NaNoWriMo – Tag 21

Genau drei Wochen ist der NaNoWriMo bereits alt. Nur noch neun Tage, bis er endet. Heute hat mein Roman die 40.000 Wörter geknackt, genau 40.505 bzw. 81%. Würde ich die nächsten Tage nur noch 1.667 Wörter schreiben, wie ich es müsste, um am Ende ziemlich genau auf 50.000 Wörter zu kommen, wäre ich in sechs Tagen fertig. Da ich meistens eher in Richtung 2.000 Wörter pro Tag komme, sind fünf Tage tatsächlich realistisch.

Aber jetzt muss ich erzählen, was heute alles passiert ist! Toran ist nämlich endlich in seinem Element!!! Ich finde ihn ja echt zum Anbeißen. Gefällt er dir auch?

Zunächst wählen in Kapitel 20 die Königin und die Prinzessin die Stoffe für ihre Kleider für den Ball. Aus unterschiedlichen Gründen kommen sie zu dem Schluss, dass die Prinzessin auch dieses Jahr keinen Mann auf dem Ball für sich erwählen wird.

In Kapitel 21 findet endlich der Ball statt. Der Sohn des Herzogs verspätet sich, sodass der Herzog die Gelegenheit nutzt, um mit Nalin zu tanzen. Der Kronprinz klatscht ab, nur um von seinem Bruder Tahsim abgeklatscht zu werden. Der nutzt die Gelegenheit, um Nalin jemandem vorzustellen.

Am Rand der Tanzfläche stand ein großer Mann, vielleicht etwas älter als sie, mit dunkelbraunen Haaren, Spitzbärtchen und noch dunkleren Augen. Seine Kleidung war schmucklos. Zu dem weißen Hemd trug er eine braune Weste und eine Hose im selben Farbton. Nalin hätte ihn für einen Diener gehalten, der sich auf das Fest geschlichen hat, hätte Tahsim ihn nicht von weitem schon auf sich aufmerksam gemacht.
Sie hielten vor dem schlichten Mann, um den alle anderen Anwesenden einen Bogen zu machen schienen. Sein Blick wurde noch eine Spur dunkler und Nalin fühlte sich an den prüfenden Ausdruck der Schneiderin erinnert.

Nalin kommt zu dem Schluss, einem der Schreiber gegenüberzustehen, die als Ehrung ihrer Tätigkeit ebenfalls eingeladen sind. Sie kanzelt Toran ganz schön ab. Dumm, dass Tahsim bei der Begrüßung nicht erwähnte, dass Toran ein Graf ist. Sonst hätte Nalin ihn anders behandelt. Sie sucht nach dem Sohn des Herzogs und findet ihn.

Hier hatte mein Laptop auch wieder einen hübschen Verhörer.

Rodan pflückte zwei Kelche mit Wein vom Tablett eines vorbeigehenden Dinos und gab Nalin einen davon.

Dinos in High Fantasy! Es heißt natürlich Dieners. Ich nuschel wohl doch zu viel bzw. mein Drache muss meine Sprechweise noch besser kennenlernen, damit sich solche Verhörer nicht mehr ergeben. Aber ich finde Dinos in dem Zusammenhang auch ganz witzig. Man stelle sich einen festlich geschmückten Ballsaal vor, in dem die Adligen feiern, und dazwischen laufen livrierte Dinos mit Kristallgläsern auf den Tabletts herum!

Jedenfalls tanzt Nalin mit Rodan und anschließend mit wechselnden Tanzpartnern. Sie findet es toll, wie sehr alle um ihre Aufmerksamkeit buhlen und ihr schmeicheln. Plötzlich steht sie wieder Toran gegenüber.

»Glaub nicht, ich hätte dich vergessen.«
Toran lächelte ihr spöttisch zu. »Dann habt Ihr vor mir nichts zu befürchten, Maga. Egal, was ich tue, Ihr werdet mich durchschauen. Ihr seid mir bereits aufgrund der Wahl durch die Göttin überlegen.«
»Genau so ist es«, fauchte sie.
Ein Diener trat neben sie. »Ich bitte um Verzeihung, Maga, aber der König lässt ausrichten, dass er morgen nach Euch schicken wird und Ihr Euch bereithalten sollt.«
Nalin lächelte Toran vielsagend an, während sie antwortete: »Ich stehe seiner Majestät zu Diensten, wann immer er mich benötigt.«
Der Diener verneigte sich und eilte davon.
»Wenn dich das Zeichen der Göttin bis jetzt nicht davon abgehalten hat, mich mit dem Respekt zu behandeln, den ich verdiene, solltest du spätestens jetzt damit anfangen.«

Damit endet Kapitel 21.

NaNoWriMo – Tag 20

Neuer Rekord! 2.430 Wörter! Dafür habe ich lange diktiert, aber ich bin einem Schritt näher an meinem Ziel, möglichst bald meine 50.000 Wörter zu erreichen. Ich hoffe, ich schaffe morgen erneut so viel.

Nebenbei wächst auch mein Puzzle. Ich dürfte die Hälfte bereits zusammengesetzt haben. Die Bereiche, die vorher lose im Rahmen lagen, haben ihre Verbindung zueinander und zum Rahmen gefunden, sodass es bereits recht stabil sein dürfte. Ich frage mich, was ich zuerst fertig haben werde – die 50.000 Wörter oder das Puzzle?

Viel wichtiger ist jedoch, wie es bei meinem Roman weitergeht! Nalin sagt dem Herzog zu, für ihn zu arbeiten.

»Das sind wundervolle Neuigkeiten. Ich werde alles in meiner Macht Stehende tun, damit du deine Entscheidung nicht bereust. Ich werde Jire gleich morgen damit beauftragen, dir eine komplette Ausstattung zu schneidern.« Er wandte sich Rodan zu. »Ich möchte, dass du Nalin so bald wie möglich zum Goldschmied begleitest. Er soll sie mit ein paar angemessenen Schmuckstücken versorgen.« Er lächelte Nalin zu. »Du kannst dich auf Rodan verlassen. Er besitzt einen treffsicheren Geschmack und wird dich gut beraten. Und bald wirst du dir alles leisten können, das dein Herz begehrt.«
Es ist an der Zeit, die beiden alleine zu lassen. Dann wirkt Rodans Charme noch besser auf Frauen.
»Ich muss mich entschuldigen«, stieß er aus, als habe er etwas Wichtiges zu erledigen. »Ich sehe gerade, dass ein Gast eingetroffen ist, den ich lange nicht gesehen habe. Ich muss mich unbedingt mit ihm unterhalten. Sohn, ich erwarte, dass durch angemessen um Maga Nalin kümmerst.«
Damit verließ er die beiden. Im Augenwinkel sah er Nalins Überraschung und beglückwünschte sich zu seiner Strategie.
Genieße deine Tage am königlichen Hof, kleine Maga. Sie waren bereits gezählt, als du in meine Kutsche stiegst. Sobald du den König für mich beseitigt hast, werde ich dich des Mordes und den Thronfolger des Auftrags beschuldigen. Ich werde die Stellung der gesamten Königsfamilie dermaßen schwächen, dass den Adligen gar nichts anderes übrig bleibt, als meine Krönung zu unterstützen.

Die beiden unterhalten sich und Rodan findet natürlich die richtigen Worte, um Nalins Herz zu erwärmen.

In Kapitel 18 ist König Ankor wütend, weil ein Fürst sich für den Ball zu Ehren des letzten Sommermonats entschuldigen lässt. Er ist krank und kann nicht kommen. Prinz Rebwar versucht die Wogen zu glätten und nimmt Partei für den Fürst ein. Das ist eine schlechte Strategie. Sein Bruder Tahsim will die Chance nutzen, um Graf Toran ins Gespräch als Botschafter zu bringen und damit ihren Vater von seiner Wut abzulenken. Das hält Rebwar für eine ganz schlechte Idee und wird überrascht. Der König will sich den Vorschlag tatsächlich überlegen.

Kapitel 19 steht unter dem Stern „wie fängt man eine leichtgläubige Magierin?“. Prinz Rodan geht mit ihr auf den Markt und kauft ihr alles, das sie haben will. Dabei erzählt er ihr von dem bevorstehenden Ball und dass sie quasi eine Trendsetterin sein wird. Sie ist ganz fasziniert von dem Fest und will mehr darüber wissen. Er berichtet ihr, was sie zu erwarten hat, und dass die Jüngeren unter ihnen dort häufig ihre zukünftigen Partner kennenlernen, weswegen im Winter ständig Hochzeit gefeiert wird. Er lässt natürlich nicht aus, ihr tief in die Augen zu sehen und zu sagen, dass er dann selbst gerne Hochzeit feiern würde. Nalin schwebt auf Wolke 7. Bald ist sie Prinzessin, eines Tages Herzogin oder vielleicht sogar Königin.

Eieiei, Nalin ist wirklich extrem leichtgläubig!

NaNoWriMo – Tag 19

Heute war ich mit meiner Schwiegermama schwimmen und anschließend Kaffee trinken. Ich brauche diese Abwechslung, wenn ich mich nicht in eine Blockade schreiben will. Einfach mal den Kopf frei kriegen und andere Dinge sehen, sind da echt Gold wert. Ganz zu schweigen von der Bewegung, die ohne Frage gesund ist. Entsprechend mache ich heute schon bei 1.681 Wörtern Feierabend. Es ist schon spät. Die NaNo-Homepage sagt jetzt, dass ich erst am 27. November fertig werde, wenn ich nichts ändere. Püh, der zeige ich es am Wochenende noch so richtig, wenn ich mehr Zeit habe! Bis dahin lasse ich dir zwei Schnipsel da.

Nalin lernt die Schneiderin Jire kennen. Sie findet sie furchteinflößend, weil sie keinerlei Gefühlsregung zeigt – nicht einmal, als der Herzog sie zusammenstaucht.

Von einer Sekunde auf die nächste kam es ihr deutlich kühler vor. Sie rang sich ein Lächeln ab, das Jire jedoch nicht erwiderte. Stattdessen musterte sie sie wie ein Insekt, bei dem sie nachdachte, wie sie es am einfachsten beseitigen konnte. Nalin schauderte.
»Rojda«, rief Jire scharf.
Augenblicklich öffnete sich die Tür und eine Frau trat ein. Sie schenkte Nalin sogleich ein Lächeln.
»Bring die Maga Nalin zum gemeinschaftlichen Bad und sei ihr behilflich. Wir wollen doch nicht, dass die neuen Kleider sogleich schmutzig werden.«
»Sehr wohl, Meisterin.«
Nalin trat auf den Flur hinaus und sah sich nach der Gehilfin um. »Ich bin gerade erst eingetroffen.«
»Keine Sorge, die Herrschaften wissen, wann sie die Hilfe meiner Meisterin benötigen. Normalerweise rufen sie uns jedoch, um eine Geliebte aus dem einfachen Volk herzurichten.«
»Deine Meisterin ist beängstigend. Ist das nur Theater für die Adligen?«
Rojda sah bekümmert den Gang entlang. »Sie ist noch schlimmer. So benimmt sie sich, wenn sie liebenswürdig und zuvorkommend sein muss. Es gelingt ihr nicht besonders gut, nicht wahr?« Sie lächelte schief. »Gerüchten zufolge war sie früher anders. Sie wollte die persönliche Schneiderin der Königsfamilie sein. Lediglich die Affären der Adligen bei Hofe herzurichten, dürfte für sie die größte Beleidigung sein. Ich will mir nicht ausmalen, wie sehr sie diese Enttäuschung schmerzt.«
Nalin dachte an die vielen Rückschläge in ihrem Leben. »Ich auch nicht«, flüsterte sie.

In Kapitel 16 begleiten wir Toran und die Zwillinge bei einem Ausritt. Sie haben erfahren, dass ihr Vater einen Botschafter zum König des Nachbarreichs schicken will, und wollen ihn dafür vorschlagen. Sollte er von der Mission erfolgreich zurückkehren, statt sich dort abzusetzen, sollte ihr Vater ihm genug vertrauen, dass er zu seiner Familie zurückkehren und sich gefahrlos eine Frau suchen kann. Toran ist gerührt von ihrem Vertrauen in ihn und verspricht, sie nicht zu enttäuschen, sollte ihr Vater dem Plan zustimmen.

Kapitel 17 ist noch nicht sonderlich fortgeschritten, aber wir erleben es aus der Sicht des Herzogs.

Firat stockte der Atem. Nalin hatte in ihrem Hauskleid bereits bezaubernd ausgesehen. Es hatte ihn nur in seiner Ansicht bestärkt, dass der Pöbel viel zu selten etwas aus sich machte. Frisch gewaschen und mit ordentlich frisiertem Haar hätte er Nalin nicht wiedererkannt, zumal Jire während seiner Abwesenheit scheinbar dafür gesorgt hatte, dass Nalin diesen Schädling von ihrer Schulter genommen hatte. Sie war dermaßen in das Vieh vernarrt, dass er nicht damit gerechnet hatte, dass Jire in diesem Punkt erfolgreich sein würde.
Nalin war herangekommen und knickste. »Ich möchte mich ganz herzlich für die Einladung bedanken, Hoheit.« Anmutig erhob sie sich und schenkte ihm ein hinreißendes Lächeln.
Firat schluckte. Die hellblaue Seide schimmerte mit Nalins blauen Augen um die Wette. Die weiten Ärmel flossen in weiße Spitze über. Den dezenten Ausschnitt zierten aufgestickte weiße Vögel. Obwohl es ein eher dezentes Kleid war, das andere Adlige als Hauskleid tragen würden, stand es Nalin ausgenommen gut. Befänden sie sich nicht auf einer kleinen, privaten Soiree, sondern auf einem Fest, würde sie trotz des eher schlichten Kleides die Aufmerksamkeit aller Männer auf sich ziehen.

Ich freue mich schon auf morgen. Ich will die Soiree entdecken und einfach einen schönen Abend zwischen Adligen und Nalin erleben.

NaNoWriMo – Tag 18

Mittlerweile ist mein Roman schon 34.080 Wörter lang. Rund 68% des NaNos sind abgearbeitet. Die NaNo-Homepage sagt, dass ich voraussichtlich am 26. November die 50.000 erreichen werde. Aktuell hoffe ich darauf, schon am 24. November fertig zu werden. Ich habe am 25. einen Termin, bei dem ich gerne erzählen würde, dass ich mein Ziel erreicht habe. Aber das betrifft nur meinen Ehrgeiz. So oder so bin ich echt stolz darauf, dass es so gut läuft.

Es geht auch mit Kapitel 15 weiter. Der Herzog hat Nalin angeboten, im Schloss zu leben. Wenn sie für ihn arbeiten soll, ist es schließlich praktisch, nicht ständig erst nach ihr schicken zu lassen. Außerdem fühlt er langsam vor, zu was sie alles bereit sein könnte. Er begründet es damit, dass es ab und zu nötig sein könnte, Feinde des Reichs im Auftrag des Königs auf unauffällige Weise aus dem Weg zu räumen. Er schmiert ihr ganz schön Honig ums Maul, sagt, er habe eine gute Menschenkenntnis und wüsste, dass er ihr vertrauen kann und dass sie zu den nötigen Schritten fähig sei. Nalin ist happy. So viel Vertrauen und Respekt hat man ihr zuhause nie entgegengebracht. An dieser Stelle setzt der Schnipsel ein.

Er rieb sich das Kinn. Sein Blick war undurchdringlich und intensiv, als würde er direkt in ihre Seele blicken. »Die Frage mag dir merkwürdig vorkommen, aber wie alt du bist.«
Will er mir Avancen machen?, schoss es Nalin durch den Kopf. Er könnte mein Vater sein. Wäre es wirklich ein Problem, wenn ich mich auf ihn einließe? Er ist immerhin ein Herzog. Er könnte mir ein Leben bieten, von dem ich in Chiater nicht einmal zu träumen gewagt hätte.
»Ich bin vierundzwanzig Jahre alt«, antwortete sie schließlich.
»Da habe ich dein Alter gut geschätzt. Eine hübsche junge Frau, noch zudem eine Magierin, wird unter den Männern am Hof wählen können. Allerdings ist eine Frau wie du für die meisten viel zu schade. Ich habe einen anderen Vorschlag für dich.«
Nalin sah sich in ihrem Verdacht bestätigt. Sie war froh, so vorausschauend denken zu können. Jemand anderes, davon war sie überzeugt, musste bei den folgenden Worten einfach überrascht sein. Welche junge Frau in ihrem Alter rechnete schließlich damit, dass ein Herzog, der alt genug war, ihr Vater zu sein, ihr einen Heiratsantrag machte oder sie zu seiner Geliebten ernannte?
»Mein Sohn Rodan ist genau im richtigen Alter für dich und unverheiratet. Würde dir denn ein dauerhaftes Leben im Schloss gefallen? Du wärst eine Prinzessin. Im unwahrscheinlichen Fall, dass den Kindern meines Bruders etwas zustoßen sollte, wärst du die zukünftige Königin.«

Tja, so weit ist es dann doch nicht hin mit Nalins Weitsicht. Umso glücklicher ist sie. Allerdings fürchtet sie, dass es einen Grund hat, weshalb der Sohn des Herzogs noch unverheiratet ist. Sie bittet darum, dass die beiden sich erst einmal kennenlernen, ehe sie sich für oder gegen eine Hochzeit entscheiden. Vom Schloss ist Nalin zunächst entsetzt. Alles ist so düster und kalt. In ihrer Fantasie sah sie bunte Bilder an den Wänden, Blumen in Vasen in Nischen und viel Licht. Aber durch die Schießscharten kommt ja kaum Licht rein. Umso mehr überrascht sie das Gästezimmer, in das der Herzog sie führt. Leuchtend gelbe Seidentapeten an den Wänden und bunte Seidenteppiche auf dem Boden. Das kennt sie gar nicht und ist schon ganz erpicht darauf, sich beides einmal näher anzusehen und das Material zu berühren. Es wird noch ein Weilchen dauern, bis sie alleine ist, um das zu tun …

NaNoWriMo – Tag 17

Heute kam ich erst nach 13 Uhr dazu, mit dem Schreiben zu beginnen. Ich war vorher noch beim Sport und mit meiner Schwiegermama frühstücken. Das muss einfach sein. Ich fühlte mich anschließend viel klarer im Kopf. Dabei ist der in den letzten Tagen irgendwie gar nicht leistungsfähig, sobald es nicht um meinen Roman geht. Logik? Äh, ich weiß noch, wie man das Wort schreibt. Der Haushalt will natürlich auch nicht vernachlässigt werden. Den habe ich also auch noch erledigt, ehe ich loslegen konnte. Darauf hatte ich so gar keine Lust. Ich wollte so gerne weiterschreiben. Aber dann war er doch erstaunlich fix fertig. Ich glaube, die Stunde Bewegung mit dem Staubsauger und dem Wischmopp haben mir geholfen, mich wirklich geistig auf mein Projekt vorzubereiten.

Ghizmo habe ich es letztlich zu verdanken, dass ich außerhalb des Wochenendes auf über 2.000 Wörter gekommen bin. Ich wollte schon aufhören, da setzte er sich auf meinen Schoß und wollte gekuschelt werden. Da war nichts mit vom Boden aufstehen, um an den Laptop zu gehen, um die Statistiken, das Schreibforum und meine Homepage mit meinen Ergebnissen zu füttern. Also habe ich weiter diktiert, bis ich nicht mehr wusste, was als nächstes im Plot steht, weil ich heute Mittag nicht so weit gelesen hatte. Ich hatte ja nicht damit gerechnet, dass ich so weit käme. Tja, Katzen und ihr eigener Kopf eben. Ich liebe sie dafür.

Das führt dazu, dass ich ein neues Kapitel geschrieben und das nächste begonnen habe. Dummerweise habe ich nur bis Kapitel 29 geplant. Wenn das so weitergeht, könnte das bis zum Ende des Monats nicht ausreichen. Allerdings kenne ich die groben Abläufe, sodass ich mir nur einen Tag Zeit nehmen muss, um ein paar weitere Kapitel durchzuplanen, damit ich am nächsten Tag wie gewohnt weiterschreiben kann.

In Kapitel 14 bemerkt die Königin, dass die Prinzessin ungewöhnlich unruhig ist. Sie fragt sich, woher das kommen mag, und bleibt bei der Möglichkeit hängen, dass die Prinzessin verliebt ist. Jetzt hofft sie, dass die Prinzessin sich in eine gute Partie verliebt hat. Dann würde der König einer Hochzeit direkt zustimmen und die Vorbereitungen dafür vorantreiben und die Königin könnte kurz danach mit ihrem Liebhaber verschwinden, weil sie ihre Tochter in guten Händen weiß.

In Kapitel 15 ist Nalin in der Hauptstadt Idiat angekommen und lebt bereits mehrere Tage im billigsten Gasthaus der Stadt. Sie hat sich mit einer Krämerin zusammengetan, deren Waren sie in der Luft mit Magie quasi jongliert. Auf die Weise haben beide etwas davon, weil die Krämerin ihre Waren und Nalins Künste anpreist, während Nalin die Aufmerksamkeit der Marktbesucher auf sich lenkt. Tatsächlich bemerkt der Herzog sie, der in seiner Kutsche an ihr vorbeifährt.

»Ein seltsames Schoßtier hast du da, Maga«, drang die Stimme des Herzogs zu ihr. »Irre ich mich oder handelt es sich tatsächlich um eine Pinselkatze?«
Erstaunt hob Nalin den Blick. Sie hätte nicht gedacht, dass ein hoher Herr sich mit den Schädlingen des Landes auskannte. »Euer Hoheit hat einen guten Blick und gute Kenntnisse über Tiere«, antwortete sie in der gestelzten Sprechweise, die Kender ihnen allen für den Fall beigebracht hatte, dass Adlige auf der Durchreise in Chiater halten würden.
Der Herzog lachte amüsiert. »Ich dachte, ich würde mich ein wenig mit Tieren auskennen. Allerdings meine ich, mich zu erinnern, dass Pinselkatzen Schädlinge seien, über die sich die Bauern regelmäßig beim König beschweren. Dieses Tier scheint jedoch vollkommen zahm zu sein. Weiß es sich zu benehmen?«
»Euer Hoheit, ich muss Euch um Verzeihung bitten. Sahan hat bisher nur mit unserem Gelehrten im Dorf Bekanntschaft gemacht. Einen höheren Rang kennt er nicht. Ich weiß nicht, ob er begreift, dass er sich in Eurer Anwesenheit besonders gut benehmen muss. Allerdings gab es bisher nie Grund zur Klage.«
Der Herzog nickte verständnisvoll. »In dem Fall werde ich mein Glück versuchen. Würdest du mir die Freude machen, einzusteigen? Ich möchte mich mit dir unterhalten.«
Sie knickste und antwortete: »Ich komme Eurem Wunsch gerne nach, Hoheit.«

Sie unterhalten sich darüber, woher Nalin kommt und wann sie ihre Tätowierung erhielt. Nalin antwortet wahrheitsgemäß, aus Angst, bei einer Lüge ertappt und dafür bestraft zu werden. Wir ahnen doch alle, was der Herzog sich dabei denkt, ein Landei mit magischen Fähigkeiten vorzufinden!

NaNoWriMo – Tag 16

Nachdem es gestern stressig war, lief es heute richtig gut. Ich war so schnell fertig, dass sogar ein Friseurtermin drin war. Den habe ich mir nach zwei Wochen intensivem Schreiben wirklich verdient. Eine Stunde Wellness die Sinne.

Jetzt sitze ich hier vorm Computer, Ghizmo liegt auf meinem Schoß, den Kopf auf meinem Unterarm gestützt, und lässt sich streicheln. Wie gut, dass sich ein Headset auch mit einer Hand anziehen lässt. Auf die Weise kann ich von meinem Tag berichten, ohne die Aufmerksamkeit von Ghizmo zu nehmen. Das genießt er auch gerade sehr. Als heimlicher Star meines Romans braucht er viele Streicheleinheiten. Es ist furchtbar anstrengend, eine Muse zu sein.

Heute geht es auch um Sahan, für den Ghizmo Modell gestanden hat. Es wird traurig. Vielleicht solltest du dir ein paar Taschentücher in Reichweite legen. Wenn ich meine Sache gut gemacht habe, wirst du den Schmerz ebenfalls fühlen.

Nalin hat sich auf den Weg zur Hauptstadt gemacht. Sobald die Sonne aufgeht und ihr endlich warm wird – die Nächte werden langsam kühl -, steigen wir in die Handlung ein.

Sie setzte ihn auf der Erde ab und kraulte ihn hinter den Ohren.
»Pass gut auf dich auf, mein Kleiner. Jetzt lauf.«
Der Kater maunzte und schaute sie aus runden Augen treu an.
Nalin wedelte mit den Händen und zischte ihm ein »Kusch« entgegen.
Sahan setzte sich.
»Jetzt geh schon!«
Der Kater hob seine rechte Pfote und putzte sie.
»Dann bleib eben hier.«
Sie ging. Der Abschied schmerzte sie, aber es war die einzige Möglichkeit. Er würde sich in Idiat nicht wohlfühlen und Nalin hatte andere Sorgen, als sich um ihn zu kümmern.
In Gedanken sah sie Sahan wie ein Häufchen Elend auf der Straße sitzen und ihr hinterherschauen. Sie sah sich nicht nach ihm um, um keinen noch schlimmeren Anblick in ihr Herz zu lassen.
Wahrscheinlich sitzt er nicht mehr dort. Er ist ein Tier, das von seinem Instinkt geleitet wird. Sicher tollt er durch die Wiesen und sucht nach Futter.
So beruhigend das klang, es tat ihr auf eine Weise weh, wie sie es nie zuvor verspürt hatte.
Sie war den ganzen Vormittag gelaufen und setzte sich unter einen Baum. Die Müdigkeit einer durchwachten Nacht überfiel sie und sie erlaubte sich ein Nickerchen.
Etwas Schweres fiel in ihren Schoß, schnurrte, maunzte und tretelte auf ihr herum.
Nalin riss die Augen auf und sah sich Sahan gegenüber. Er gab ein klägliches Maunzen von sich, rollte sich zusammen und schlief ein.

Sie reisen gemeinsam weiter. Sahan sitzt dabei auf ihrer Schulter. Ihm tun nach dem Marsch aber auch gehörig die Pfötchen weh. Unterwegs übt Nalin auch ihre Magie, indem sie ein Blatt schweben lässt. Langsam scheint sie den Bogen rauszukriegen.

In Kapitel 13 begleiten wir wieder Prinzessin Medya. Sie überlegt, was sie tun muss, um ihr Leben selbst in die Hand nehmen zu können. Es gibt nur eine Möglichkeit. Sie muss aus dem Palast raus. Aber im Gegensatz zum Liebhaber ihrer Mutter will sie in Idiat direkt vor der Nase ihres Vaters bleiben, weil sie denkt, dass er dort nicht nach ihr suchen lassen wird.

Die Prinzessin hat einiges im Kopf. Ich schätze, sie wird mir im Verlauf des Romans noch ein paar Überaschungen bereiten.

NaNoWriMo – Tag 15

Uff, was für ein Tag. Der Wecker klingelte bereits um 5.15 Uhr. Ich konnte noch etwas liegen bleiben, aber um 6 Uhr stand ich dann doch auf und machte mich fertig. Die heute anstehenden Aufgaben im Haushalt waren bereits um 8.15 Uhr erledigt. Eine Stunde später, die ich dann einfach damit verbrachte, richtig zu mir zu kommen, ging es auf eine kleine Saarlandrundfahrt, von der ich erst nach 12 Uhr heimkehrte. Nach einer schnellen Mahlzeit ging es um 13 Uhr zum Schreiben ins Büro. Das klingt nicht nur leicht stressig, das war es auch. Aus irgendeinem mir unerfindlichen Grund brauchte ich dann für die heutigen 1.738 Wörter fast fünf Stunden. Ich weiß nicht, wo die Zeit geblieben ist. Ich habe eigentlich das Gefühl, die ganze Zeit diktiert zu haben. Wenn ich größere Pausen gemacht hätte, hätte sich entweder mein Diktierdrache in Standby versetzt oder Papyrus wäre auf Kaffeepause gesprungen. War aber beides nicht der Fall. Der NaNo ist ein Mysterium und auf seine Weise abenteuerlich. Kommen wir besser zur Geschichte. Die habe ich besser im Griff als die Zeit.

In Kapitel 11 erleben wir wieder Toran und die Zwillinge. Ihm ist eingefallen, dass er ein Problem hat. Wie soll er sich gegen die Liebe wehren, wenn sie ihn plötzlich umhauen sollte? Ist ja schließlich möglich. Dann hilft auch keine Vernunft. Die Zwillinge erkennen, dass sie genauso in der Patsche sitzen. Auch bei ihnen würde ihr Vater die Frauen gegen sie verwenden, um sie gefügig zu halten. Eine Lösung fällt ihnen leider nicht ein. Da bleibt nur, zu hoffen, dass ihnen nicht das richtige Fräulein über den Weg läuft.

In Kapitel 12 liegt Nalin wach im Weberhaus, weil ihr Vater sie ja zuhause rausgeworfen hat.

Nalin wälzte sich herum (…) und strampelte unruhig mit den Beinen. Dabei traf sie etwas Weiches. Sahans Fauchen erinnerte sie daran, dass sie nicht alleine war. Sie wusste nicht, (…) was sie davon halten sollte. Ihr wuchsen die Bedürfnisse des Katers über den Kopf. (…) Ihr Vater vertrieb sie, sobald er sie in der Nähe der Hütte sah (…), um etwas zu essen zu holen. Dabei verdiente sie ihren Anteil daran. (…)
Alle waren gegen sie. Dabei hatte sie sich die größte Mühe gegeben, die Magierin zu sein, die sie wollten. (…) Es war sicher ein Fehler gewesen, Sahan als ihren Gegenstand auszugeben. Allerdings hatte bis auf Kender niemand (…) Geduld mit ihr bewiesen.
(…) Der Gedanke, die Menschen im Stich zu lassen, die ihr in den Rücken gefallen waren, fühlte sich unheimlich gut an. Damit war ihre Entscheidung fallen. Sie musste sich nur noch überlegen, wohin sie gehen sollte. (…) Sie musste an einen Ort, an dem man ihre Ausbildung beenden konnte. Sie brauchte andere Magier, die ihre Situation verstanden und ihr helfen konnten. Am wahrscheinlichsten glaubte sie diese in der Hauptstadt zu finden.
Voller Tatendrang warf sie die Decke zurück (…), streckte die Beine über die Kante und stand auf. Sahan wühlte sich unter der Decke hervor und sah sie vorwurfsvoll an.
»Da kannst du noch so böse schauen. Ich gehe jetzt auf Reisen (…) und kehre nie wieder zurück.«

Tja, das ist doch mal eine einfache Lösung. Oder, äh, es klingt jedenfalls einfach. Ich lege Nalin gedanklich schon mal ein paar weitere Steine in den Weg. Wenn sie schlau ist, merkt sie irgendwann, dass man sich mit ihnen den Weg auch ebnen kann.

NaNoWriMo – Tag 14

Heute habe ich tatsächlich meinen eigenen NaNo-Rekord erneut geknackt. 2.340 Wörter an einem Tag! Wow! Ich hege die Hoffnung, dass ich diesen Monat noch die 2.500 Wörter an einem Tag schaffen könnte. Es fühlte sich gerade auch richtig an, das Kapitel noch zu beenden, bevor ich Feierabend mache. Na ja, eigentlich ist mir gar nicht aufgefallen, dass ich schon so viel diktiert hatte. Dafür ist viel Handlung zusammengekommen:

Nalin hat ihre Mutter nicht angetroffen. Sie verschiebt ihre Zwiesprache mit der Göttin auf später und geht zu ihrem Lieblingsplatz, um dort zu üben. Tatsächlich erbarmt sich die Feder und beginnt zu schweben. Nalin ist total happy und will die Feder zu sich zurückkehren lassen. Das will ihr jedoch nicht gelingen und als sie es zu erzwingen versucht, fängt die Feder Feuer und steckt einen Baum in Brand. Dieses magische Feuer ist echt gut. Das Wasser des Bachs weigert sich, ihr zu gehorchen und den Baum zu löschen. Stattdessen kocht es und verbrüht Nalin am Handrücken. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als die Leute von den Feldern um Hilfe zu bitten. Die helfen ihr beim Löschen. Es ist bereits Nacht, als sie damit fertig sind. Sie kehren Heim. Dabei hört Nalin ein Gespräch zwischen ihrer Tante und ihrer Nachbarin mit, bei der sie nicht gut wegkommt. Sie fühlt sich verletzt. Hier setzt der Schnipsel ein.

Schreie rissen sie aus ihren Gedanken. (…) Zunächst verstand sie nicht, was los war. Dann bemerkte sie, dass ihre Tante ihren Zopf in der Hand hielt und ihre Nachbarin fassungslos auf einen Haufen Haare auf dem Boden starrte. (…)
Die Männer standen vor einem Feld (…). Nalin folgte ihren Blicken und stutzte. Trotz der Dunkelheit kam ihr der Anblick merkwürdig vor. (…) Ein fauligsüßer Geruch stieg ihr in die Nase. Sie trat näher heran und entdeckte die Kürbisse, die vor wenigen Stunden fast erntereif gewesen waren. Jetzt sah es so aus, als habe man den richtigen Moment für die Ernte um mindestens zwei Monate verpasst. Das Fruchtfleisch, das eigentlich orange leuchten sollte, war braun, schwarz und matschig. Eingesunken lagen sie da und waren für nichts mehr nutze. (…)
Die Blicke ihrer Mitmenschen richteten sich auf sie.
»An alldem bist du schuld«, kreischte ihre Tante und hielt ihr die Hand mit dem ausgefallenen Zopf entgegen.
»Du bist eine Gefahr für uns alle«, stimmte ihre Nachbarin ein.
»Wieso tust du uns das an?«
»Solltest du uns als Magierin nicht helfen, statt uns immer weiter ins Unglück zu stoßen?«
(…) Nalin hatte keine Chance, sich zu verteidigen. Nichts von alldem hatte sie tun wollen. Sie war sich sogar unsicher, ob die Vorfälle mit ihr zusammenhingen.
(…) Neben ihr fiel dumpf etwas zu Boden und sie sprang erschrocken zur Seite. Sie erkannte eine Flattermaus.

Nalin rennt nach Hause. Ihre Mutter sieht nur eine Möglichkeit. Nalin muss die Magie aufgeben. Nur dann kann alles wieder gutwerden. Das will sie nicht hören und läuft zu Kender, doch der gibt ihrer Mutter recht, obwohl er erst wenige Tage zuvor ihrem Vater gesagt hat, dass eine unausgebildete Magierin Schaden anrichten könnte. Tja, Ende von Kapitel 10.

NaNoWriMo – Tag 13

Heute habe ich etwas länger gearbeitet und komme somit auf 2.291 Wörter. Laut der offiziellen Homepage des NaNoWriMos werde ich bei meinem aktuellen Tempo immer noch erst am 27.11.2021 die 50.000 Wörter schaffen. Dabei gebe ich mir so viel Mühe, noch schneller und noch mehr zu schreiben. Ich möchte einfach unheimlich gerne schon viel früher mein Ziel erreichen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich weiß, dass es Autoren gibt, die die 50.000 Wörter innerhalb weniger Tage schaffen. Gestern ist mir tatsächlich aufgefallen, dass einige meiner Schreibbuddys, mit denen ich auf der offiziellen Homepage des NaNoWriMos vernetzt bin, das Ziel bereits erreicht haben. Mir war von Anfang an klar, dass ich nicht nach zwei Wochen fertig sein würde. Trotzdem fuchst es mich, dass ich gerade erst bei rund 48 % angekommen bin. Ich weiß selbst, dass ich vernünftig bleiben muss. Mein Tempo ist nun einmal langsamer. Dafür sind meine Rohfassungen in der Regel schon recht gut. Dennoch fällt es mir schwer, die Unterschiede zu akzeptieren.

Es geht weiter mit Kapitel 8, das kurz genug ist, dass der Schnipsel fast alles sagt. Nachdem Königin Limana den Bedürftigen geholfen hat, trifft sie sich mit Servan, einem armen Schlucker, der in der Hauptstadt lebt, in einer dunklen Gasse.

Limana ahnte, worauf Servan hinauswollte. Sie wollte es nicht hören. (…) Dann musste sie sich nicht mit dieser Möglichkeit auseinandersetzen. Es wäre zu schmerzhaft, vernünftig zu bleiben. Sie öffnete den Mund, um ihn zu unterbrechen.
»Nein, sag nichts. (…) Lass mir einen Moment die Illusion, dass alles gut wird.«
Limana glaubte, ihr Herz würde zerspringen. (…) Mit Tränen in den Augen nickte sie.
»(…) Lass uns fortgehen. In zwei Tagen können wir bei unseren Nachbarn sein. (…)«
Sie küsste Servan liebevoll und wünschte sich, die Zeit könne einfach stehen bleiben. Schließlich löste sie sich von ihm und antwortete: »Du verstehst sicher, dass ich dir darauf nicht sofort antworten kann. Ginge es nur um uns beide, würde ich dir sofort folgen. Aber ich muss auch an meine Kinder denken.«
Kaum hatte sie es ausgesprochen, bereute sie bereits ihre Worte. Ankor würde sie nie aufgeben. (…) Er würde sofort wissen, dass sie ins Nachbarreich zu fliehen versuchten. (…) Sie würden die Grenze nicht erreichen.
Servan umarmte sie. (…) »Ich habe dich zu lange aufgehalten. Kehre jetzt in das Schloss zurück, ehe der König deine Abwesenheit bemerkt. Aber vergiss mich nicht. Denk immer daran, dass ich dich liebe.«
Limana nickte und schluckte, um den Kloß aus Tränen in ihrem Hals zu vertreiben. »Ich liebe dich ebenfalls«, wisperte sie und eilte in die Dunkelheit davon. Zu groß war die Angst, dass sie sich sonst nicht würde von ihm trennen können.

Kapitel 9 ist tatsächlich so kurz, dass ich es komplett schnipseln kann.

Firat lief aufgebracht durch den kleinen Salon. »Diese verfluchten Zwillinge! Ständig kommen sie mir in die Quere. Ich hatte Ankor bereits so weit. Er hatte ganz klar verkündet, gegen Ciner in den Krieg zu ziehen. Dort wäre es mir ein Leichtes gewesen, ihn während des Schlachtgetümmels umzubringen. Niemand hätte etwas davon bemerkt, bis wir uns zurückgezogen hätten. Wir wären ohne ihn zurückgekehrt. Lawin ist nicht stark genug, um sich gegen mich zu behaupten. Er hätte mir die Macht freiwillig übergeben. Anschließend wäre es ein Kinderspiel gewesen, ihn und den Rest seiner unsäglichen Familie aus dem Weg zu schaffen. Aber nein, mein Bruder muss seine Generäle hinzuziehen. Es ist mir schleierhaft, wie es diesen Kindern gelungen ist, ihn von seinem Vorhaben abzubringen.«
Er blieb bei dem Beistelltischchen stehen und goss sich Wein in einen Becher. Er stürzte ihn in einem Zug hinunter und schenkte sich erneut ein. Nachdenklich schaute er in die rote Flüssigkeit, als würde er darin die Antwort auf seine Probleme finden.
»Es ist bedauerlich, dass sich keine der Magierrinnen auf meine Seite schlagen wollte«, murmelte er. »Für eine von ihnen wäre es ein Leichtes gewesen, den König auf unauffällige Weise zu beseitigen. Mit dem richtigen Gift wäre niemandem aufgefallen, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugeht.«

Anschließend geht es mit Kapitel 10 weiter. Nalin soll sich in der Magie üben, nachdem sie ja ihren magischen Gegenstand gefunden hat. Gemeinsam mit Sahan sollte es hier eigentlich leichter fallen, die Magie zu beherrschen. Das Stroh pfeift jedoch darauf, sich von ihr entzünden zu lassen, und das Wasser gefriert lieber zu Eis, als zu kochen. Der Gelehrte bricht den Unterricht ab und schickt Nalin weg. Sie soll alleine üben. Er hofft, dass es ihr dann gelingt, wenn niemand zuschaut. Nalin ist ein anderer Gedanke gekommen. Sie weiß, dass Sahan nicht wirklich ihr Gegenstand ist. Allerdings ist ihr schleierhaft, wie die Magier ihre Verstärker finden konnten. Schließlich ist die Welt verdammt groß. Sie glaubt, dass die Götter ihnen geholfen haben. Jetzt will sie ihre Mutter nach der Quelle fragen, an der sie immer um Beistand für ihre Familie bittet, um dort womöglich Antworten zu finden.

NaNoWriMo – Tag 12

Hier kommt eine kleine Entschädigung für die toten Pinselkatzen von gestern. Leider erst recht spät, weil ich fast den ganzen Tag unterwegs war. Dafür bin ich heute wegen meiner vorerst liebsten Szene auch schnell fertig geworden und schaue stolz auf immerhin 1.690 neue Wörter.

Wir erleben direkt, wie es weitergeht, nachdem Nalin den Sack mit den toten Pinselkatzen gefunden hat.

Es schien sich um das Muttertier mit ihren Jungen zu handeln. (…) Die kleinen Plagegeister konnten keine zwei Monate alt sein (…). Ein Tier nach dem anderen brachte sie zum Wurzelballen des größeren umgestürzten Baums (…). Das vorletzte Tier ließ sie erschrocken fallen, als es bei ihrer Berührung ein heiseres Miauen von sich gab. Sie verfluchte ihre Schreckhaftigkeit und bückte sich zu dem zitternden Fellknäuel hinab.
»Armes kleines Würmchen«, flüsterte sie ihm zu. »Da haben deine Artgenossen jemanden wohl einmal zu oft geärgert.«
(…) Sie (…) bedeckte (die Tiere) mit Erde und Steinen (…). Anschließend kehrte sie zu dem überlebenden Pinselkatzenwelpen zurück. Vorsichtig hob sie es auf und drückte es an ihren Bauch, um es zu wärmen. (…)
Ihre Gedanken kreisten um das Pinselkatzenjunge und dem, was sie über magische Verstärker gelernt hatte. Sie fühlte sich ganz normal, spürte lediglich eine gewisse Zuneigung für das Tier. (…)
Sie betrachtete das Kleine (…). Sein Fell war silbern getigert und weiß. (…)
Das Würmchen wird (…) nicht überleben können. Vater wird mir nicht erlauben, es zu behalten, wenn ich ihm keinen guten Grund nennen kann. Wenn ich es als meinen tierischen Verstärker ausgebe, wäre uns beiden geholfen.
(…) Sie hob das Kleine hoch, um sein Geschlecht herauszufinden. (…) Es handelte sich bei dem Welpen um einen Pinselkater.
»Sahan«, murmelte sie vor sich hin. Dieser Name erschien ihr passend für den Kleinen.

Sie rennt mit Sahan zu Kender, weil sie Hilfe braucht, um den Kleinen durchzubringen. Der glaubt ihr natürlich nicht, dass der Pinselkater ihr Gegenstand ist. Er kann ihr aber auch nicht das Gegenteil beweisen. Er hilft ihr also. Zuhause bricht die Hölle auf. Ihre Mutter will das Tier nicht in ihrer Nähe haben. Sind eben Schädlinge. Kaum hat Nalin sie halbwegs überzeugt, wirft ihr Vater sie aus der Hütte. Das führt dazu, dass Nalin darüber nachdenkt, das Dorf zu verlassen und in eine Stadt zu ziehen. Als Magierin kann sie das tun. Vorher hätte ihre ganze Familie umsiedeln müssen. Damit endet Kapitel 7.