Teuflische Leserunde

Frohe Weihnachten! Und natürlich komme ich mit Geschenken. Heute startet auf Lovelybooks meine Leserunde zu Hexenmeister Jakob Wolff – Die Teufelshand. Du kannst dich bis zum 3. Januar 2021 für eines von zehn kostenlosen eBooks bewerben. Am 4. Januar geht es mit dem Lesen los.

Nochmal zur Erinnerung, worum es in meinem Buch geht:

Wir schreiben den frühen Herbst des Jahres 1799. Das Ritual steht bald bevor und Jakob Wolff verschlägt es auf der Suche nach einem Opfer in den Süden Frankreichs. Auf seiner Wanderschaft erfährt er von einem mysteriösen, schwer erkrankten Gefangenen Napoleons, der in der Zitadelle in Valence untergebracht ist. Der Arzt des Gefangenen bittet Jakob um Hilfe bei der Behandlung und Jakob, der einem Kollegen gerne helfen möchte, ahnt nicht, wem er bald gegenüberstehen wird.

Schreibupdate – 23.12.2020

Das parallele Arbeiten an diversen Projekten geht weiter. Im Moment sind es gleich drei Projekte, wobei mir das Weihnachtsprojekt besonders unter den Nägeln brennt, weil der Abgabetermin (06. Januar 2021) immer näher rückt.

Entsprechend habe ich an Drachenherz in der vergangenen Woche „nur“ zweieinhalb Stunden überarbeitet. Ich bin zufrieden damit, weil es bedeutet, dass ich vorankomme, wenn auch langsamer als sonst. In erster Linie geht es mir darum, dass sich überhaupt etwas bewegt, wobei ich über die Feiertage die Überarbeitung von Drachenherz einstellen werde. Ich will auch etwas von Weihnachten und den letzten Tagen von 2020 haben.

Mein Weihnachtsprojekt ist um 1.000 Wörter gewachsen. Es wären mehr gewesen, wenn ich zwischendurch nicht mit dem Überarbeiten begonnen hätte, aber das ist notwendig. Ich will eine ordentliche Leseprobe einschicken und ich habe nur noch zwei Wochen Zeit, um die Unterlagen so gut wie möglich aufzupolieren. Deshalb habe ich rund vier Stunden für die Überarbeitung der Leseprobe und des Exposés verwandt.

Sogar am Wochenende konnte bzw. wollte ich nicht ruhen, obwohl mir diese zwei Tage in der Woche normalerweise heilig sind. Ich habe ein neues, noch geheimes Projekt, das ich gerade plane. Da habe ich auch fast vier Stunden Arbeit reingesteckt.

Insgesamt komme ich auf 1.000 neue Wörter und zehneinhalb Stunden Überarbeitung bzw. Planung. Würde ich die geschriebenen Wörter in Zeit umrechnen, wären das wohl noch einmal zwei Stunden Arbeit. Für eine Woche, von der die Hälfte in die Urlaubszeit meines Mannes fällt, sodass ich dann kaum bis gar nicht zum Arbeiten komme, ist das verdammt gut. Außerdem ist damit die Aussicht auf 2021 echt toll. Da wird noch einiges auf mich zukommen und ich freue mich darauf. Mehr dazu verrate ich dir, wenn die Zeit reif dazu ist.

Hexenmeister Jakob Wolff – Die Talente 2

Die Hexe Liselotte Wagner ist die zweite Hauptfigur in dieser Reihe. Ihr Talent ist es, Metalle aufzuspüren, wobei sie sich zumindest am Anfang damit schwertut und dieses Talent auch eher unnütz findet.

Ich denke an die Möglichkeiten. Lilo müsste nicht in Armut leben, wenn sie ihr Talent akzeptieren und nutzen könnte. In unserer heutigen Zeit wäre es undenkbar, dass sie ein Kabel oder eine Wasserleitung anbohrt. Würde sie im Schmuckhandwerk arbeiten, könnte niemand sie beim Material übers Ohr hauen. Oder als Antiquarin kann sie die Echtheit mancher Stücke herausfinden, weil in alten Farben teilweise Metalle enthalten waren oder die Reinheit des Metalls Aufschluss über die Produktionszeit gibt …

Ich muss gestehen, dass ich Lilos Talent spannender finde als das von Jakob. Es ist zwar ein Talent, mit dem ich eher selten anderen Menschen helfen kann, aber es gibt auch viel mehr Möglichkeiten, dieses einzusetzen. Vor allem im Hinblick auf die Tatsache, dass Lilo und Jakob mehrere Jahrhunderte leben, hat Lilo mehr Gebiete, in die sie sich hineinarbeiten kann. Gerade weil Lilo ein Typ Mensch ist, der sich schnell langweilt, sollte das eigentlich ein Vorteil für sie sein. Müsste ich wählen, würde ich mich wohl für ihr Talent entscheiden.

Zitat der Woche (KW 51/2020)

Es überrascht mich positiv, dass ein Manager von Spaß spricht und zugleich das Wort Arbeit in den Mund nimmt. Geht es nur mir so, dass ich in dem Zusammenhang bei einem Mann mit gutem Einkommen eher Dinge wie eine Kreuzfahrt oder teure Sportarten erwarte? Vorurteile sind echt schlimm.

Ich finde es schön, dass er es so sieht. Mir geht es genauso. Natürlich finde ich meine Arbeit oft auch anstrengend, aber meistens macht sie mir Spaß, weil ich neue Welten und phantastische Abenteuer erschaffen kann. Am Erfolg hätte ich auch Spaß, aber von dem bin ich wohl noch viele Arbeitsstunden entfernt. Letztlich kommt er in der Regel unverhofft und die Frage ist immer, was man darunter versteht – viel Geld und Ruhm oder doch nur ein halbwegs regelmäßiges Einkommen in Höhe des Mindestlohns. Die meisten Menschen denken wohl eher an die ersten beiden Punkte, aber Autoren, die für ihre Geschichten brennen, freuen sich schon über das Einkommen, das ihnen erlaubt, ihrer Leidenschaft nachzugehen, ohne in einem „lästigen“ Brotjob arbeiten zu müssen.

Schreibupdate – 16.12.2020

Es läuft Schlag auf Schlag. In der vergangenen Woche habe ich zwei Stunden an Drachenherz überarbeitet, 2.004 Wörter an meinem Weihnachtsprojekt geschrieben und anderthalb Stunden an dem Exposé dazu gefeilt. Dafür, dass ich nur an drei Tagen gearbeitet habe, weil der Montag mit anderen Aufgaben ausgelastet war, bin ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Jetzt muss ich allerdings aufpassen, dass ich diese Woche noch genug an Drachenherz überarbeite, um meiner Testleserin das nächste Häppchen bis Sonntag schicken zu können. Da muss ich mich ranhalten. Hier sehe ich die Gefahr, dass ich mich von meinem Weihnachtsprojekt und dem Gefühl, zu wenig Zeit zu haben, zu sehr ablenken lasse. Das darf mir nicht passieren.

Die Leseprobe für die Piper Weihnachtsausschreibung habe ich prinzipiell geschrieben, sodass ich mich erst einmal auf das Feilen am Exposé konzentrieren kann. Allerdings ist mir jetzt schon aufgefallen, dass meine Figur im zweiten Kapitel auf die Tränendrüse drückt und das nicht zu ihrem Charakter passt. Sie müsste wütend werden und einer anderen Figur Vorhaltungen machen. Da werde ich die Passage im Text also noch umschreiben müssen. Generell muss ich den Text auch überarbeiten, bevor ich ihn mit dem Exposé an den Verlag schicke. Ach ja, das wird eine knappe Nummer, wenn ich daran denke, dass ich zwischen den Feiertagen normalerweise nicht arbeite. Der „Urlaub“ fällt wohl zum Teil ins Wasser. Aber hier muss ich Prioritäten setzen und da ist mir diese Chance wichtiger als ein paar freie Tage. Wirklich urlaubsreif fühle ich mich im Moment auch gar nicht. Mir fehlt nur etwas Schlaf, den ich mir bereits gönne.

Der Plan sieht jetzt also so aus, dass ich mich mit dem Einarbeiten der Verbesserungsvorschläge für mein Exposé beeile. Das will ich zuerst erledigen, um es von ein paar Autorenkollegen besprechen und noch einmal auf Herz und Nieren prüfen zu lassen. Anschließend konzentriere ich mich wieder mehr auf Drachenherz und schreibe nur parallel ein paar Wörter an meinem Weihnachtsmanuskript, um das Häppchen für meine Testleserin fertigzubekommen und das Weihnachtsprojekt voranzutreiben. Klingt nach wenig Arbeit, aber ich muss schauen, wie ich das in meinen Tag integriert bekomme, weil auch außerhalb meines Autorinnendaseins einiges zu erledigen ist. Weihnachten ist eben immer irgendwie stressig, wobei mich das nicht stört. Normalerweise werde ich ja mit ein paar mehr oder weniger freien Tagen belohnt.

Hexenmeister Jakob Wolff – Die Talente

Ich dachte mir, dass es interessant sein könnte, wenn ich ein paar Aspekte aus der Reihe Hexenmeister Jakob Wolff näher beleuchte – natürlich möglichst ohne zu spoilern. Den Anfang bilden die Talente, die Hexen und Hexer besitzen, und ich beginne mit einer der Hauptfiguren.

Jakob Wolff besitzt das Talent, bei Berührung zu erfahren, wie es einem Menschen geht. Bei einem Kranken weiß er sofort, was ihm fehlt. Das macht ihn zum perfekten Arzt. Dummerweise hat sich die Medizin erst in den letzten 100 Jahren wirklich ordentlich entwickelt. So kann man erst seit 1895 röntgen, was Jakob dank seines Talents nicht braucht. Penicillin und Antibiotika gibt es bei uns (In diversen Kulturen wurde Penicillin in Form von Schimmelpilzen in unterschiedlichen Epochen genutzt.) erst seit den 1940er Jahren, weswegen zuvor viele Krankheiten tödlich endeten. Blöd, wenn man im 15. Jahrhundert geboren wurde. Ich stelle es mir grausam vor, viele Jahrhunderte lang zwar zu wissen, wo das Problem liegt, aber trotzdem machtlos zu sein, weil die Medizin noch nicht so weit ist.

Zitat der Woche (KW 50/2020)

Ich halte mich aus der Politik lieber raus. Ich habe meine Ansichten, die nicht immer mit dem übereinstimmen, was die Regierung von sich gibt. Aber wer hat recht oder gibt es womöglich einen dritten, richtigen Weg? Das zu entscheiden, will ich mir nicht anmaßen. Da bleibe ich lieber bei dem, mit dem ich mich auskenne.

Im Gegensatz zu Rainer Brüderle besteht mein Ziel sehr wohl darin, Menschen träumen zu lassen. Ich will den oft tristen Alltag mit Freude, Abenteuer, Emotionen, Exotik und Farben füllen. Ich darf das. Ich bin Schriftstellerin und genieße das auch. Ich muss meinen Mitmenschen nicht die Wahrheit über die aktuelle Situation beibringen. Darüber bin ich froh. Es würde mir das Herz brechen, immer wieder aufs Neue die Hoffnung der Menschen zu zerstören. Da nähre ich sie lieber mit meinen Geschichten.

Schreibupdate – 09.12.2020

In den letzten acht Tagen war ich endlich etwas fleißiger und konnte sogar meine Motivationsflaute durch Hartnäckigkeit bekämpfen. Das liegt wohl zu einem großen Teil daran, dass ich an zwei Projekten parallel arbeite. Sowas wollte ich nie tun, weil ich fürchtete, dass ich dann durcheinander komme oder mich irgendwann nur noch auf das Projekt konzentriere, bei dem es besser läuft. Ich hatte Angst, dass ich später nicht mehr in das vernachlässigte Projekt reinfinde und somit Zeit vergeude.

Aktuell klappt es ganz gut und ich hoffe, dass es so bleibt. Mir gefällt diese Arbeitsweise nämlich sehr gut. Zugleich schaffe ich mehr als sonst. So überarbeite ich zunächst mindestens anderthalb Stunden meinen Drachenroman. Anschließend schreibe ich tausend Wörter an der Leseprobe für die Piper Weihnachtsausschreibung, sodass die auch fast fertig ist. Ich freue mich so sehr, endlich wieder in die Tasten hauen zu können. Die Überarbeitung wirkt zwar immer noch wie ein Berg, aber nicht mehr wie ein unüberwindlicher, und auf seiner Spitze sehe ich dann die Sonne. Herrlich.

In Zahlen sieht das so aus:

An Drachenherz habe ich in den letzten acht Tagen fast zwölf Stunden überarbeitet. Im Schnitt komme ich also auf beinahe zwei Stunden täglich. Genial! Ich war zuvor schon froh, wenn ich eine Stunde schaffte. So stehe ich mittlerweile auf Seite 171 von aktuell 361 Seiten, wobei ich immer wieder darauf hinweisen muss, dass dieses Manuskript noch wächst, weil ich die Nebenhandlung beim Schreiben völlig vernachlässigte. Deshalb ist es schon 28 Seiten länger als zu Beginn meiner Überarbeitung, was mich total freut.

Übrigens habe ich mir einen Motivator für die Überarbeitung von Drachenherz gesucht. Ich habe eine Testleserin gefunden, der ich den bisher überarbeiteten Text schicken durfte. Ab jetzt erhält sie voraussichtlich jeden Freitag den nächsten, überarbeiteten Teil. Sie liest drüber und schickt mir wöchentlich eine Motivationsmail, in der sie meinen Text kommentiert und auch etwas Motivierendes schreibt. Wenn ich ihr in einer Woche nichts schicke, bekomme ich einen Tritt in den Hintern. Hui, Letzteres will ich so unbedingt vermeiden, dass ich mir von ganz alleine Mühe gebe! Das war auch der Sinn dieser Aktion und ich hoffe, dass das bis zum Ende der Überarbeitung funktioniert.

Für mein Weihnachtsprojekt hatte ich zufällig eine gute halbe Stunde am roten Faden gearbeitet, noch bevor ich von der Piper Weinachtsausschreibung erfuhr. Oh, es juckte mir dermaßen in den Fingern, dieses Projekt endlich zu beginnen! Ich war so froh, als ich die Ausschreibung sah und einen Grund hatte, loszulegen. Die nötige Leseprobe ist bereits 2.017 Wörter lang, wobei für die Ausschreibung die Anschläge zählen. Da habe ich fast die Hälfte vom einzusendenden Maximum geschrieben. Für das Minimum fehlen rund 7.000 Anschläge. Hey, rein theoretisch werde ich die heute schreiben, wenn ich nicht zu viele kurze Wörter benutze. Mein Ziel ist es jedenfalls, jeden Tag 1.000 Wörter zu schreiben. Ok, ich beende den angefangenen Satz noch, weil ich mich am nächsten Tag nicht mehr erinnern würde, was ich da schreiben wollte. Deshalb liege ich bei über 2.000 Wörtern, statt bei genau 2.000.

Tja, die Tasten fordern eine Pause. Ich soll überarbeiten. Dabei brauche ich sie weniger, wenn ich nicht gerade eine neue Szene einfüge. Na, ich werde heute noch ganz oft auf den Tasten herumhauen. Immerhin will ich meine 1.000 Wörter am Weihnachtsprojekt schreiben.

Weihnachtliche Ausschreibung

Ich schwöre dir, als ich diese Ausschreibung gestern las, fiel mir die Kinnlade runter. Piper veranstaltet erneut einen Wettbewerb und dieses Mal suchen sie nichts geringeres als einen Weihnachtsroman! Das klingt doch wie für mich gemacht, nachdem ich dieses Jahr viele Wochen damit zugebracht habe, genau das zu planen.

Damit habe ich sogar den größten Teil der Arbeit, die mit dieser Aufgabe für den Anfang verbunden ist, bereits erledigt. Der gewünschte Pitch und die inhaltliche Zusammenfassung habe ich durch meine Planung bereits vorliegen. Ich muss beides maximal noch einmal überarbeiten, damit sie auch wirklich ansprechend sind. Dann steht mir das Schreiben der Leseprobe (20.000 bis 30.000 Anschläge) bevor. Die schaffe ich unter normalen Umständen locker innerhalb einer Woche. Kniffliger wird es sein, die Leseprobe anständig zu überarbeiten, damit sie den Leuten vom Verlag nicht „Achtung, ich bin eine Rohfassung!“ entgegenschreit. Dazu brauche ich normalerweise Abstand zum Text, idealerweise ein paar Wochen bis Monate, aber Abgabetermin ist schon der 06. Januar 2021. Ich werde keine Zeit haben, um genug Abstand zum Text zu bekommen, aber ich werde trotzdem mein Bestes geben. Ich habe da ja noch den Notfallplan „Ehemann-Testleser-Aktivierung“. 😅 Der findet die Schwachstellen, die ich noch nicht sehen kann, mit einer an Gemeinheit grenzenden Präzision. 🧐 Außerdem muss ich einen Mini-Pitch schreiben, den Piper idealerweise auf Instagram vorstellen will. Der soll zwei bis drei Sätze umfassen. Klingt nach einer einfachen Aufgabe, aber sowas kann es echt in sich haben. Immerhin sollen damit die Leute wissen, worum es geht, und neugierig werden. Zum Schluss muss ich das alles in eine anständige Form bringen, damit es professionell ist und den Verlag überzeugt.

Ich hätte nicht erwartet, dass Piper so bald eine neue Ausschreibung startet. Dieses Mal ist sie sehr speziell, während sie beim letzten Mal nach Fantasyromanen suchten. Da könnte ich mit meinem Romantasy angehauchten Roman vielleicht größere Chancen haben. Jedenfalls musste ich bis gestern regelmäßig den Kopf über mich selbst schütteln, weil Weihnachtsromane doch nur in der Weihnachtszeit gelesen werden, somit sich also nicht so gut verkaufen und Verlage diese nicht so gerne verlegen. Dachte ich jedenfalls. Aber wenn Piper speziell danach sucht und andere Autoren ähnlich dachten wie ich und sich deshalb bisher vom Planen oder sogar Schreiben abhalten ließen … Ach, ich greife wieder einmal nach den Sternen, aber es wäre wirklich zu schön, wenn ich dieses Mal einen erwischen würde. ✨

Zitat der Woche (KW 49/2020)

Leider konnte ich nicht herausfinden, von welchem Reinhard Becker dieses Zitat stammt. Es gibt mehrere und ich will nicht den falschen verlinken. Auf jeden Fall spricht dieses Zitat genau das aus, was ich empfinde. Es mag naiv und kindisch sein, aber ich halte an dem Weihnachtsfest fest. Das geht auch trotz Corona und den damit verbundenen Einschränkungen. Es braucht nämlich gar nicht so viel, um das, was mir wichtig ist, zu erreichen.

Plätzchen lasse ich zum Beispiel die Schwiegermama backen. Sie backt da eine enorme Menge, die sie verteilt. Würde ich selbst noch ein paar Kekse backen, könnte ich die bis Ostern essen, nur dass sie dann nicht mehr schmecken, weil die Zeit dazu einfach vorbei ist. Ich habe auch nicht die Geduld, um die Plätzchen mit Liebe zusammenzurühren und auf das Backblech zu legen. Da ist Stress und Flucherei vorprogrammiert. Das spare ich mir gerne, vor allem in der Weihnachtszeit, wo ich es doch schön haben will.

Dafür freue ich mich umso mehr, wenn ich das perfekte Geschenk für jemanden gefunden habe. Ich hibbel wie ein kleines Kind auf das Weihnachtsfest entgegen, weil ich sehen will, wie der Beschenkte sich freut. Das ist fast besser als selbst Geschenke zu bekommen. Natürlich könnte ich das auch an anderen Tagen im Jahr machen, aber ich erleuchte mir auf diese Weise die dunkle Jahreszeit. Weihnachten und der Advent sind eine Lichterinsel, wenn es grau, düster und oft regnerisch ist.

Dazu passt es gut, dass überall Lichterketten hängen. Ich fahre abends unheimlich gerne durchs Dorf und erfreue mich an der Dekoration in den Fenstern. Ich mache fleißig mit, dekoriere in den letzten Tagen des Novembers die Fenster und auch das Haus weihnachtlich und hole mir so wieder mehr Licht ins Leben. Für mich ist es furchtbar, wenn spätestens Mitte Januar die letzten Lichterketten verschwinden. Dann ist der Wechsel auf die Dunkelheit richtig krass.

Leider kann ich keinem Feuer beim Knistern zuhören und seinem Flammenspiel zusehen. Die Wärme eines Feuers ist ganz anders als die einer Heizung. Das ist schade, aber ich bin genügsam. Es muss nicht perfekt sein. Da ist es gut, dass wir in der Adventszeit auch eher selten Schnee haben. Würde ich einen Schneemann bauen und völlig verfroren reinkommen, würde ich ein Feuer doch vermissen. Allerdings sehe ich auch lieber den unberührten Schnee. Man wird älter und die Ansichten ändern sich.

Ich kann jetzt die Stille genießen. Ich lese, lümmel mich auf die Couch und häkle. Ganz faul kann ich nicht sein. Irgendetwas brauchen meine Hände zur Beschäftigung. Aber ich nehme mir eher mal die Zeit für etwas, das ich sonst nicht tun würde.

Und dann wird Weihnachten gefeiert. Ein gutes Essen mit den Schwiegereltern, gemütliches Beisammensein, reden, lachen, Geschenke verteilen, die eigenen öffnen, die Freude bei den anderen beobachten und mich selbst freuen. Bei einem klassischen Weihnachtsprogramm lassen wir den Abend ausklingen und fahren dann nach Hause. Ok, der Abend wird zuhause noch einmal vorm Fernseher ausklingen gelassen. Wir kommen an Weihnachten selten vor 2 Uhr früh ins Bett. Ich nutze oft die Zeit und schaue mir meine Geschenke genauer an. Manches lässt sich direkt ausprobieren!

Egal, was passiert, Weihnachten ist für mich der schönste Tag. Da mag die Trauer um meine verstorbene Mama präsenter sein als sonst im Jahr, aber irgendwie freue ich mich auch über dieses Gefühl, weil meine Mama mir an diesem Tag näher ist. Ich freue mich, dass mein Mann und ich so entspannte Menschen sind, sodass dieser Tag nicht von Streit, schlechter Laune oder Stress überlagert wird. Wenn ich daran denke, dass der Weihnachtsvormittag bei meinen Eltern dafür genutzt wurde, den Baum zu schmücken, und mein Vater dabei JEDES JAHR einen Tobsuchtsanfall bekam … Ach ja, das vermisse ich überhaupt nicht.

Ich weiß, dass es Menschen gibt, die Weihnachten nicht mögen. Sie haben ihre Gründe dafür und ich verstehe sie auch, aber ich würde mir trotzdem wünschen, dass sie einen Weg finden, sich einen schönen Tag zu machen. Selbst wenn sie kein Weihnachten feiern, sollten sie die freie Zeit für sich nutzen.