Welttag des Buches

Heute ist Welttag des Buches. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und die Stiftung Lesen bemühen sich heute, Schülern das Lesen näherzubringen. Bestimmte Klassenstufen erhalten speziell dafür gedruckte Lesebücher. Ich war schon zu alt, als diese Aktion ins Leben gerufen wurde, aber ich erinnere mich, dass meine kleine Schwester ein solches Buch bekam. Ich glaube, sie hat es nie gelesen. Zu der Zeit fand sie lesen noch doof. Dafür habe ich das Büchlein mit mehreren Kurzgeschichten gelesen. Ich weiß nicht mehr, worum es in den Geschichten ging, aber ich fand sie doof. Wenn dieses Buch mein erstes gewesen wäre, wäre ich niemals zu der begeisterten Leseratte geworden, die ich heute bin. Dabei spreche ich diesen Institutionen nicht ab, dass sie sich Mühe geben. Aber ich war nur zwei Jahre älter, etwas reifer und liebte das Lesen und trotzdem haben sie mich damals nicht mit den Texten erreichen können. Vielleicht haben sie mittlerweile aber auch mehr Erfahrung gesammelt und treffen den Geschmack ihres Zielpublikums besser.

Aber ich finde die Idee dahinter toll. Irgendwie ist das doch wie Weihnachten für Leseratten. Es sollten wieder öfter Bücher verschenkt werden und das nicht nur aus Verzweiflung, weil man nicht weiß, was man seinen Lieben zu Weihnachten oder zum Geburtstag schenken soll. Wobei, besser nicht mir. Mir fiel vor ein paar Tagen wirklich fast das Regal von der Wand, auf dem sich ein Teil meines SuB stapelt. Mein Mann hat das Problem behoben und ich habe die Bücher auch anders darauf verteilt, sodass die Last nicht mehr so ungünstig darauf liegt, aber ich muss das Regal wirklich dringend um ein paar Kilo erleichtern. 😅

Worauf ich jetzt hinaus will: Ich wünsche dir einen schönen Welttag des Buches!

Wenn du nicht schon den Lesebegeisterten angehörst, versuch es doch vielleicht wieder. Es gibt viele tolle Bücher auf der Welt. Überleg dir, welche Filme du magst, und such nach einem Buch aus dem Genre. Bewertungen zu den Büchern können dir bei der Entscheidung helfen, welches das Richtige für dich sein könnte. Ich helfe dir auch gerne bei der Auswahl. Schreib mir einfach eine Nachricht.

Falls du bereits gerne liest, wünsche ich dir viel Spaß bei deinem aktuellen Buch. Das Wetter ist toll. Wenn möglich, setz dich in die Sonne, während du liest. Das tut gleich doppelt gut. Natürlich helfe ich auch dir, falls du unentschlossen bist, was du als nächstes lesen möchtest. 😉

Und weil es so schön ist, lese ich jetzt selbst ein paar Seiten. 🙃

Die Amazonen stürmen den Skoutz Award

Ich habe solche Veranstaltungen gar nicht auf dem Schirm, aber Facebook und die Vernetzung mit anderen Autoren hält mich ganz gut auf dem Laufenden. Daher kann ich verkünden, dass The A-Files – Die Amazonen Akten es auf die Midlist des Skoutz Awards in der Kategorie Anthologien geschafft hat. Hier kannst du dir den Originalbeitrag auf der offiziellen Seite durchlesen.

Ich freue mich sehr darüber, weil unsere Anthologie den Lesern offensichtlich Freude bereitet hat. Sonst hätten sie die Amazonen nicht auf die Longlist gewählt. Dass die Amazonen es auf die Midlist geschafft haben, bedeutet, dass sie auch unter professionellen Augen bestehen können. Die endgültige Entscheidung wird im Herbst getroffen. Da werden wir Amazonen-Autoren genug Zeit haben, um zu hibbeln. Wäre doch toll, wenn wir in unserer Kategorie gewinnen würden.

Leserückblick Irische Märchen Update 1.2: Taxi mit Elfe

Ich habe die Anthologie Irische Märchen Update 1.2: Taxi mit Elfe (ISBN: 978-3-95959-197-3, Umfang: 390 Seiten) aus dem Machandel Verlag gelesen. In dreiundzwanzig Kurzgeschichten werden die irischen Märchen auch im zweiten Teil modern und neu erzählt.

Ich mag auch den zweiten Teil der Anthologie. Die Geschichten sind abwechslungsreich und gut geschrieben. Hier kam auch die Action nicht zu kurz. Nur mit einer Geschichte wusste ich so überhaupt nichts anzufangen. Sie erhielt von mir den Status Kunstwerk. Sowas muss man nicht immer verstehen, erst recht nicht auf den ersten Blick. Irgendwann werde ich mir gerade diese Geschichte noch einmal zu Gemüte führen. Vielleicht verstehe ich auf den zweiten Blick, was man mir mit ihr sagen will.
In den Geschichten kommen noch mehr unterschiedliche irische Fabelwesen vor als im ersten Band. Das gestaltet das Lesevergnügen noch bunter. Vor allem, weil die irische Sagenwelt so viele unterschiedliche Wesen kennt, bin ich froh über den zweiten Band, der noch einmal Platz zum Staunen bietet.
Passend dazu findet man vor und nach jeder Geschichte wieder tolle Bilder, für die ich mir wie immer viel zu wenig Zeit genommen habe, obwohl ich sie schon bewusst betrachtete. Eigentlich müsste ich beide Bücher noch einmal wie ein Bilderbuch durchgehen und die Grafiken studieren. Allein wegen ihnen sind diese Anthologien schon Schmuckstücke.
Langweilig wurde es mir nie und ich bin total stolz, mit meiner Geschichte Türme im Cork Lough dabei zu sein. Ich bin also nicht ganz uneigennützig und unvoreingenommen, wenn ich sage, dass du beide Bücher lesen solltest, weil sie toll sind.

Projektübersicht – 18.04.2020

Heute gibt es mal einen richtig großen Fortschritt, über den ich mich freue. Endlich sind alle Kurzgeschichten zu den mir bisher bekannten Ausschreibungen für dieses Jahr fertig und abgeschickt. Zu ein paar Einsendungen bekam ich sogar schon Empfangsbestätigungen mit dem Hinweis, dass die Frist noch lange nicht erreicht ist und ich mich deshalb in Geduld üben soll. Na ja, mit Geduld kenne ich mich aus. Die muss man als Autor einfach haben, wenn man an Ausschreibungen teilnimmt.

Es sind neun Kurzgeschichten plus eine weitere, die ich bereits im Februar eingesendet habe. Allein an Worten könnte ich einen Roman zu einem Drittel füllen. Hätte nicht gedacht, dass ich im ersten Quartal 2020 schon so fleißig war. Dabei sind es insgesamt nur zehn kurze Geschichten und ich habe mich in der Zeit ja noch auf andere Projekte konzentriert. So kann es doch weitergehen!

Covergestaltung

Es geht weiter mit meinem Kurzroman zur Serie Hexenmeister Jakob Wolff. Aktuell sieht es so aus, als müssten wir den Erscheinungstermin des Romans nach hinten verschieben. Nicht, weil wir nicht rechtzeitig fertig würden, sondern wegen Corona. Die Verlage sind darum bemüht, ihre Neuerscheinungen auf Messetermine zu legen, um dadurch auch die Werbetrommel besser rühren zu können. Da wir als Erscheinungstermin das Wochenende der Buchmesse Saar avisiert hatten und dieser Termin mindestens verschoben wird, wenn nicht sogar komplett ausfällt, haben wir im Moment den diesjährigen BuCon als Termin ins Auge gefasst. Das ist eine gemeinschaftliche Entscheidung, weil wir meinem Roman natürlich die besten Startbedingungen geben wollen. Da warte ich gerne ein paar Monate länger bis zur Veröffentlichung.

Nun kam gestern eine Aufgabe auf mich zu, über die ich mich besonders freute. Ich sollte mir mal Gedanken über die Covergestaltung machen. Genial, ich darf nicht nur Anmerkungen zum mehr oder weniger fertigen Cover abgeben, sondern aktiv an der Vorbereitung teilnehmen! Heute habe ich also auf Pixabay Bilder gesichtet und eine kleine Vorauswahl getroffen, die ich meiner Herausgeberin geschickt habe. Mal sehen, ob etwas Brauchbares darunter ist. Ich habe leider gar keine Ahnung von Covergestaltung bzw. auf was man da achten muss und konnte lediglich bei den bereits bestehenden eBooks der Reihe spicken, wie sie aufgebaut sind, damit ich etwas Passendes finden könnte. Ich bin schon auf die Rückmeldung gespannt. Vielleicht bekomme ich auch ein paar Gegenvorschläge. Gerade auf diesem Gebiet bin ich dankbar dafür.

Bisher ist mein Kurzroman ja nur eine Datei auf meinem Laptop, an der noch gearbeitet werden muss. Aber wenn das Cover steht, hätte meine Geschichte ein Gesicht. Darauf freue ich mich schon sehr.

Aktion Kleinverlage unterstützen

In meinem Beitrag vom 31. März habe ich bereits darüber geschrieben. Heute sind meine neuen Schätze endlich vollzählig.

Auch wenn der el Gato Verlag leider seine Tätigkeit eingestellt hat und nur noch seine Bestände abverkauft, freue ich mich, wenigstens dabei hilfreich zu sein. Area 3 finde ich besonders spannend. Das Computerspiel mit demselben Namen soll sich nämlich auch auf das reale Leben auswirken. Wenn ich den Klappentext richtig deute, mit verheerenden Folgen.

*seufz* Ich schaue zu meinem Stapel ungelesener Bücher hoch und habe keine Ahnung, wann ich dazu komme, dieses Buch zu lesen. Dabei finde ich das Thema recht aktuell. Auch wenn unsere Entscheidungen in einem Computerspiel sich nicht auf unser Leben auswirken, so tut es doch die Entscheidung, (übermäßig) zu spielen. Indem wir uns für eine fiktive Welt entscheiden, entscheiden wir uns gegen die reale Welt. Allerdings … Indem ich mich für das Lesen eines Buches entscheide, entscheide ich mich ebenfalls gegen die Realität. 😅

Geister der Vergangenheit hat mir ein paar graue Haare beschert. Ich hatte das Buch montags bestellt und in der Woche darauf dienstags noch kein Päckchen erhalten. Ich war total hibbelig, himmerhin geht es hier um einen neuen Schatz für mein Bücherregel. Zum Glück bin ich an der Tastatur überhaupt nicht schüchtern, habe den bissigen Verleger angeschrieben und nachgefragt, ob das Buch schon auf dem Weg ist. Gerade mit Corona, Kurzarbeit und Ostern vor der Tür wäre es ja möglich, dass sich hier etwas verzögert. Dabei stellte sich heraus, dass der fiese Online-Shop meine Bestellung zwar bestätigt, aber nicht an den Verlag weitergegeben hatte, damit er liefern kann. Heute kam das Buch also endlich an.

Diese Anthologie interessiert mich, weil sie sich mit unseren heimischen Geistern beschäftigt. Ich hatte die Ausschreibung dazu gesehen, war aber absolut uninspiriert. Umso mehr will ich die Kurzgeschichten lesen und die Geister, die ich selbst kaum kenne, kennenlernen. Ob ich mich gruseln werde? Mal sehen! Da die Anthologie für den Vincent Preis nominiert wurde, will ich sie als nächstes lesen. Ich will ja wissen, wieso die Kurzgeschichtensammlung preisverdächtig ist und gegebenenfalls abstimmen. 😉

Ostergeschenke

Na, wieder unterwegs? Mir ist es heute zu kalt. Ich gehe gleich nach Hause. Aber zuerst muss ich dir etwas erzählen. Ostern fiel zwar gefühlt aus, weil wir nicht zu meiner Schwiegermutter fahren und mit ihr feiern durften, aber zumindest die Ostergeschenke konnten wir austauschen.

Neben den üblichen Dingen wie Schokolade und Geldgeschenken schoss mein Mann den Vogel ab. Bisher arbeitete ich mit einer drahtlosen Tastatur, die ich von ihm geliehen hatte, weil er sie nicht mehr benutzte. Diese war relativ leise beim Anschlag, jedenfalls, wenn man nicht wie ein Bolzenschussgerät drauf einschlägt, wie ich es tue. Dummerweise reagierten ein paar Tasten nicht mehr so zuverlässig. Gerade das N bereitete mir da großen Kummer und ich musste immer tierisch aufpassen, keine Texte mit fehlenden Buchstaben abzuschicken. Die Alternative wäre eine neue Tastatur gewesen, idealerweise eine für Profis, aber die war mir bisher zu teuer bzw. ich zu geizig, weil ich mein Taschengeld wie ein Drache seinen Goldschatz hüte, um mir davon Bücher kaufen zu können. Du kannst es dir denken. An Ostern packte ich eine Tastatur aus. Nicht irgendeine. Eine Logitech K800, kabellos außer zum Laden des internen Akkus und mit beleuchteten Tasten, sodass ich nicht mehr nach den seltener genutzten Tasten suchen oder das Licht zum Tippen einschalten muss. Natürlich schafft auch sie es nicht, mein rabiates in die Tasten Gehaue in ein kaum hörbares Geklicke zu verwandeln, aber die Geräuschkulisse ist doch angenehmer. Auch das Tippen an sich macht viel mehr Spaß. Die Tasten haben einfach einen schönen Anschlag. Ich bin begeistert und freue mich schon auf den Abschluss meiner Planungsphase meines Weihnachtsprojekts, damit ich endlich richtig in die Tasten hauen kann.

Da hat mich mein Osterhase echt lieb bzw. ist ihm seine Ruhe auch wichtig. 😅

Ich schaff mich mal nach Hause. Mir ist kalt. Pass auf, dass du dich nicht erkältest. Davor kann dich auch der Fantasy-Wald nicht beschützen.

2. Projektübersicht – Weihnachten

Eine Woche ist seit dem letzten Update vergangen. Was habe ich in dieser Zeit erledigt?

Insgesamt habe ich über dreieinhalb Stunden an dem Projekt gearbeitet, also nur drei Prozent meiner Vorbereitungen erledigt. Das ist wenig, allerdings hatte ich letzte Woche auch kaum Motivation, zu arbeiten. Ich war ständig müde und konnte mich kaum auf meine Aufgabe konzentrieren. Ich habe gelesen, dass sowas passieren kann, wenn man wegen Corona kaum rausgeht. Vielleicht ist diese Nebenwirkung nun auch bei mir angekommen. Vielleicht ist es auch nur die Frühjahrsmüdigkeit, gepaart mit meinem Heuschnupfen, wegen dem ich seit Mitte Januar Tabletten nehmen muss. Vielleicht ist es auch beides zusammen. Wer weiß das schon so genau? Für mich fühlte es sich jedenfalls nach „urlaubsreif“ an, weswegen ich es diese Woche bewusst langsam angehen will. Womöglich lasse ich die Arbeit sogar ganz ruhen, um Kraft zu tanken. Nach drei Monaten, in denen ich bereits viel erreicht habe, kann ich mir auch eine Pause gönnen.

Doch auch so habe ich einiges geschafft. Ich konnte die Figurendatenblätter von weiteren acht Figuren ausfüllen. Noch sind sie etwas zweidimensional, aber das Dreidimensionale kommt später noch, wenn ich meine Geschichte besser kennenlerne und somit auch mehr über meine Figuren erfahre. Das trage ich dann in die Datenblätter nach. Ich muss gestehen, dass ich ungern Figurendatenblätter ausfülle. Das ist irgendwie langweilig, solange ich mich nur auf Größe, Augenfarbe, Beruf und ähnliches konzentriere. Die Träume, Wünsche und Ängste der Figuren finde ich schon deutlich interessanter. Sie charakterisieren viel mehr, welche Personen ich vor mir habe, als das reine Aussehen und ihre Tätigkeiten. Nun, es gehört zu meiner Arbeit dazu. Also quäle ich mich durch. Wenn ich alles richtig mache, kannst du eines Tages genau verstehen, wieso eine Figur handeln muss, wie sie es tut. Ansonsten wird es dir vorkommen, als hätte ich eine Figur aus Klischees zusammengebastelt. Der kann man zwar gut folgen,  spannend sieht jedoch anders aus. Aber genau das will man doch, wenn man liest. Deshalb werde ich noch einiges an Zeit in meine Figuren investieren.

Frohe Ostern 2020

Guten Morgen! Auch auf einem Spaziergang durch den Fantasy-Wald? Ja, hier ist es immer ruhig und um einen Mindestabstand muss man sich auch nicht kümmern. Das Wetter ist ebenfalls fantastisch und überall blüht es oder sprießt das junge Grün. Einfach herrlich, vor allem, wenn man die meiste Zeit in den eigenen vier Wänden verbringt, um gesund zu bleiben. Hier kann man sich frei fühlen, wenn man die Lungen mit frischer Luft füllt. Es riecht nach Frühling und die Vögel singen völlig unbeschwert. Sie wissen nichts von Corona.

Vielleicht sollten wir es wie die Vögel halten und für ein paar Tage Corona vergessen. Nicht, dass wir uns mit unseren Familien und Freunden jetzt treffen und die Ansteckungsgefahr verdrängen, sondern dass wir uns ein paar schöne Tage machen. Gutes Essen und ein abwechslungsreicher Zeitvertreib kann man sich auch im engsten Kreis gönnen, notfalls auch allein, wenn man alleine wohnt. Möchtest du noch ein Bild fertigmalen? Oder dein aktuelles Bastelprojekt abschließen? Das nächste Level im Computerspiel erfolgreich absolvieren? Bei dem spannenden Buch endlich das Ende erfahren? Die geliebten Blumen umtopfen? (Ja, auch das kann entspannend wirken. 😉) Auch neue Hobbys kannst du für dich entdecken. Es gibt so viel, das du tun kannst, um diese freie Zeit doch noch zu genießen. Nutze diese Zeit. In einem Jahr liegt Corona hoffentlich hinter uns und dann muss aufgeholt werden, was während der Kurzarbeit oder sogar vorübergehenden Firmenschließung liegengeblieben ist. Dafür brauchst du die Kraft, die du jetzt hoffentlich tanken kannst.

Ich wünsche dir und deinen Lieben frohe Ostern. Bleibt gesund und – nochmal – nutzt die Zeit.

Zitat der Woche (KW 15/2020)

Ein einfacher Satz und doch löst er viel in mir aus. Es ist offensichtlich, was Friedrich Wilhelm Raiffeisen mit diesem Satz im Kern meinte. Gemeinsam sind wir stark, zusammen schaffen wir alles.

Soweit, so gut. Aber diese Stärke erfordert etwas, das in der heutigen Zeit nicht mehr alltäglich ist. Gemeinschaftssinn, ein Gefühl von Verbundenheit zum Schwächsten als auch zum Stärksten der Gemeinschaft. Da hapert es schon. Wir schimpfen über Penner, Sozialschmarotzer, Politiker, Überreiche, Arme, Ausländer, Asylanten, Alte, Kranke und so viele andere Gruppen. Dabei vergessen wir, dass viele Menschen in diesen verachteten Gruppen ihr Schicksal nicht freiwillig gewählt haben. Natürlich gibt es schwarze Schafe, aber dürfen wir uns auf diese wenigen konzentrieren, wenn es doch so viele gibt, denen einfach nur eine Chance fehlt, um ihren Willen und ihr Können zu beweisen? Und wenn wir diesen Menschen helfen, stärken wir damit nicht auch unsere Gemeinschaft und können damit noch viel mehr bewirken?

Ganz im Sinne einer Utopie könnten wir mit wenigen Handlungen gescheiterten Existenzen und auch uns selbst eine goldenere Zukunft aufbauen. Jeder hat es in der Hand. Aber es ist verdammt schwer, über seinen eigenen Schatten zu springen und das egoistische Selbsterhaltungsprinzip über Bord zu werfen. Versteh mich nicht falsch. Da muss ich auch an mir selbst arbeiten. Das ist mir sehr wohl bewusst. Indem ich diese Zeilen für dich schreibe, nehme ich mir auch selbst die Scheuklappen ab. Es ist ein langer, beschwerlicher Weg, aber wie schön wäre es, das Resultat der Bemühungen noch erleben zu können, vielleicht sogar am eigenen Körper. Wir werden alle mal krank und hoffentlich auch alt. Wir mögen weise genug sein, einen Krieg in unserem Land zu verhindern. Sonst sind wir irgendwann die Asylanten in einem fremden Land. Das Schicksal kann uns leicht übel mitspielen. Das dürfen wir nicht vergessen. Aber indem wir etwas mehr zusammenrücken – bildlich gesprochen! – und den Menschen mit Wohlwollen begegnen, wird sich etwas ändern. Nicht sofort und wir werden auch häufig enttäuscht werden, aber irgendwann schlagen unsere Bemühungen Wurzeln und die gemeinsame Stärke wird sich ausbreiten.