KW 03/2022)

Wie schön, dass ich heute ein Zitat von einem noch lebenden Schriftsteller teilen kann. Natürlich gibt es viele Menschen, die etwas Zitierwürdiges gesagt haben, aber ich mag es, wenn auch diejenigen zu Wort kommen, die noch nicht vor Jahrzehnten gestorben sind.

Vermutlich hat dieser Schriftsteller sich auf etwas ganz anderes bezogen. Ich kenne den Kontext nicht. Vielleicht dachte er bei diesem Satz an einen Schritt nach vorne in der Gesellschaft.

Ich muss automatisch an die Heldenreise denken, nach deren Muster viele Romane und auch Filme geschrieben wurden. Das bekannteste Beispiel dafür ist Star Wars. Luke träumt von Abenteuern, muss aber seinem Onkel und seiner Tante helfen. Dann ergibt sich die Möglichkeit, ein Abenteuer zu erleben, aber er denkt an seine Verpflichtungen zuhause und lehnt ab. Erst als die Männer von Darth Vader seine Familie töten, ist er bereit, sich in sein Schicksal zu fügen. Es gibt Rückschläge, zwischendurch sieht es sogar gut für seine Seite aus, nur um einen noch härteren Schlag zu erleiden, und zum Ende siegt das Gute.

Was wäre passiert, hätte Luke, um beim Zitat zu bleiben, den Mut besessen, nein zu sagen und trotz des Todes seiner Familie zu bleiben? Er hätte nie gelernt, die Macht zu nutzen. Vermutlich wäre irgendwann der Todesstern aufgekreuzt und hätte den Planeten zerstört. Ja, die Wortwahl ist passend. Es ist zwar die Feigheit, die uns oft dazu zwingt, nichts an unserer Situation zu ändern, aber es benötigt Mut, um mit den Konsequenzen zu leben. Würden wir solche Geschichten lesen wollen? Wohl eher nicht. Wir wollen am Ende den strahlenden Held sehen. Das fühlt sich nicht nur gut an. Es ist meiner Meinung nach auch völlig in Ordnung, streben wir dadurch doch meistens nach einer besseren Version von uns selbst.

Schreibupdate – 17.01.2022

Ist wirklich schon wieder Montag? Himmel, wie die Zeit vergeht! Ich habe so viel um die Ohren, nicht nur beim Schreiben, dass ich einfach nicht hinterher komme. Davon wollte ich eigentlich am Wochenende einiges abarbeiten. Ich war am Samstag auch sehr fleißig und war am Sonntag schon im Büro, als plötzlich das Licht und mein zweiter Monitor ausgingen. Doof, wenn man dort gerade etwas am Lesen ist und das Fenster nicht so einfach rüberziehen kann. Ich wollte mich aber auch nicht zu sehr auf meinen Laptopakku verlassen. Stattdessen schaltete ich den Laptop wieder aus und ging in den Keller. Dort stand mein Mann vorm Sicherungskasten. Es war eine längere Sache, weil wir auch Sicherungen außerhalb des Sicherungskastens haben. Frag mich nicht, wieso die nicht auch im Sicherungskasten sind. Meiner laienhaften Meinung nach gehören alle Sicherungen in den Kasten, aber das sah der Vorbesitzer des Hauses scheinbar anders. Anschließend hatte ich keine Lust mehr, wieder ins Büro zu gehen und den Krimskrams zu erledigen. Immerhin war der Samstag produktiv.

Noch schöner sehen meine Schreibergebnisse der letzten Woche aus. Es ist zwar etwas weniger als in der vorangegangenen Woche, aber so groß ist der Unterschied gar nicht.

An meinem NaNo-Roman 2021 habe ich 6.085 Wörter geschrieben. Er ist mittlerweile 62.916 Wörter lang und ich stehe bei Kapitel 41 von 81. Nein, die Kapitelanzahl sagt nicht unbedingt etwas über die Länge des Buchs aus. In diesem Fall schreibe ich einfach eher kürzere Kapitel, wobei ich auch damit bereits auf Normseite 221 angekommen bin. Es wird also auch dieses Mal wieder ein langer Roman. Darüber bin ich froh, weil mir der Gedanke nicht gefällt, meine Figuren bald loszulassen. Es ist gut, dass ich sie noch eine ganze Weile begleiten darf. Trotzdem muss ich mich ranhalten. Mein Plan sieht vor, dass ich mit der Rohfassung im März fertig werden muss. Wenn ich mit dem aktuellen Tempo weiterschreiben würde, käme ich etwa auf 65.000 weitere Wörter. Die wird der Roman wohl auch brauchen.

Außerdem habe ich 33 Minuten und 41 Minuten an meinen beiden Kurzgeschichten für die Mumienausschreibung überarbeitet. Sie liegen jetzt dem Verlag vor. Deadline ist der 31. Januar. Es war also nicht auf den letzten Drücker, aber doch später als ich es normalerweise von mir gewohnt bin, wenn ich keine Terminarbeiten zu erledigen habe. Ich bin mit beiden Geschichten zufrieden. Sie sollten ihre Botschaften vermitteln. Aber sind sie gut genug, damit es eine von ihnen in die Anthologie schafft? Wie viele Einsendungen wird es wohl geben? Bei den Drachen waren es fast 800, bei den Succuben keine 300, wenn ich mich gerade recht erinnere. Damit steigen und fallen meine Chancen auf jeden Fall. So oder so muss man schon etwas Außergewöhnliches erschaffen, um sich gegen die Konkurrenz durchsetzen zu können. Ich bin da jedes Mal erneut unsicher. Dieses Mal erst recht, weil ich mich mit Mumien erst auseinandersetzen musste, ehe ich ein paar grobe Ideen hatte. Na ja, die Zeit wird es zeigen. Der Verlag wird vermutlich wieder im Juli veröffentlichen wollen, so wie es schon bei den anderen Files der Fall war. Da sollte ich doch spätestens im April wissen, ob ich wieder Glück hatte oder nicht.

Auch insgesamt komme ich gut voran. Ich stehe bei meinem Monatssoll bereits bei 61,87 % (11.743 Wörter und sechs Stunden Überarbeitung) und bei meinem Jahressoll bei 5,18 %. Das fühlt sich echt gut an. Ich gehe davon aus, dass ich mein Soll für den Januar etwas früher erreichen werde. Das bedeutet, dass ich Ende des Monats schon für den Februar vorarbeiten kann. Ich würde mich riesig darüber freuen, weil ich dieses Jahr so viel vor habe und da jedes bisschen Polster gebrauchen kann, sollte es mal ein paar schlechte Tage geben.

Leserückblick „Drachenmär – Die Anthologie aus dem Drachenzirkel“

Das Buch kaufte ich auf der FaRK 2019. Lange ist es her! In dem Jahr war es furchtbar heiß. Dennoch war ich jeden Tag dort und lief zwischen den Verlagsständen und Lesungen hin und her. Obwohl die FaRK eine eher kleine Veranstaltung ist und sich auch nur sekundär an Verlage und Leser richtet, konnte ich sogar drei Widmungen beteiligter Autoren erhaschen. Es ist also ein einzigartiges Exemplar.

Es hat mir schon wehgetan, in den letzten zwei Jahren zu meinem Regal mit meinem Teil-SuB zu sehen und das Buch immer noch dort stehen zu sehen. Aber der Tag hat nur 24 Stunden und ich habe viele ungelesene Bücher in den letzten Jahren angesammelt. Jetzt war es so weit.

Die Anthologie enthält elf Kurzgeschichten über Drachen. Mir gefällt, dass es als Hardcover und mit besonders schön gestalteten Seiten ausgestattet ist. Das kleine Logo von wirmachendruck.de auf der Rückseite lässt darauf schließen, dass es sich um eine Produktion der Autoren selbst handelt. Ich weiß es nicht mehr, obwohl ich mich an ein längeres Gespräch darüber erinnere. Leider ist nicht viel daraus hängengeblieben. Wenn dem so ist, heißt das allerdings auch, dass man das Buch wohl eher nicht über den normalen Handel bekommen wird, sondern nur über die Autoren, sofern sie noch Restexemplare besitzen. Dafür spricht auch, dass es keine ISBN trägt. Das schmälert jedoch nicht den Wert des Buchs. Es steckt viel Liebe darin. Das ist meiner Meinung nach das Wichtigste.

Erstaunlich finde ich als Mitautorin der The D-Files: Die Drachen Akten, dass es so viele unterschiedliche Geschichten über Drachen gibt. Die Ideen der Kurzgeschichten sind wundervoll unterschiedlich und besitzen allesamt tolle Settings. Ich mag jede einzelne, es gibt keine Lieblingsgeschichte. Da ist es wohl wenig verwunderlich, dass ich die fast 300 Seiten innerhalb einer Woche las. Oft hing ich in Gedanken den Geschichten nach. Teilweise überlegte ich sogar verwirrt, woher ich die Erinnerungen daran hatte. Nicht aus dem Fernsehen. Es dauerte immer ein wenig, bis ich sie zuordnen konnte. Für mich ist das ein Zeichen, dass sich die Kurzgeschichten wirklich gut lesen und vorstellen lassen.

Insgesamt bin ich froh, mich endlich auf meinem SuB zu diesem Buch vorgearbeitet zu haben. Es ist nicht nur ein Schmuckstück, sondern birgt auch elf wundervolle Leseabenteuer.

 

Zitat der Woche (KW 02/2022)

Was habe ich diesen Mann mit elf oder zwölf Jahren verabscheut! In dieser Zeit wurde die weiterführende Schule, auf die ich ging, umbenannt und erhielt Albert Schweitzer als Namenspaten. Wenn ich mich richtig erinnere, wurde deshalb extra eine Projektwoche veranstaltet und jeder Schüler wurde mit den Taten dieses Mannes malträtiert. Ich glaube, es wurden sogar Spenden für Afrika gesammelt. In dem Zusammenhang lernten wir im Musikunterricht ein Lied, das zum Spenden aufrief, indem es an die Unterschiede zwischen den Armen in Afrika und uns reichen Deutschen erinnerte. Ich finde den Titel leider nicht, obwohl ich einige Zeilen daraus zusammenbekomme und es eigentlich auch ein schönes Lied ist. Ich fand das Getue damals scheinheilig. Vielleicht war es das sogar wirklich, aber dafür kann Albert Schweitzer nichts, dessen Name dafür herhalten musste. Er war ja schon lange tot.

Heute habe ich mich mit ihm versöhnt. Er hat einiges für bedürftige Menschen getan. Welchen Preis sie dafür zahlen mussten, ob er sie dafür zum Christentum bekehrte, weiß ich nicht mehr. Es spielt an dieser Stelle auch keine Rolle. Es geht um sein Zitat und das spricht von Nächstenliebe, die sich jeder leisten kann. Das kann auch ein wunderbarer Anfang für eine Geschichte sein. Die Hilfe kann missverstanden werden oder das Gegenteil des gewünschten Ergebnisses nach sich ziehen. Wie soll der Helfer darauf reagieren? Er kann sich zurückziehen oder seine Bemühungen noch verstärken und mit beiden Möglichkeiten die Situation verschlimmern. Es liegt an der Hauptfigur, die Wogen zu glätten. Da kann einiges auf sie zukommen, ehe es ihr gelingt. Wenn ich so darüber nachdenke, wäre das eine Grundstory, die ich gerne schreiben würde.

Schreibupdate – 10.01.2022

Die erste Woche des neuen Jahres ist vorbei. Ich habe dieser Woche entgegengefiebert, konnte es nicht abwarten, endlich loszulegen. Entsprechend habe ich losgelegt.

Mein NaNo-Projekt von  2021 ist um 5.658 Wörter angewachsen und umfasst mittlerweile 58.467 Wörter. Die Lage um Nalin spitzt sich zu. Es ist richtig spannend, die Szenen zu schreiben. Entsprechend gut komme ich im Moment dabei voran.

Für die Ausschreibung The M-Files: Die Mumien Akten habe ich mit der Überarbeitung meiner beiden Kurzgeschichten begonnen. Nummer eins kommt auf fast zwei Stunden, Nummer zwei auf fast drei Stunden Überarbeitungszeit. Bei beiden bin ich mit dem ersten Überarbeitungsdurchgang fertig. Als nächstes muss ich sie an meinen Reader schicken und mir laut vorlesen, um zu sehen, wie flüssig sie sich lesen lassen. Vielleicht fallen mir dabei auch noch ein paar Punkte auf, die ausgebessert werden müssen. Am liebsten würde ich das noch diese Woche erreichen, um die Geschichten an dne Verlag schicken zu können. Dann hätte ich dieses Projekt schon früh im Jahr fertig. Mal sehen, wie ich dazu die Zeit finde. Diese Woche wird etwas turbulenter als die erste Jahreswoche.

Insgesamt komme ich für die KW1 also auf 5.658 Wörter und rund fünf Stunden Überarbeitungszeit. Das entspricht tatsächlich einem Drittel meines Monatssolls und drei Prozent meines Jahressolls. Dieser raketengleiche Start ist für mich völlig ungewöhnlich. Es passt aber auch zu meinem Vorsatz, 2022 zu meinem ganz besonderen Schreibjahr zu machen.

Über allem wacht Musa. Ich bin sehr stolz auf die Kleine, wie ernst sie ihren Job nimmt. Dank ihr fällt es mir leichter, bei der Arbeit zu bleiben. Sie muss nichts sagen, nichts tun, um mich zu motivieren, nicht zu früh aufzuhören. Wenn das so bleibt, was ich einfach mal hoffe, wird dieses Jahr so erfolgreich wie noch nie.

Die Arbeit beginnt

Seit Montag arbeite ich wieder und Musa begleitet mich fleißig. War sie am Montag noch recht überfordert von der plötzlichen Veränderung, weswegen ich sie auch schon nach zwei Stunden in den Feierabend entließ, ist sie seit Dienstag total gechillt. Sie lässt sich von Tag zu Tag besser nehmen und ins Büro bringen. Anschließend spielt sie – läuft im Rad, klettert die Gitter rauf und runter und buddelt in der Streu. Nach einer halben Stunde hat sie sich ausgepowert und kuschelt sich irgendwo zum Schlafen hin. Mal liegt sie in der Ecke, halb unterm Laufrad, mal auf dem Häuschen oder direkt vorm Abgang vor der Leiter zur nächsten Etage hinab. Gestern hätte ich eine Strichliste führen müssen. Genauso wie wir dreht sie sich im Schlaf ab und zu um. Dabei ist sie regelmäßig die Leiter runtergerutscht, mal auf dem Rücken bis zur nächsten Etage, mal auf dem Bauch, sodass sie unterwegs bremsen konnte. Ein Wunder, dass sie dabei nicht von der Leiter und in die Einstreu gefallen ist. Aber sie ist tapfer immer wieder an ihren auserkorenen Schlafplatz zurück, nur um kurze Zeit später wieder runterzurutschen. Sie fühlt sich offensichtlich wohl. Sonst würde sie nicht so tief schlafen. Nur deshalb konnte ihr das passieren.

Sie beobachtet mich auch gerne beim Arbeiten, lauscht dem Tastaturgeklapper oder meiner Stimme, wenn ich diktiere. Ich fühle mich manchmal wie ein Versuchsobjekt. Sollte es nicht eher andersherum sein? Aber es ist gut, wenn sie sich für mich interessiert. Umso enger wird unsere Bindung. Je mehr sie mir vertraut, umso schöner kann ich ihr das kurze Leben gestalten. Darum geht es doch, wenn man sich ein Haustier zulegt. Indem ich sie glücklich mache, fühle ich mich enorm zufrieden und ausgeglichen. Ich freue mich einfach enorm, wenn ihre Augen aufleuchten oder sie meine Nähe sucht oder total entspannt bleibt, wenn ich sie streichle.

Leserückblick „Bookboy – 24 Stunden im Leben eines Buchauslieferers“

Dieses Jahr kann ich mit einem wundervollen Leserückblick beginnen. Es geht um ein Buch, in dem es um Bücher geht. Ist es nicht naheliegend, dass ich es als Autorin lesen musste?

Bei dem Buch handelt es sich um eine Anthologie über den Bookboy. Er ist der Enkel des örtlichen Buchladenbesitzers und bringt die Bücher zu den Leuten. In einer Buchhandlung quasi aufgewachsen, hat Fabius schon viele Abenteuer gelesen und wünscht sich, selbst welche zu erleben. Während dieser Anthologie, die 24 Stunden seines Lebens abdeckt, durchlebt er mehr, als er für gesund erachtet.

Schon das Cover ist ein Traum. Es stellt nicht einfach nur ein Fahrrad vor einem Buchladen dar. Es zeigt das für eine neue Lieferung gepackte Fahrrad vor der Buchhandlung, der die Wünsche der Kunden über alles geht. Wer sich dann noch mit dem Sortiment des verantwortlichen Verlags auskennt, findet viele bekannte Cover darauf versteckt. Allein dafür ist das Cover einen längeren Blick wert.

24 Stunden – 24 Kurzgeschichten. Jede spannend, atemberaubend und voller Fantasie. Sie bauen nicht direkt aufeinander auf, doch durch die Chronologie und dem Hintergrund, dass es stets darum geht, Bücher rechtzeitig zu ihren Empfängern zu liefern, könnte man das Buch prinzipiell in einem Rutsch wie einen Roman lesen. Ganz so einfach ist es dann doch nicht, weil Fabius dermaßen Fantastisches erlebt, dass zumindest ich oft genug den Kopf schüttelte oder mit offenem Mund dasaß. Ich will nicht mit dem Bookboy tauschen, obwohl mir sein Beruf prinzipiell zusagen würde. Ich bewundere die Autoren für ihren Einfallsreichtum. Sie haben es geschafft, dass ich keine Lieblingsgeschichte habe. Ich mag jede Geschichte auf ihre Art, sodass ich effektiv nur von einem Lieblingsbuch sprechen kann. Aber ist das nicht auch zugleich das größte Lob, das man einer Anthologie aussprechen kann?

Wer Bücher liebt, kommt am Bookboy nur schwer vorbei. Ich bin jedenfalls begeistert und konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen.