Lesevorstellung „Talus – Die Hexen von Edinburgh“

Heute kommt schon der nächste Leserückblick. Auch dieses Buch habe ich bereits im November ausgelesen. Ich habe es mir zeitgleich mit dem zweiten Teil dieser Dilogie gekauft und bin froh darüber, mit dem Kauf so lange gewartet zu haben. So konnte ich direkt mit dem zweiten Band weitermachen.

Was mir sehr positiv aufgefallen ist, ist das Label auf der Rückseite, das eine umweltfreundliche Herstellung des Buchs verspricht. Das ist in der heutigen Zeit ein nicht zu unterschätzender Faktor, den ich gerne für meine Bücher übernehmen will, wenn sie denn jemals gedruckt werden.

Auf die Autorin wurde ich auf der LBM 2019 aufmerksam, als ich ihre Lesung hörte. Loki in der Badewanne! Ich war neugierig auf ihre Bücher, habe mich auf der Messe allerdings so stark eingedeckt, dass ich erst vor kurzem alle dort gekauften Bücher ausgelesen habe, was leider nicht bedeutet, dass ich keine ungelesenen Bücher mehr hätte. Über ihren Twitchkanal erfuhr ich von ihren Hexenbüchern und war sofort Feuer und Flamme. Hexen sind einfach cool. Umso mehr freute ich mich über den Gutschein einer Buchhandlung im Nachbarort, mit dem ich gleich beide Teile kaufen konnte.

In der Geschichte geht es um Erin, die Geistertouren führt und dabei auf einen waschechten Geist stößt. Dadurch gerät sie in Angelegenheiten hinein, die ihr das Leben kosten, aber auch alle ihre Träume erfüllen könnten.

Direkt am Anfang sind mir die relativ kurzen Kapitel aufgefallen, wegen denen ich mehr als einmal „nur noch ein Kapitel“ weiterlas. Dabei gibt es relativ viele Perspektivträger und die kurzen Kapitel sorgen für ein rasches Tempo in der Geschichte. Obwohl ich mit vielen Figuren normalerweise meine Schwierigkeiten habe, sie auseinanderzuhalten, ist es mir hier problemlos gelungen. Ich habe sogar unbeabsichtigt diesen Stil bei meinem aktuellen Projekt übernommen und fühle mich sehr wohl damit.

Auf die Figuren bin ich geradezu neidisch, weil sie mir als sehr gelungen erscheinen. Sie sind abwechslungsreich, überraschend und teilweise muss ich sie einfach mögen. Mit Erin kann ich mich zum Beispiel identifizieren, weil ich ebenfalls eine Welt ohne Magie ziemlich öde fände. Kaito beneide ich um seine Fähigkeiten als Tarotleger. Mit Noah verbindet mich die Tatsache, dass wir beide es unseren Vätern nie rechtmachen konnten, und mit Lu, dass ich deswegen eine andere Frau sein wollte. Hinsichtlich der Figurenbildung habe ich noch einiges zu lernen und ich hoffe, dass mir die Talus-Bücher dabei ein wenig Anleitung sein werden. Es wäre mal eine Abwechslung, einen sympathischen Protagonisten zu schreiben.

Bei manchen Autoren merke ich extrem, dass sie gut darin sind, entweder Figuren oder Handlung zu schreiben. Entsprechend sind ihre Geschichten figuren- oder plotgesteuert. Das ist prinzipiell nichts Schlechtes, aber wenn man beides beherrscht, gewinnen die Geschichten davon. In diesem Fall habe ich das Gefühl, dass es so ist. Das würde jedenfalls erklären, wieso die Handlung mich derart mitgerissen hat. Vor allem das sechste Kapitel hat es mir angetan, weil ich unerwartet mit einer gruseligen Handlung konfrontiert wurde. Hätte ich es abends im Dunkeln und dann auch noch alleine gelesen, hätte ich mich anschließend definitiv nicht ins Bett gewagt.

Ich konnte aufgrund des NaNos erst kürzlich mit dem zweiten Teil anfangen und bin sehr gespannt auf das Ende! Der erste hat mir jedenfalls sehr gut gefallen und ich empfehle ihn sehr gerne weiter.

Zitat der Woche (KW 49/2021)

Da habe ich doch tatsächlich zwanzig Wochen lang kein Zitat gebracht, weil die Zeit fehlte oder ich anderes zu berichten hatte. Das wird hiermit nachgeholt.

Dieses Zitat ist prinzipiell ein guter Rat. Jeder Mensch sollte seine Liebe finden, weil das für viele wichtig ist, um glücklich zu sein. Dafür ist es manchmal auch nötig, zu kämpfen.

Ich finde dieses Zitat jedoch aus einem anderen Grund faszinierend. Ich schreibe zwar Fantasy, aber das schließt keine Liebesgeschichte darin aus. Um sie für die Leserschaft möglichst spannend zu gestalten, legen wir Autoren und Autorinnen unseren Figuren nicht nur Steine in den Weg, sondern teilweise auch ganze Felsbrocken oder Berge. Was würden wir tun, würde eine Figur sich plötzlich weigern, diesen beschwerlichen Weg zu gehen? Es gäbe plötzlich keine Geschichte mehr, die es zu erzählen gilt. Wir zwingen also unsere Figuren, diesem Rat nachzukommen, oder lassen zumindest mit uns „reden“, dass wir die Steine vielleicht doch etwas kleiner gestalten. Fest steht, dass unsere Figuren den Kampf gegen den beschwerlichen Weg aufnehmen müssen.

Schreibupdate – 06.12.2021

Offensichtlich war ich dieses Jahr sehr artig. Nicht nur, dass der Nikolaus mich mit sehr viel Kinderschokolade beglückt hat, er hat mich auch auf einen Fehler in meinem Produktivitätsexcel hingewiesen. Bis Ende Oktober musste ich davon ausgehen, dass ich froh sein kann, wenn ich 75 % der Leistung schaffe, die ich für 2021 geplant hatte. Nun hatte ich mir am Wochenende meine Ziele für 2022 überlegt und dafür meine Notizen mit den Absprachen mit meinem Mann hervorgeholt, um realistisch zu bleiben. Dabei kam es mir merkwürdig vor, dass die Zahlen von denen in meinem Excel abwichen. Ich habe das heute Morgen geprüft und festgestellt, dass ich in meinen schriftlichen Notizen mit vierzig Tagen Urlaub rechnete, die in meinem Excel gar nicht auftauchten. Ich hätte demnach keinen Urlaub nehmen dürfen, um die im Excel errechneten Ziele erreichen zu können. Ich habe die Daten jetzt angepasst und bin mehr als positiv überrascht. Mir fehlen zum Endziel nur noch rund 6,7 %. Das entspricht laut meiner Rechnung ungefähr 14.399 Wörtern oder etwa 33,5 Stunden Arbeit. Das ist doch machbar!

Natürlich ist meine Produktivität letzte Woche eingebrochen, nachdem ich den NaNo geschafft hatte. Ich hatte viel im Haushalt nachzuholen, das ich im November geschoben habe. Dafür sind meine Fenster jetzt sauber und mit Schneeflockenlichterketten dekoriert. Es ist gerade richtig schön, nach Sonnenuntergang rauszuschauen, weil es dann quasi schneit. Trotzdem habe ich immerhin 78 Minuten an meinem Plot gearbeitet, sodass ich bereits weiß, was in den nächsten dreizehn Kapiteln passieren wird. Dennoch bin ich noch weit vom Ende entfernt. Ich hoffe einfach, dass ich meinen Plot noch diese Woche beenden kann. Es juckt mir nämlich stark in den Fingern, die Geschichte weiterzuschreiben.

Und weil das noch nicht genug ist, nehme ich an einem kleinen Kurzgeschichtenduell teil, das von dem Forum organisiert wird, in dem ich Mitglied bin. Ich habe jetzt noch knapp zwei Wochen Zeit, um eine Geschichte zum Thema zu verfassen. Glücklicherweise habe ich schon eine grobe Idee, sodass ich die Hoffnung hege, diese zusätzliche Aufgabe rasch zu bewältigen.

Ich fange dann wohl besser gleich an, zu arbeiten.

Leserückblick „Die Residenz in den Highlands“

Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich dieses Buch gelesen habe. Ich wurde ausgerechnet im November damit fertig und da hatte ich keine Zeit, es dir vorzustellen.

Dieses Buch ist in meinen Augen etwas Besonderes. Da ich mit einer Geschichte dabei bin, kenne ich den Entstehungsprozess. Es fing mit einer ganz einfachen Ausschreibung an, die zu Kurzgeschichten über Bewohner einer Residenz für gealterte Fantasiewesen aufrief. Die Residenz, das Personal und die Inhaberin der Residenz wurden wortreich und mit Bildern vorgestellt, damit die Autoren sie in ihren Geschichten auftreten lassen konnten. Ich ging davon aus, dass das Endergebnis eine Anthologie wäre. Es wurde ein Roman in Episoden, die sich lesen ließen, als stammten sie aus ein und derselben Feder. Allein darauf bin ich stolz, zumal es zumindest bei meiner Geschichte keiner nennenswerten Änderungen bedurfte, um das Gefühl von aus einem Guss zu erzeugen.

Ich war beim Lesen total fasziniert. Die Geschichten sind sehr unterschiedlich, was ihre Thematik betrifft. Ich habe sie verschlungen. Da die Schreibstile sich so sehr ähneln und die Geschichten thematisch zueinander passen, konnte ich mehrere Kurzgeschichten direkt hintereinander lesen, wo ich bei Anthologien normalerweise gerne nach jeder eine Pause mache, um sie auf mich wirken zu lassen. Dabei fand ich es sehr angenehm, wie zwischen lustig, traurig und gruselig abgewechselt wurde. Manche Figuren durften in „fremden“ Geschichten einen Gastauftritt hinlegen, wodurch dieser Episodenroman für mich tatsächlich den Charakter eines Romans bekam. Auch die Figuren sind nicht so 08/15 wie erwartet. Wer rechnet schon mit dem Butzemann oder einem Kraken in einer Residenz?

Ich hatte großen Spaß beim Lesen. Das dürftest du merken. Gerade als Geschenk, ob an dich selbst oder einen lieben Menschen, empfehle ich dieses Buch sehr gerne weiter. Als Hardcover mit Lesebändchen und vielen Farbillustrationen ist es einfach ein hübscher Hingucker, der auch toll in der Hand liegt.

Buchbesprechung „Tod des Helden“ auf Radio Orange

Am 28. Oktober 2021 wurde in der Sendereihe „Witches on Air“ auf Radio Orange unsere Anthologie Tod des Helden vorgestellt. Wegen des NaNoWriMos komme ich leider erst jetzt dazu, dich auf die Sendung aufmerksam zu machen. Glücklicherweise kannst du sie im Archiv des Radiosenders nachhören. Neben Musik gibt es Interviews und Auszüge aus den Geschichten von Stefan Cernohuby, Anna Eichinger, Tabea Petersen, Kassandra Schwämmle, Sabine Reifenstahl und Petra Hartmann. Der Herausgeber Volkmar Kuhnle stellt sich ebenfalls den Fragen der Moderatorin. Ich hatte letzten Sonntag Zeit, mir die Sendung anzuhören. Wenn du noch unentschlossen bist, ob dieses Buch deinen Geschmack trifft, werden dir die Interviews und die kurzen Auszüge aus den Geschichten sicher weiterhelfen. Wenn du neugierig bist, wie eine Anthologie aufgebaut ist, findest du hier viele Informationen dazu. Viel Spaß beim Reinhören!

Schreibupdate – 29.11.2021

Ich habe ein sehr erholsames Wochenende hinter mir. Das habe ich nach fünfundzwanzig Tagen voll fleißigem Schreiben einfach gebraucht. Es fällt mir stärker auf als sonst, dass sich beim Reden die Sätze total durcheinander aufbaue. Dann merkt man überhaupt nicht, dass ich viel Zeit mit dem Schreiben verbringe, was ja voraussetzt, dass ich weiß, in welcher Reihenfolge ich die Wörter aneinanderreihen muss. Deshalb muss ich gerade auch oft an meine Mutter denken, die mit achtzehn Jahren aus Frankreich nach Deutschland kam und erst dann Deutsch lernte. Sie redete genauso und ich glaube, dass es mir gerade so geht, weil mein Kopf nicht ganz auf der Höhe ist und die Redeweise meiner Mutter mir dann näher ist als das übliche Deutsch. Ich finde es schön, weil die Zeit mit meiner Mutter auch schön war.

Letzten Freitag habe ich noch 1.088 Wörter geschrieben. Insgesamt ist mein NaNo-Roman jetzt 51.173 Wörter lang. Heute habe ich nicht viel Zeit aber ein wenig würde ich trotzdem gerne arbeiten. Das liegt daran, dass eine Figur, die am Freitag ihren ersten Auftritt hatte, wie etwas völlig Neues über meine Geschichte erzählt hat. Dadurch bekommt mein Roman eine völlig neue Wendung, die am bisherigen Plot zwar keine großen Änderungen erfordert, aber einige Ergänzungen. Sie dürften zudem für ordentlich Spannung sorgen. Ich muss also erst einmal meine Planung sichten und an den richtigen Stellen mit meinen neuen Erkenntnissen füttern. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass mir eine Figur eine solche Überraschung bescheren könnte, nachdem ich so lange am Plot gearbeitet habe. Sie ist deutlich größer als die, die ich sonst in der Regel beim Schreiben erfahre. Umso mehr freue ich mich darauf, meine Planung anzupassen, weil ich darin einen deutlichen Mehrwert für meinen Roman sehe.

Übrigens habe ich gestern mein Puzzle beendet. Am Ende ging es richtig schnell, wobei ich dabei trotzdem zwei Podcasts von insgesamt fast drei Stunden hörte. Nachdem ich jahrelang nicht gepuzzelt habe, meist richtig schön, ein so farbenfrohes und riesiges Puzzle zu lösen.

NaNoWriMo – Tag 25

Geschafft!!! Aktuell liege ich bei 50.085 Wörtern. Endlich! Damit habe ich nicht gerechnet, wobei es eigentlich klar war, dass ich heute nicht aufhöre, ehe ich die 50.000 im Dokument stehen habe. Das Zertifikat, das mich als Gewinnerin des NaNoWriMos auszeichnet, habe ich mir verdient. Ich habe täglich geschrieben, immer mehr als das Minimum von 1.667 Wörtern, und mich von nichts abhalten lassen, mein Ziel zu erreichen – deutlich vor dem 30. November 2021 fertigzuwerden. Ich wäre gerne noch viel früher über die Ziellinie gekommen, aber das überstieg einfach meine aktuellen Grenzen. Ich bin trotzdem stolz.

Wir befinden uns jetzt etwa in der Mitte der Geschichte. Ich werde nicht mehr täglich darüber informieren, was passiert ist, sondern nur noch einmal wöchentlich. Ich freue mich bereits darauf, wieder andere Inhalte mit dir zu teilen. Da wartet zum Beispiel der Leserückblick zweier ganz toller Bücher auf dich. Aber heute erfährst du noch ganz regulär, was ich geschrieben habe.

Nalin wird bei einer Zeremonie zur Hofmagierin ernannt und erhält vom König einen Ring, in den eine Krone eingraviert ist. Er soll ihr zu jeder Zeit Hilfe durch ihre Mitmenschen, egal ob einfache Bürger oder Adlige, zusichern.

Die Zwillinge belauschen eine Ratssitzung, bei der es um die erhöhten Abgaben an das Nachbarreich geht, wenn Devara mit Ciner Handel betreiben will. Devara ist vom Salz abhängig, das Ciner aus dem Meer gewinnt. Da ist es bitter, dass Ciner die Hilflosigkeit Devaras ausnutzt. Der König will Vorschläge hören, aber die beste Idee ist die vom Herzog, der natürlich Krieg führen will – Armee sammeln, Truppen ausrüsten, alles im Herbst, und dann einmarschieren und sich vom Winter überraschen lassen. Wir wissen, wie sowas ausgehen kann. Der König will lieber seine Tochter an den Prinzen Ciners verheiraten. Entweder werden daraufhin die Abgaben weggelassen oder Ciner wird zumindest unachtsam, sodass dann ein Überraschungsangriff möglich ist. Die Zwillinge sind entsetzt und laufen zu ihrer Mutter, um sie zu warnen.

Kronprinz Lawin unternimmt mit Nalin einen Ausritt mit anschließendem Picknick. Er zeigt sich mitfühlend und verständnisvoll. Klar, dass Nalin das anschließende Gespräch ernst nimmt.

Im Augenwinkel beobachtete sie Sahan, der durch die Wiese tollte und einen Diamantfalter jagte.
»Da ist noch etwas, über das ich mit dir reden muss.« Er seufzte, ehe er fortfuhr: »Maga, nein, Nalin, ich muss dich vor meinem Onkel warnen. Er nutzt Menschen schamlos zu seinem Vorteil aus. Ich fürchte, dass er etwas ausheckt, bei dem du eine wichtige Rolle spielst. Wenn du erst getan hast, worum er dich gebeten hat, kann nicht einmal ich dich vor der Strafe retten. Lass dir nicht von ihm glauben machen, ihm läge etwas an dir. Ich weiß genau, wie er vorgeht. Es ist immer gleich. Am Ende bezahlen sie alle ihr Vertrauen mit ihrem Leben. Versprich mir, dass du auf dich aufpasst und nicht auf seine Lügen hereinfällst.«
Nalin nickte sprachlos. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass sie dem Prinzen bereits so viel bedeutete. Zugleich spürte sie sehr deutlich die Angst vor dem Herzog. Es war offensichtlich, dass sie ihm nicht trauen konnte. Nur so ließ sich die Eindringlichkeit, mit der der Prinz auf sie einredete, erklären.
Der Prinz lächelte erleichtert. »Ich bin froh, dass du mir glaubst. Ich war mir nicht sicher, ob mein Onkel nicht schon Vorkehrungen getroffen hat, um meine Glaubwürdigkeit zu untergraben.« Er ergriff ihre Hände. Sein Blick lag begehrlich auf ihr, sodass sie erschauerte. »Du bist mir sehr wichtig, Nalin, und ich wünschte, dass du ebenso empfindest.«

Ich hoffe, du hattest ebensoviel Spaß dabei, mich bei meinem NaNo zu begleiten, wie ich ihn dabei hatte, dich daran teilnehmen zu lassen. Ich würde mich freuen, wenn du auch weiterhin Nalin bei ihrem Abenteuer folgen würdest.

NaNoWriMo – Tag 24

Oh je, meinen Plan, morgen die 50.000 Wörter zu knacken, kann ich wohl wirklich vergessen. Ich habe nur noch ein geplantes Kapitel vor mir, ehe ich meinen Plot erst einmal in weitere Kapitel aufteilen muss, um zu wissen, wie es genau weitergeht. Da kann ich wohl froh sein, wenn ich morgen mein Soll neben dem Planen weiterer Kapitel schaffe. Ich war wohl Ende Oktober zu optimistisch, dass der Stoff für den November ausreichen würde. Na ja, es ist ärgerlich, weil ich 2.727 vor den 50.000 Wörtern noch einmal planen muss, aber im Hinblick auf den Zeitpuffer, den ich habe, jetzt auch kein Beinbruch. Da gibt es definitiv Schlimmeres. Zum Beispiel Nalins Blauäugigkeit …

In Kapitel 26 entdeckt Nalin noch ein Perlenband, das man sich in die Haare schlingt. Obwohl sie pleite ist, überlässt der Händler ihr das Band und erwartet lediglich, dass sie es bald bezahlen wird. Natürlich kann sie nicht widerstehen. Zum Glück kehrt sie daraufhin auf ihr Zimmer zurück. (Noch mehr Shopping auf Pump hätte ich auch nicht ertragen.) Dort wartet die Leibdienerin der Königin, um Nalin sofort zur Königin zu bringen. Als Nalin erfährt, dass es wieder nur um Beziehungsprobleme geht, verzweifelt sie langsam. Sie hatte von ihrem Leben als Magierin irgendwie schwerwiegendere, wichtigere Aufgaben erwartet. Sie sagt der Königin, dass sie selbst ihr eigenes Gefängnis ist und es bei ihr liegt, durch die offenstehende Tür hinauszugehen. Damit hat sie nicht gesagt, dass die Königin gehen soll, aber immerhin darauf hingewiesen, dass ihr dieser Weg offensteht.

In Kapitel 27 begleiten wir die Prinzessin. Die hat das Gespräch zwischen Nalin und der Königin belauscht und ist entsetzt, dass ihre Mutter einen Bürgerlichen liebt und mit ihm durchbrennen will, aber auch über den Rat von Nalin. Sie hatte selbst darüber nachgedacht, sich von Nalin beraten zu lassen, aber jetzt will sie es lieber bleiben lassen. Stattdessen überlegt sie, was sie mit der Information anfangen will. Soll sie ihre Mutter an ihren Vater verraten? An ihren Onkel? Beide hätten die Macht, ihr die Freiheit zu schenken. Oder soll sie ihre Mutter erpressen, sie mitzunehmen, und sich dann irgendwann abseilen? Sie könnte auch Nalin dazu zwingen, ihr mit Magie zu helfen. Die Prinzessin kommt zu dem Schluss, dass sie noch zu wenig weiß, um sicherzustellen, dass ihr Wunsch im Austausch erfüllt wird.

In Kapitel 28 erfährt Graf Toran davon, dass Nalin zur Hofmagierin ernannt werden soll. Er hält das für einen furchtbaren Fehler und eilt zu ihr.

Er klopfte stürmisch an und wartete. Drinnen hörte er Stoff rascheln, aber die Aufforderung zum Eintreten blieb aus. Schritte erklangen am Ende des Gangs und näherten sich. Hektisch suchte er nach einer Möglichkeit, sich zu verstecken. Es gab keine. Ihm blieb keine Wahl, als unaufgefordert das Zimmer einer Dame zu betreten. Er riss die Tür auf und warf sie hinter sich ins Schloss. Ein unterdrückter Aufschrei veranlasste ihn, sich umzuwenden. Nalin schien sich gerade umzuziehen. Sie trug lediglich ein paar Unterkleider. Beschämt senkte er den Blick.
»Du! Wie kannst du es wagen? Eine solche Dreistigkeit hätte ich nicht einmal dir zugetraut.«
»Ich muss mit dir reden, Maga«, murmelte Toran. »Es ist wichtig.«
»Was kann so wichtig sein, dass du in das Zimmer einer Dame stürmst, die sich gerade ankleidet?«, zischte sie.
»Es ist so wichtig, dass ich mich von meinen Aufgaben davongestohlen habe, um dich zu warnen. Du darfst auf keinen Fall Hofmagierin werden. Es wäre dein Verderben.«
Nalin lachte. »Schau dich um, kleiner Schreiber. Dieses Zimmer ist der pure Luxus. Dennoch werde ich bald noch größere Räume beziehen und mir noch schönere Sachen leisten können, als sie mir der Herzog bisher zur Verfügung stellte. Kann man das wirklich als Verderben bezeichnen?«
Toran schüttelte den Kopf. »Lass dich nicht von solchen Nichtigkeiten blenden. Das alles ist es nicht wert, was der König von dir verlangen wird.«

Nalin hört natürlich nicht auf ihn, obwohl sie mittlerweile an der Rechtschaffenheit des Königs und des Kronprinzen zweifelt. Sie glaubt, als Magierin dazu fähig zu sein, sich selbst zu schützen, und notfalls vertraut sie auf den Herzog, dessen Sohn und ein kleines Bisschen auch auf den Kronprinzen.

Sie ist einfach unbelehrbar.

NaNoWriMo – Tag 23

Heute Morgen habe ich meinen Hamster einschläfern lassen. Kirin war schon zwei Jahre alt und ich hatte seit ein paar Wochen den Gedanken im Hinterkopf, dass sie mich wohl bald verlassen würde. Es war gestern trotzdem ein Schreck für mich, als ich bei ihr saubermachen wollte und sie dann gerade dabei beobachtete, wie sie aus dem Hamsterklo quasi rauskullerte. Ihr Köpfchen stand leicht schief. Das sorgt meistens dafür, dass die Kleinen ihren Gleichgewichtssinn zu einem großen Teil oder sogar ganz verlieren. Sie lag kurz auf dem Rücken, sodass ich auch ihren verschmierten Hintern sah. Ich konnte erst für heute Vormittag einen Termin bei meiner Tierärztin bekommen. Dank Corona sind die Öffungszeiten nicht mehr wie früher. Sonst hätte ich noch den gesamten Nachmittag Zeit gehabt, um vorbeizukommen. Meine Befürchtung, dass sich Milben in ihren Gehörgang festgesetzt haben und ihren Gleichgewichtssinn dadurch stören, hat sich nicht bewahrheitet. Meine Tierärztin vermutete einen Hirntumor oder einen leichten Schlaganfall. Dagegen ist kein Kraut gewachsen. Ich kam schon in die Praxis mit dem Gedanken, dass ich die Kleine nicht wieder mitnehmen würde. So ist es auch gekommen. Sie war schon so fertig, dass die Narkose fast genügt hätte, um ihr Leiden zu beenden. Ich hoffe, sie war mit dem Leben, das ich ihr geboten habe, zufrieden.

Trotzdem habe ich heute über 2.000 Wörter geschrieben und das in relativ kurzer Zeit. Ich kann es mir nur mit dem täglichen Training erklären und dass es nicht mein erster Hamster ist, der gestorben ist. Man härtet etwas ab, obwohl ich sie natürlich vermissen werde und traurig bin, dass sie mir nicht noch ein halbes Jahr länger erhalten bleiben konnte. Das wäre durchaus noch drin gewesen.

Nun ja, meine Arbeit hat für Kapitel 25 komplett gereicht. Der Herzog hat Nalin zum Tee eingeladen, um von ihr zu erfahren, was seine Spione nicht herausfinden konnten.

Dazu gibt es einen hübschen Verhörer meines Computers:

Die Dealer verbeugten sich vor ihm und er entließ sie mit einer kurzen Handbewegung.

Es soll natürlich Diener heißen, aber bei den vielen Intriegen könnte man auch einen Dealer brauchen, um mit ihnen klarzukommen.

Nalin bestätigt, dass der König ihr wie von ihm erwartet eine Stelle als Hofmagierin angeboten hat. Er löst sie aus ihrem Versprechen, ihn als Beraterin zu unterstützen, übt dagegen jedoch Druck auf sie aus, dass sie an eine Ehe mit seinem Sohn festhält. Durch diese Verbindung will er sich ihre Loyalität sichern. Nalin ist erleichtert, dass er sie so billig davonkommen lässt, obwohl sie durchaus Gefallen am Kronprinzen hätte. Er nutzt seine Chance, ihr sein „schlechtes Gewissen“ zu erklären, dass der König ein schlechter Mensch sei und auch sein Sohn bereits verdorben wäre. Die Zweifel genügen, dass sie gerne die inoffizielle Verlobung mit seinem Sohn aufrecht erhält.

In Kapitel 26 hat sich bereits herumgesprochen, dass Nalin zur Hofmagierin ernannt werden soll. Adlige und reiche Bürger bitten um ihren Rat und Zauber, um ihre Problemchen zu lösen. Nalin findet das ermüdend, aber sie mag, dass diese Besucher ihren Beutel mit Münzen füllen. Sie geht nach der letzten Besucherin auf den Markt, bestellt genug Seidenstoff für ein üppiges Kleid und feine Spitze, kauft eine Bürste, weil sie ihr so gut gefällt, obwohl sie bereits eine hat, und ein süßes Brötchen, weil sie seit dem Frühstück nichts mehr gegessen hat. An dieser Stelle steigen wir ein.

Da fiel ihr ein Muff aus Samtnerz ins Auge. Das sonst blütenweiße Fell war in einem zarten Blau gefärbt. Es schien wie für sie gemacht zu sein. In ihrem Zimmer hing ein Kleid, das im fast selben Farbton leuchtete. Die Kombination der beiden Töne würde sicherlich perfekt aussehen, wenn sie an kalten Tagen ausgehen wollte. Zugleich würde er zu fast allen ihren Kleidern passen. Wenn das nicht Grund genug war, um sich dieses besondere Stück zu kaufen, wusste sie es auch nicht.
Sie spürte genau, wie ihr das Blut aus den Wangen wich, als sie den Händler bezahlen wollte, um den Muff sogleich zu nutzen. Der Preis überstieg die Münzen, die in ihrem Beutel lagen.
Der Mann bemerkte offensichtlich ihre Verlegenheit. Er raunte ihr zu: „Die zukünftige Hofmagierin hat natürlich Kredit bei mir. Gebt mir jetzt die Hälfte des Preises, und ich überlasse Euch dafür den Muff. Bezahlt den Rest einfach, sobald der König Euch entlohnt hat.“
Nalin lächelte erleichtert und gab ihm die genannte Summe. Dennoch verabschiedete sie sich schnell von ihm. Es war ihr unangenehm, bei einem Händler Schulden zu haben. Sie vergrub ihre Hände in den Muff und konnte sich doch nicht so recht über das weiche Fell freuen, das ihr bald die Kälte aus den Fingern vertrieb.

Und lernt sie daraus?

NaNoWriMo – Tag 22

Heute habe ich gleich drei Kapitelchen geschrieben, insgesamt 2.042 Wörter. Und das an einem Werktag, an dem ich zudem den ganzen Vormittag anderweitig beschäftigt war. Ich erkenne dahinter das Training der vergangenen drei Wochen. Das ist mit ein Grund für den NaNo. Die Autoren wollen eine Routine in ihren Schreibprozess bringen, den sie zuvor nicht hatten. In meinem Fall wäre das, länger als maximal zwei Stunden am Tag zu arbeiten. In Anbetracht dessen, dass ich zwischen drei bis sieben Stunden pro Tag arbeite und dabei viel mehr Wörter schreibe als sonst, bin ich auf einem guten Weg.

Jetzt möchte ich mit dir aber auch teilen, was ich während des Schreibens erlebt habe. In Kapitel 22 bemerkt die Königin Nalin auf dem Ball. Sie fragt den König nach der Magierin, aber er weiß selbst nichts und antwortet entsprechend harsch. Sie will Nalin zu sich einladen, um mit ihr zu reden und einen Rat zu bekommen, wie sie den König verlassen und ungeschoren mit ihrem Liebhaber zusammen sein kann.

In Kapitel 23 spricht der König den Herzog auf Nalin an, weil er sie in Begleitung seines Neffen gesehen hat. Der Herzog prahlt damit, dass Nalin fast mit seinem Sohn verlobt ist. Das missfällt dem König natürlich, weil eine solche Verbindung das Machtgefällt zwischen ihm und seinem Bruder in die falsche Richtung verschieben könnte.

Deshalb bietet er Nalin in Kapitel 24 den Posten als Hofmagierin an, der von allen Magiern und Magierinnen bisher verschmäht wurde, weil keiner von ihnen sich zum Werkzeug des Königs machen will. Nalin ist natürlich begeistert, aber sie bittet um Bedenkzeit. Schließlich hat sie dem Herzog versprochen, ihm zu Diensten zu sein. Als sie den König verlässt, trifft sie den Kronprinzen auf dem Gang. Er lädt sie zu einem Spaziergang im Schlosspark ein und sie unterhalten sich über Nalins erlebnis mit Toran. Sie erzählt natürlich nur von einem unbedeutenden Schreiber, sodass der Prinz die Parallelen nicht erkennt. Das Gespräch bekommt schließlich eine ganz andere Richtung …

»Ich hoffe darauf, dass ich eine Frau finde, mit der ich meine Pflicht teilen kann.« Er sah ihr tief in die Augen. »Eine Frau, die nicht nur schön, sondern auch klug ist, um mit mir die Sorgen zu tragen.«
Nalin räusperte sich. War es wirklich so offensichtlich, wie sie glaubte? Wollte er von ihr hören, ob sie bereit sei, ihn zu heiraten?
»Ich bin sicher, dass es viele Frauen in Devara gibt, auf die diese Beschreibung zutrifft. Mit Sicherheit kennt Ihr eine solche Frau. Habt ihr bereits mit ihr über Eure Gefühle gesprochen?«
»Frauen sind empfindsame Wesen. Man darf sie nicht verschrecken. Noch kenne ich meine Erwählte nicht gut genug, um sie um ihre Hand zu bitten. Hast du einen Rat für mich, wie ich eine kluge Frau für mich gewinnen kann? Wann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um sie zu fragen?«
Nalin war jetzt überzeugt, dass der Prinz von ihr sprach. In ihrer Aufregung begann ihr Magen, nervös zu flattern, und ihr wurde schwindelig. Sie konnte wahrhaftig Königin werden!
Nalin war froh, den Arm des Prinzen zur Stütze zu haben. In ihrem Rausch stolperte sie und fiel nur deshalb nicht hin.
»Ist alles in Ordnung?«
Nalin schüttelte langsam den Kopf. »Ja Prinz, aber lasst uns auf einer der Bänke Platz nehmen. Der Tag war anstrengend und ich muss mich einen Moment ausruhen.«

Muss ich erwähnen, dass der König seinen Sohn auf Nalin angesetzt hat? Er soll sie für sich gewinnen, um später der mächtigste König zu werden. Bis dahin wäre Nalin dem amtierenden König als Schwiegertochter sicher auch ganz nützlich.