Leserückblick Februar 2020

Im Februar habe ich nur wenig gelesen. Ich weiß nicht, wieso, aber mir fehlte die Luft darauf. Trotzdem kann ich zwei Bücher vorstellen, wobei eines sogar eine Überraschung ist.

Ich hatte bereits im Januar das Buch von Cara Yarash „Im Bann der Elfenwelt“ begonnen. Darin geht es um Merina, die eine Halbelfe ist und in unserer Welt aufwuchs. Bei einem Ausritt gelangt sie zufällig ins Elfenreich und muss feststellen, dass es eine Prophezeiung über sie gibt. Nach dieser wird Merina entweder das Reich retten oder dafür sorgen, dass es untergeht.
Der Schreibstil hat mir ganz gut gefallen. Allerdings werden die Visionen in der Gegenwart erzählt, während die Geschichte in der Vergangenheit erzählt wird. Ich hatte keine Probleme mit den Visionen, aber wenn ich dann wieder in die Geschichte eintauchen sollte, benötigte ich ein paar Absätze, um mich in die richtige Erzählzeit einzufinden. Ich verstehe, wieso man zu diesem Stilmittel gegriffen hat, aber mein Gehirn hatte beim Umschalten Probleme. Zum Glück kamen nicht so viele Visionen vor.
Die Figuren waren interessant, aber da hätte man meiner Meinung nach noch mehr herausholen können. Ich finde das nicht schlimm. Nicht jeder Roman muss immer absolut anspruchsvoll sein. In Verbindung mit der Geschichte, in der die Handlung nur selten überraschende Wendungen nimmt, rangiert dieser Roman für mich in der Kategorie „lese ich mal so nebenbei“. Auch das meine ich in keiner Weise negativ wertend. Solche Bücher muss es auch geben und ich bin froh über deren Existenz, wenn ich mich mal gerade von einem überaus spannenden Buch „erholen“ muss.
Die Geschichte an sich könnte dem Traum eines Mädchens entsprungen sein, das aus unserer langweiligen Welt ausbrechen will. Obwohl der Roman sich ganz klar an ein eher erwachsenes Publikum richtet, wirkt er verträumt. Er lädt mich aber nicht zum Träumen ein. Dazu fehlt mir irgendetwas, das aber in den meisten Büchern fehlt. Es ist eben schwer, eine einzelne Person so komplett anzusprechen mit seiner Geschichte. Und wenn das gelingt, spricht man dafür jemand anderen nicht richtig an. Trotz allem hatte ich eine schöne Reise an Merinas Seite. Die Elfenwelt bietet so manches, das ich gerne gesehen hätte. AUßER SCHOKOLADE! Also ein Kriterium, um wieder nach Hause kommen zu wollen.
Für diesen Roman habe ich relativ lange gebraucht. Etwa drei Wochen. Vielleicht hätte ich ihn schneller verschlungen, wenn er etwas mehr Pfiff gehabt hätte, aber das ist reine Spekulation, da ich in diesen drei Wochen auch nicht so viel Zeit zum Lesen hatte. Er war ein netter Zeitvertreib.

Anschließend las ich „Rudernde Hunde“ von Elke Heidenreich und Bernd Schroeder. Es ist eine Kurzgeschichtensammlung über neunzehn Geschichten, wie sie das Leben schreibt.
Normalerweise hätte ich mir dieses Buch nie gekauft. Der Titel klingt merkwürdig und das Cover ist langweilig, trifft so gar nicht meinen Geschmack. Aufkleber, die darüber informieren, dass man einen Bestseller in Händen hält, interessieren mich auch nicht. Aber meine Schwiegermama bekam dieses Buch zu Weihnachten geschenkt. Da sie überhaupt nicht lesebegeistert ist, vererbte sie mir das Buch.
Viel habe ich nicht erwartet. Eigentlich erwartete ich sogar, das Buch nach wenigen Seiten in die Bücherkiste zu den anderen Büchern zu legen, die ich eines Tages billig an momox oder sonst irgendeine Bücherbörse verkaufe. Ich wurde überrascht. Jede Geschichte besitzt ihre eigene kleine Portion Humor. So fein, dass es eine Kunst ist und es ein Genuss war, in diesen Geschichten zu schwelgen, die überwiegend zwischen 1945 und 1975 spielen – also lange vor meiner Geburt. Wirklich! Das ist also überhaupt nicht meine Zeit. Nachkriegszeit, Frauen gehören noch hinter den Herd und kennen Selbstbestimmung erst ab dem Moment, wenn der Mann endlich den Löffel abgegeben hat … Zwei der Geschichten handeln wirklich von einer Bronzefigur, die zwei rudernde Hunde darstellt – die erste und die letzte, die quasi zusammengehören und zwei verschiedene Sichtweisen erzählt. Überhaupt nicht langweilig.
Ich habe mich köstlich unterhalten und das Buch ziemlich rasch durchgelesen. Es hat sich einen Platz in meinem Bücherregal verdient und vielleicht lese ich es irgendwann mit Vorfreude auf die feinen Nuancen in den Geschichten noch einmal.

Ich habe bereits ein Drittel des nächsten Buchs gelesen, aber das ist ein echt dicker Schinken. Freu dich darauf, wenn ich nächsten Monat davon berichte, denn bisher zeigt sich der Schinken von einer leckeren Seite.

Projektübersicht – 13.02.2020

Ich bin selbst ganz überrascht, wie ich meistens ziemlich pünktlich einen Monat nach der letzten Übersicht wieder eine Neue zeigen will. Als wäre das Absicht. Nein, so organisiert bin ich doch nicht. Ein wenig kreatives Chaos gönne ich mir. Aber ich scheine eine innere Uhr zu besitzen, die immer öfter klingelt, je näher ich dem „Stichtag“ komme. Eigentlich wollte ich schon vor einer Woche erzählen, wie es im Moment läuft, aber ich bin einfach nicht dazu gekommen. Eigentlich will ich auch viel öfter darüber berichten, was sich so getan hat. Gerade wenn ich an Kurzgeschichten arbeite, wäre das ja sinnvoll, weil es wirklich etwas zu sehen gibt. Jedenfalls mehr als nur eine einzelne Zahl, die stetig steigt und beweist, dass ich fleißig schreibe. Äh, ich fange mal an. 😅

Die Story-Olympiade gestaltet es spannend. Am 13. und am 23. Januar wurden Zwischenstände zur Auswahl durch die Jury für die Ausschreibung Generationen bekanntgegeben. Nach letztem Stand wurden zwanzig der siebzig eingesandten Geschichten bisher gelesen und bewertet. Die Hälfte davon hat es definitiv nicht in die zweite Wettbewerbsrunde geschafft. Für die andere Hälfte sieht es ganz gut aus, aber auch da kann sich noch etwas ändern. Meine Kurzgeschichte hat es noch nicht in diese Liste geschafft. Das bedeutet, dass sie noch nicht von allen Jurymitgliedern gelesen und bewertet wurde. Fürs Erste ist das gut, denn damit bin ich noch nicht aus dem Wettbewerb geflogen, aber ich hibbel doch sehr herum, weil ich so gerne wüsste, ob meine Geschichte es in die zweite Runde geschafft hat. Wobei, selbst wenn ich weiterkomme, heißt das ja immer noch nicht, dass ich es in die Anthologie schaffe. Hui! Vom Gefühl er ist es mit einem Thriller vergleichbar. 🙈

Für die Ausschreibung Waypoint FiftyNine – Die schrägste Kneipe der Galaxis hat es leider nicht gereicht. Meine häkelnde Oma mit ihrem Seemannsgarn war wohl nicht schräg genug. Aber ich mag sie. Vielleicht findet sie irgendwann in einer ScienceFiction-Anthologie ein Zuhause.

Die Kurzgeschichten für die Ausschreibungen In Samhains Schatten, Die Anstalt und neu hinzugekommen Das Dampfbein schwingen und Dunkel sind geschrieben. Aktuell schreibe ich die Geschichte für die Ausschreibung Auch Jadedrachen können beißen. Ich hatte eigentlich vor, die Kurzgeschichten in der Reihenfolge zu schreiben, wie ich sie auch abgeben muss, aber ich muss die Seite mit meinen Notizen, was in dieser Geschichte und der für die Ausschreibung Fragmentarische Artefakte aus Versehen übersprungen haben. Kann passieren. Zum Glück bin ich früh dran. Generell bin ich im Moment noch optimistisch, dass ich es schaffe, alle Geschichten bis Ende April komplett zu schreiben, zu überarbeiten und an die Verlage zu schicken. Da kommt noch einiges an Arbeit auf mich zu. 💻

Auch eine ältere Kurzgeschichte habe ich überarbeitet. Ursprünglich sollte sie in der Anthologie Kreative Viecher beim Verlag ohneohren erscheinen. Leider hat sich meine Geschichte nicht gegen die anderen durchsetzen können, was ja bekanntlich nicht zwingend etwas über die Qualität des Textes aussagen muss, sondern durchaus auch bedeuten kann, dass die Einsendungen generell klasse waren. Da passt es prima, dass meine neu entdeckte Autorengruppe gerade eine Anthologie erarbeitet, deren Thema zu meiner Geschichte passt. Das Lektorat ist bereits durch und auch die Kontrolle der Druckfahnen ist soweit erledigt. Nun muss „nur noch“ der Verlag unseres Vertrauens sein endgültiges Ok geben, wobei wir bereits in den Vertragsverhandlungen stecken. Ich rechne also mit der Veröffentlichung in diesem Verlag, wenn nicht noch irgendetwas ganz Großes passiert. Das wäre dann das erste Mal, dass eine Kurzgeschichte von mir, die beim ersten Mal nicht genommen wurde, es beim zweiten Versuch in die Anthologie schafft. Es ist also durchaus möglich, dass meine Geschichte für die Ausschreibung Waypoint FiftyNine – Die schrägste Kneipe der Galaxis irgendwann ein Zuhause bekommt.

In Gedanken bin ich schon bei meinem Roman Drachenherz. Ich brenne darauf, ihn fertig zu überarbeiten und meinen beiden Testleser zu geben. Da fehlen nur noch zweiundzwanzig Seiten! Ach, ich würde gerne schneller arbeiten können. 🖍

Leipziger Buchmesse 2020

Es ist amtlich! 😍 Heute um 9.52 Uhr erhielt ich von meinem Mann grünes Licht. Er bekommt für die LBM Urlaub. Um 10.26 Uhr war ich fertig mit dem Kauf der Tickets, dem Programmheft und dem Messe-Guide, wobei das auch nur so lange gedauert hat, weil ich vorher noch ein paar unangenehme Telefonate erledigen wollte.

Ich freue mich schon unheimlich und werde gleich bei allen Gruppen, bei denen ich Mitglied bin, verkünden, dass ich donnerstags bis samstags und ggf. auch noch sonntags am Vormittag da sein werde. Man muss die Gelegenheit nutzen, die Menschen, die man sonst nur online „sieht“, wenigstens einmal im Jahr real zu treffen. Dabei können neue Freundschaften entstehen oder Zusammenarbeiten für ein gemeinsames Projekt unter Dach und Fach gebracht werden und natürlich noch so viel mehr. Auf jeden Fall macht es Spaß. 😄

Vielleicht treffen wir uns dort ja auch? Du weißt ja, wie ich aussehe. Halte einfach Ausschau nach einem kleinen lila Flummi und ihrem riesigen Schrank von Manager. Letzteren wirst du vermutlich zuerst entdecken. Aber ich bin selten weit von ihm entfernt. Ich freue mich über einen kleinen Plausch und gebe auch gerne Autogramme. Ich beiße nicht, und wenn du sichergehen willst, kannst du dich gerne bei mir melden und wir vereinbaren einen Termin und einen Treffpunkt. Dann kann nichts schiefgehen. 😊

Leserückblick Januar 2020

Der erste Monat des Jahres ist vorbei und trotz viel Arbeit konnte ich viel lesen. Ich kann ein paar tolle Bücher vorstellen.

Zuerst beendete ich von den Autorinnen Laura Schmolke und Veronika Serwotka den Roman Trance – Als die Menschen vergaßen zu leben. Darin leben die Menschen unter der Erde, und zwar ewig, denn sie haben Elysium. Nur ein gewaltsamer Tod kann ihr Leben beenden. Der Preis dafür ist ein tranceähnlicher Zustand, sodass die Menschen ihr Leben kaum wahrnehmen und eher wie Zombies tun, was man ihnen sagt. Da entdeckt Kim eine Leiche. Der Mann hat ein Tagebuch bei sich, das sie einsteckt. Beim Lesen verändert sich ihre Welt.
Die beiden Autorinnen haben eine Welt erschaffen, in der Zeit keine Rolle mehr spielt. Sie ist geradezu stehengeblieben, denn durch die Trance gibt es keinen Fortschritt. Entsprechend ist unklar, wie viel Zeit seit dem Umzug unter die Erde vergangen ist. Selbst als Kim aus der Trance erwacht, weiß sie nicht, wie alt sie ist oder wie lange sie unter der Erde lebt. Genaugenommen kann sie sich nicht einmal an ihr Leben erinnern, weder wärend noch vor der Trance. Dadurch entsteht ein leicht bedrohlich wirkendes Setting.
Natürlich bleibt Kim nicht lange die einzige Erwachte. Sie stößt auf weitere, die die Regierung stürzen wollen, damit die Menschen wählen können, ob sie in Trance ewig leben oder für beschränkte Zeit wirklich leben. Das ist ein bunt zusammengewürfelter Haufen und dummerweise kennt einer von ihnen Kim. Er weiß etwas über sie und droht ihr. Dabei kann sie sich an nichts erinnern. Insgesamt sind die Personen einzigartig. Sie tragen Decknamen, damit sie die Gruppe nicht verraten können, sollten sie von der Regierung geschnappt werden. Diese Namen spiegeln zugleich den Kern ihres Charakters wieder. Ich mochte sie und konnte die Beweggrunde eines jeden nachvollziehen.
Der Stil ließ sich sehr gut lesen. Die Geschichte wird durch die Tagebucheinträge aufgelockert, sodass ich gleich an zwei Fronten mitfieberte. Ich habe das Buch verschlungen, obwohl ich wenig Zeit hatte.
Als kleines Extra ziert die letzte Seite jedes Kapitels die Grafik eines aufgeschlagenen (Tage-?)Buchs. Mit solchen Schnörkeleien halten sich die wenigsten Verlage auf. Ich weiß es zu schätzen. Ich bin eben eine Verfechterin für Bilder in Büchern für „die Großen“. Das erfreut nicht nur das Auge, sondern spricht auch das innere Kind an, und wen das nicht interessiert, muss sie ja nicht minutenlang betrachten, sondern kann sie überblättern.
Ich bin happy mit dem Buch, zumal ich eine Widmung von einer der Autorinnen bekommen habe.

Anschließend las ich die Anthologie Der Tag der toten Katze. Cornelia Wriedt kam der Satz „Ich hasse es, wenn der Tag damit beginnt, dass ich eine überfahrene Katze begraben muss.“ in den Sinn. Sie fand, dass er sich prima als ersten Satz für eine Geschichte machen würde, wollte ihn aber nicht selbst verwenden. Da sie fand, er sei zu schade, um in Vergessenheit zu geraten, bot sie ihn online an. Geli Grimm nahm dieses Geschenk gerne an und so entstand die Anthologie, in der alle Geschichten mit diesem Satz beginnen.
Es sind 14 Geschichten, jede anders, obwohl es doch immer um überfahrene Katzen geht. Kaum zu glauben, welche Vielfalt man trotzdem erschaffen kann.
Vor allem die Geschichten, die aus Sicht der Katzen geschrieben sind, haben es mir angetan. Ich finde, dass ihr Charakter darin besonders gut zur Geltung kommt. Aber auch die anderen Figuren sind gut gelungen. Oft sind sie etwas verschroben oder skurril.
Es hat echt Spaß gemacht, dieses schmale Bändchen zu lesen. Ich hatte zunächst etwas Angst davor. Ich liebe Katzen. Aber der befürchtete Schmerz, die Trauer um die toten Katzen, blieb aus, weil die Geschichten nicht auf den Verlust abzielten. Ich bin froh, den Mut aufgebracht zu haben, das Buch zu kaufen.

Es folgte von Sarah Neumann Die Schicksalsseherin. Darin versiegt in der Welt der Kobolde die Glücksproduktion, aber dieses Glück ist immens wichtig, denn die Kobolde bringen es in die anderen Welten, um damit das Leben lebenswert zu machen und auch Leben zu retten. Die Kobolde sind in Aufruhr. Myriel glaubt, den Ursprung dieses Verderbens zu erkennen, und will handeln.
Kobolde! Mit ihnen verbinde ich Töpfe voll Gold, die am Ende des Regenbogens ausgegraben werden können, und Schabernack. Ihnen ist das Glück hold. Da ist es naheliegend, dass sie das Glück im Universum verteilen und eine eigene Welt bevölkern. Ich finde die Idee toll. Der Gedanke, dass es verschiedene Abteilungen gibt, die sich um Kriege, Glücksspiel, eine glückliche Zukunft uvm. kümmern, hat was. So zog mich dieses Buch in die Koboldwelt, wo die Kobolde in Bäumen leben, ein Mammutbaum das Zentrum ihrer Macht und zugleich wichtiger Treffpunkt für Versammlungen ist und viele verschiedene Blumen Aufgaben erfüllen, sei es als Lichtquelle, Aufzug, Kleid oder Lautsprecher etc. Die Kobolde besitzen besondere Fähigkeiten wie z. B. das Lenken anderer Lebewesen wie an Marionettenfäden, das Sehen der Zukunft oder das Beeinflussen der Gefühle eines Anderen. Ach, es gibt einfach furchtbar viel in der Koboldwelt zu entdecken!
In dieser Geschichte sind Myriel und Seith die wichtigsten Figuren. Die Kapitel erzählen abwechselnd aus ihren Perspektiven. Sie gehören zwei verfeindeten Familien an und wüssten diese, dass die Beiden sich mögen und heimlich treffen, gäbe es mächtigen Ärger, zumal Beide unglücklich mit anderen Kobolden verlobt sind. Aber sie gehören eben auch zwei sehr mächtigen Familien an, sodass sie sich in ihre Rollen widerwillig fügen wollen. Ich mag die Beiden. Obwohl von ihnen einiges erwartet wird, stellen sie sich dagegen, schauen über ihren Tellerrand hinaus und sind bereit, Opfer zu bringen.
Insgesamt ist die Geschichte sehr toll erzählt. Ich hatte anfangs leichte Schwierigkeiten, in die Geschichte einzutauchen, aber das liegt vermutlich daran, dass ich die Kobolde unserer Erde zuordne und mich schwertat, zu verstehen, dass sie einen eigenen Planeten haben, auf dem sie zuhause sind. Das ist aber eigentlich nebensächlich und diese Schwierigkeit verblasste schnell, weil die Geschichte so mitreißend ist. Spätestens nach 2/3 der Geschichte war es sowieso um mich geschehen, weil dann die Spannung merklich anzog. Es wurde richtig ernst. Ich wusste, wer welche Ziele verfolgt und wie er zu den anderen Kobolden steht, und was das für Konsequenzen haben muss. Entsprechend schnell hatte ich die letzten hundert Seiten verschlungen.
Mir hat es in der Koboldwelt unheimlich gut gefallen und das Ende hat mich für die anfängliche kleine Orientierungsschwierigkeit mehr als entschädigt.

Als letzten Roman im Januar las ich von Sophia Farago Schneegestöber. Es spielt in England, 19. Jahrhundert. Die Mädchen Kitty und Mary Ann leben auf einer Mädchenschule für höhere Töchter. Mary Ann wird bald 21 und hätte längst ihr Debut geben müssen, doch ihr Bruder und Vormund verlängert lieber den Vertrag mit der Schule um weitere vier Jahre. Kitty wird bald 18, aber durch ihr spanisches Temperament hat sie es schwer, sich in die englischen Sitten zu ordnen. Noch bevor sie, wie von ihrer Tante versprochen, zu ihrem 18. Geburtstag abgeholt werden kann, um ihr Debut zu geben, fliegt sie von der Schule. Da sie Mary Ann dort nicht alleine versauern lassen will, nimmt sie sie mit auf ihre Reise zu ihrem zweiten Vormund, Onkel St. James. Doch dieser denkt nicht daran, seine Nichte zu empfangen, und die Mädchen haben auf ihrer Reise ihr letztes Geld ausgeben müssen …
Das Buch ist von 1996. Es ist also noch in der alten Rechtschreibung verfasst und auch die modernen Stilmittel, die ich als Autorin kenne, suchte ich vergebens – was nicht heißen soll, dass ich den Roman deshalb schlecht oder altbacken fand. Im Gegenteil, ich fand diesen älteren Schreibstil erfrischend ehrlich, weil mir nicht über eine halbe Seite erklärt wurde, wie sich die Verliebtheit der Mädchen anfühlt, sondern weil einfach da stand, dass sie verliebt sind. Punkt. So einfach kann es sein.
Trotzdem fand ich die Figuren gut gezeichnet. Die Geistlichen hatten ihre religiösen Ansichten bzw. sogar Marotten, die Mädchen waren nicht zu gegensätzlich, sich aber auch nicht zu ähnlich, sodass ich sie gut unterscheiden konnte, und auch die Männer ihrer Herzen und Nebenfiguren hatten ihren Charme. Schön fand ich, wie sich alles zusammenfügte, dass die Menschen sich um ein oder zwei Ecken kannten und die Herzenswünsche des Einen sich auf die Anderen auswirkten. Ich muss aufpassen, nicht zu viel zu verraten. Daher bleibe ich kryptisch.
Die Geschichte an sich fand ich sehr spannend und nach den vielen Fantasyromanen der letzten Zeit auch entspannend, weil das 19. Jahrhundert jetzt nicht so viel Fantasie von mir verlangte. Sie ist herrlich normal, trotz ihrer Verstrickungen und Romantik. Ich habe diesen Roman verschlungen.

Leipziger Buchmesse 2020

Ich war ja lange unsicher, ob ich dieses Jahr wieder zur LBM fahren sollte. Klar, ich hatte die vier Tage letztes Jahr unheimlich genossen, viele Kontakte geknüpft und Kollegen getroffen. Aber es war auch anstrengend und ein teures Vergnügen, für das ich sonst eine Woche in Urlaub hätte fahren können. Trotzdem, mein Herz hängt an der LBM. So entschied sich mein Manager kurzfristig, dass wir es dieses Jahr wieder versuchen wollen, hinzukommen. Noch fehlt das Ok für seinen Urlaub. Es steht und fällt also damit, ob wir fahren können. Aber das Hotel ist bereits gebucht – natürlich kostenlos stornierbar.

Worüber ich mich gerade ganz besonders freue: Ich habe am Freitag über die Homepage der LBM einen Antrag gestellt, um die Messe dieses Mal als Fachbesucherin besuchen zu können. Dazu musste ich nachweisen, dass ich eine Autorin bin. Puh, wie macht man sowas??? Immerhin habe ich keinen Handelsregisterauszug, kein Gewerbe angemeldet, bin weder im Besitz eines Meister- oder Gesellenbriefes, das Prüfungszeugnis meiner Ausbildung als Kauffrau für Bürokommunikation wird sie in diesem Zusammenhang wohl auch kaum interessieren und einen thematisch passenden Arbeitgeber kann ich auch nicht vorweisen. Hmm … Ich habe es mir letztlich einfach gemacht und meine Vita nebst Bibliographie geschickt. Damit konnte man immerhin bei den angegebenen Büchern prüfen, ob mein Name darin auftaucht. Ich hatte keine Ahnung, ob das ausreicht, aber … ES HAT GEREICHT!!! 😍

Ich freue mich tierisch. Dabei geht es mir nicht einmal um die wenigen Euro, die ich beim Kauf des Tickets sparen kann. Die nehme ich gerne mit, aber tatsächlich ist mir wichtiger, dass eine offizielle Stelle – die große LBM! – mich als Autorin akzeptiert. Klar, was sollte sie sonst tun? Immerhin stehen bereits acht Veröffentlichungen in meiner Bibliographie. Aber es fällt mir doch immer wieder schwer, zu glauben, dass andere mich ebenfalls als Autorin sehen und das nicht nur Wunschdenken meinerseits ist.

Ich könnte platzen vor Freude, aber das lasse ich lieber bleiben. Sonst habe ich von meiner Akkreditierung ja nichts mehr. 😅

Projektübersicht – 15.01.2020

Zum neuen Jahr habe ich meine Projektübersicht aufgeräumt. Die erledigten Projekte sind rausgeflogen, sodass es jetzt wieder übersichtlicher sein sollte.

An den vielen Ausschreibungen, bei denen ich noch auf Rückmeldung warte, hat sich leider im vergangenen Monat nichts geändert. Schlimmer noch. Ich habe eine „erneute“ Ausschreibung von Tod des Helden entdeckt. Bei einer Abgabefrist zum 31. Dezember 2019 kann ich sie nicht abhaken, sondern muss sie weiter aufführen. Ich hoffe wirklich, dass ich innerhalb der nächsten sechs Monate eine Rückmeldung zu meiner Einsendung erhalte. Immerhin schleppe ich diesen Posten schon ziemlich lange mit mir herum.

Die Anthologie des Schreib:Raums findet sich auch nicht mehr in der Übersicht, aber sobald ich das Erscheinungsdatum kenne, gebe ich es hier bekannt. Da gibt es also auch bald etwas Neues von mir zu lesen. 😊

Bei den vielen Ausschreibungen, die Ende letzten Jahres herauskamen, war ich vor Weihnachten noch sehr fleißig. Ich habe alle soweit geplant, sodass ich die Geschichten nur noch schreiben muss. Lediglich bei Auch Jadedrachen können beißen, Fragmentarische Artefakte und Psycho-Horror bin ich von meinen Ideen noch nicht zu 100 % überzeugt. Da werden sich sicher noch Kleinigkeiten ändern, vielleicht sogar die komplette Idee, oder ich entscheide mich dazu, doch nicht daran teilzunehmen. Die Kurzgeschichte für die Ausschreibung In den Tiefen einer Götterseele habe ich sogar noch vor Weihnachten geschrieben, sodass ich sie dieses Jahr nur noch überarbeiten musste, ehe ich sie letzten Montag abschickte. Bei dieser Geschichte bin ich unsicher, ob ich die Vorstellungen des Verlags erfülle. Es geht um eine Götterseele, aber ich fürchte, dass es nicht genügt. Trotzdem gefällt mir meine Geschichte und da ich nicht wissen kann, was der Verlag genau will, überlasse ich diese Entscheidung den Verantwortlichen. Vielleicht passt sie ja doch und meine Befürchtungen stammen von meinen Selbstzweifeln. Bei der Geschichte für die Ausschreibung In Samhains Schatten fehlt nur noch der Schluss. Da habe ich aber noch sehr viel Zeit bis zum Abgabetermin. Genau das war mir auch wichtig. Ich will dieses Jahr nicht zu oft die Fristen ankratzen, sondern idealerweise alle Kurzgeschichten bis Ende April fertig und beim Verlag wissen. Vermutlich werde ich das nicht schaffen. Da ist schon eine neue Ausschreibung, die mich reizt 😅, aber es wäre toll, wenigstens die bisher geplanten bis Mai aus dem Weg haben.

Der Eintrag Roman Weihnachten dürfte neugierig machen. Lach nicht, aber ich bin trotz der geballten Feiertage immer noch in Weihnachtsstimmung, sodass ich diese gerne für einen Roman mit diesem Thema nutzen würde. So schnell werde ich nicht dazu kommen, aber ich behalte den Platzhalter dafür erst einmal in meiner Übersicht. Sollte sich etwas ändern, also die Stimmung doch noch verfliegen oder mir eine viel bessere Romanidee über den Weg laufen, lässt sich das ja austauschen. Fest steht, ich werde dieses Jahr ganz sicher einen neuen Roman beginnen.

Der wird jedoch noch etwas auf sich warten lassen müssen. Letzte Woche Montag bekam ich das Lektorat zu meinem Hexenmeister Jakob Wolff-Roman. Daran arbeite ich bereits fleißig. Meine Herausgeberin gab mir den Tipp, mir ihre Kommentare zuerst anzusehen und Notizen dazu zu machen, ehe ich loslege, und ich bin froh, dass ich den beherzigt habe.
Mir war klar, dass das Lektorat einer Kurzgeschichte eine andere Hausnummer ist als das eines Romans, selbst wenn es ein kurzer ist und wir im Vorfeld durch das Exposé schon viele Fallstricke beseitigen konnten. Ich habe die letzte Woche also damit verbracht, die Kommentare zu sichten und Notizen zu machen, aber es war hart. Bei vielen Kommentaren musste ich schlucken und es wurde mir immer nach ungefähr zwei Stunden zu viel. Nicht, dass meine Herausgeberin mich in ihren Kommentaren niedergemacht hätte. Vielleicht ist sie ab und zu etwas ironisch. Das kann ich nicht ausschließen, kann ich aber auch nicht mit Bestimmtheit sagen, da es eben nur schriftlich ist und ich sie darauf noch nicht angesprochen habe. Trotzdem, ich merke, dass ich da noch sehr empfindlich bin, obwohl ich mir sicher bin, dass sie mich nicht verletzen will. Es ist aber ein Unterschied, das zu wissen, aber etwas anderes zu fühlen, so dumm es ist.
Ich brauche da also ein dickeres Fell. Nicht wegen der Arbeit mit ihr, sondern generell. Ich glaube jedenfalls nicht, dass es bei anderen Verlagen besser laufen wird. Ich sehe da das Problem voll und ganz bei mir, auch wenn ich nach dem erfolgten ersten Durchgang mit ihr reden will, dass sie bei mir etwas vorsichtiger sein soll. Sie darauf anzusprechen, schadet nicht. Ich nehme ihr meine unbegründeten Gefühle auch definitiv nicht übel. Aber wenn wir es uns leichter machen können, wieso sollten wir das nicht tun?
Vergangenen Montag habe ich das eigentliche Umsetzen der Kommentare begonnen. Da ich prinzipiell weiß, was meine Herausgeberin geschrieben hat, und ich meine Gedanken dazu notiert habe, tun mir die Kommentare nicht mehr so weh. Sie haben ihre Spitze größtenteils verloren, sodass mir die tatsächliche Arbeit am Text leichter fällt. Das wäre anders verlaufen, hätte ich nicht auf meine Herausgeberin gehört. Zeigt das nicht auch, dass ihr meine Gefühle wichtig sind und sie sich denken konnte, dass es für mich schwer werden könnte? Ich glaube daran und gebe weiterhin mein Bestes.
Allerdings muss ich zugeben, dass ich in schwachen Momenten ans Aufgeben dachte. Schreiben nur noch als Hobby, weil ich es ja doch nicht lassen kann, und wieder auf Jobsuche gehen. Das waren wirklich kurze schwache Momente, denn als Bürokraft ist die Jobsuche der blanke Horror. Der Stellenmarkt ist von Leuten wie mir überschwemmt. Bewerbungsmarathon gegenüber „auf die Zähne beißen und endlich Stärke beweisen“. Da hat meine Sturheit gesiegt. Ich will mich nicht wegen meiner schwächelnden Kritikfähigkeit von dem abhalten lassen, das ich liebe, zumal mir diese Schwäche auch in einem normalen Berufsleben Schwierigkeiten bereiten kann. Dann lerne ich doch lieber jetzt dazu.
Ich fühle mich gut mit dieser Entscheidung und ich bin für den eingangs erwähnten Tipp wirklich unendlich dankbar. Ich habe sogar eine Taktik entwickelt, wie ich zumindest fürs Erste mit meiner Schwäche umgehen kann. Wenn ich merke, dass meine Stimmung kippt und ich die Kommentare nur noch negativ auffasse, speichere ich meine Arbeit und lege sie beiseite. Dann schreibe ich an meiner Kurzgeschichte für In Samhains Schatten. Die will ich sowieso schreiben und frühzeitig einreichen und ich habe Spaß an ihr, sodass ich auf andere Gedanken komme und meine Gefühlswelt sich wieder einkriegt. Wenn das funktioniert, ist es wirklich nicht schlimm. 😊

Leserückblick Dezember 2019

Hallo und noch ein frohes neues Jahr! Der Dezember war ein klasse Monat. Ich liebe die Vorweihnachtszeit. Passend dazu habe ich mein Arbeitstempo etwas gedrosselt und mehr gelesen.

Zuerst las ich die FeenCon-Anthologie Feen- und Con-Geschichten. Es ist kein offizielles Buch, sondern eine Art Geschenk zum 30jährigen Jubiläum der FeenCon. Es wurde für Spenden verkauft und es dürfte schwer werden, diese noch zu bekommen. Für diese Anthologie wurden dreizehn Autoren und Verleger um Kurzgeschichten zur Feencon gebeten.
Es ist nicht verwunderlich, dass mehrfach die Fee des Feencon Teil der Geschichten ist. Aber auch die verschiedenen Autoren wie Robert Corvus in seinem langen schwarzen Mantel oder die Verleger Torsten Low und Marc Hamacher oder der Conleiter Willi kommen vor und erleben Erstaunliches. Ob als Eule, Leseratte und Co. beim Kartenspiel oder „ganz real“ als Vampirjäger, es war echt genial, zu was diese Figuren fähig sind.
Es ist leider nur ein schmales Bändchen, aber es brachte mich oft zum Schmunzeln, weil ich mich in der Welt von Cons, Autoren und Verlegern mittlerweile ganz passabel auskenne. Ich hatte richtig Spaß, die Kurzgeschichten zu lesen, und ich bin froh, dass ich mir ein Exemplar gesichert habe. Es ist eine tolle Erinnerung an meinen Besuch der FeenCon 2019.

Danach war das Album der verschwundenen Freunde von Anja Buchmann. Darin geht es um Penelope. Sie verspürt das Gefühl von Verlust, weiß aber nicht, was in ihrem Leben fehlt. Durch Zufall stolpert sie über ein Gedicht, kann sich aber nicht an den Verfasser erinnern. Dabei muss derjenige sie sehr gut kennen, und eines ist klar, sie hat es nicht geschrieben. Sie fängt an, zu suchen, und rennt gegen Mauern in ihrem Gedächtnis.
Auf das Buch war ich schon auf der Leipziger Buchmesse aufmerksam geworden, hatte mein Budget jedoch bereits verplant. Auch auf der FaRK hatte ich es gesehen, wieder mit demselben Budget-Problem. Auf dem BuCon hatte ich die Lesung der Autorin, die u. a. aus diesem Buch las, besucht, und warf meinen Budget-Plan um, sodass ich mir das Buch kaufte und sogar eine Signatur von der Autorin bekam.
Ich mag den Schreibstil der Autorin. Er ist unaufgeregt und bedient sich einer alltäglichen Sprache, mal von den Passagen abgesehen, in denen sie erzählt, was den verschwundenen Freunden passiert, der in einem mittelalterlichen Stil erzählt wird. Das ist super, da ich so nicht nur durch die vorkommenden Figuren wusste, wo ich gerade war, sondern auch durch die Sprache.
Auch die Figuren haben es mir angetan. Zwischendurch fürchtete ich sogar, dass Gleichgesinnte und neue Freunde Penelope von ihrer Suche zu stark ablenken oder sogar abhalten könnten. Diese kleinen Spannungen trugen mich herrlich durch das Buch. Aber auch sonst konnte ich die einzelnen Figuren an ihren Eigenheiten recht gut erkennen. Da hat die Autorin ihre Hausaufgaben gemacht.
Die Geschichte an sich ist sehr spannend. Ich wollte unbedingt wissen, ob es Penelope gelingt, ihren verschwundenen Freund zu finden. Selbst wenn es mal gerade etwas ruhiger zuging, wurde es nicht langweilig. Im Gegenteil, dann konnte ich mal Atem schöpfen.
Ich mag ja schon das Verlagslogo, weil es eine Katze darstellt. Durch die besuchte Lesung konnte ich die Autorin etwas kennenlernen und ich finde sie sehr sympathisch. Umso mehr freue ich mich über eine so tolle Geschichte.

Götterlicht von Vinya Moore habe ich auf der Leipziger Buchmesse gekauft. Ich freute mich schon ewig darauf, es endlich lesen zu können, weil das Cover so schön ist. Darin geht es um Natassya, die ein Götterkind ist. Ihr Vater herrscht über den Mond Kelan, einer von insgesamt acht Monden. Als sie von einem Traum verfolgt wird, zerbricht jedoch ihre heile Welt. Immer mehr Fragen stürmen auf sie ein, auf die sie keine Antworten zu finden vermag. Ihr Vater, der ihr helfen könnte, schweigt beharrlich, bis es fast zu spät ist. Sie muss sich einer Prüfung stellen, an deren Ausgang ihr Tod oder die Herrschaft über alle acht Monde steht.
Dummerweise ist es eine Dilogie. Ich hatte beim Kauf extra nachgefragt. Da hatte man mir gesagt, dass es ein Einzelband wäre. Ich hätte besser ins Buch geschaut, wobei ich nicht mehr weiß, ob ich es eingeschweißt erhielt. Hinten steht nämlich schön „Fortsetzung folgt“. Die lässt seit 2017 auf sich warten und die Autorin hat auch keine Info dazu auf ihrer Homepage stehen. Da steht nur, dass in Kürze ein Roman, der mit diesem nichts zu tun hat, veröffentlicht wird. Keine Ahnung, ob sie am zweiten Teil schon arbeitet oder es nie einen geben wird. Da das Buch mit einem fiesen Cliffhanger endet, ist das ärgerlich.
Zugleich sagt es aber auch etwas über den Roman aus. Ich fand ihn spannend und möchte gerne das Ende kennen. Die Idee hinter der Geschichte ist toll. Jeder Mond hat eine eigene Farbe, leuchtet in ihr am Himmel, sodass man einen Regenbogen erhält. Die Augen der jeweiligen Bewohner tragen dieselbe Farbe wie ihr Mond. Jeder Mond verkörpert aber auch eine Eigenschaft. Wut und Neid oder die Gabe, jemanden zu überzeugen …
Der Stil hat mir gut gefallen. Die Autorin zauberte Wendungen aus dem Hut, die sie in diesem Band noch nicht erklärt. Ich hoffe da auf den zweiten Band, denn ohne Erklärungen würde es sonst so aussehen, als hätte sie nicht weitergewusst. Manchmal fand ich ihre Art, die Informationen auch vor dem Leser geheimzuhalten, schon nervig. Aber da die Figuren auch nicht mehr wissen, ist es ok. Ich hätte nur gerne endlich mal Antworten.
Die Figuren fand ich zum großen Teil gut gezeichnet. Ich fand es gut, dass Natassia und der zweite Auserwählte für die Herrschaft dieselben Probleme haben. Es gefällt ihnen nicht, wie sich die Dinge entwickeln und dass ihr Leben vorherbestimmt zu sein scheint. Dabei bleibt mir aber gerade Natassia etwas farblos zurück. Oft wirkte sie auf mich wie eine richtige Heulsuse. Die meiste Zeit ist sie am Weinen oder hadert mit ihrem Schicksal, anstatt es endlich in die Hand zu nehmen, wovon sie doch eigentlich träumt. Ich hoffe, dass sie sich im zweiten Band weiterentwickelt. Weinen ist jedenfalls keine Lösung für die Probleme, die vor ihr liegen.
Insgesamt eine tolle Geschichte. Ich würde jetzt sehr gerne den zweiten Band lesen, denn der erste wirft mehr Fragen auf, als er beantwortet.

Als letztes las ich von Tyson Vick das Steampunk Handbuch für Monsterjäger. Darin geht es um Philomena, die auch endlich auf eine Monsterjagd gehen, Geister in Flaschen in ihrem Salon verteilen oder ein Werwolffell an die Wand hängen will. Das scheint in ihrer Welt total schick zu sein. Der Zufall verhilft ihr zu einem sagenhaften Rabatt bei einem Unternehmen, das solche Jagden für gehobene Gesellschaften anbietet. Gemeinsam mit ihren Reisegefährten bereist sie die Welt und trifft auf viele Monster.
Es handelt sich hier um ein Fotobuch, in dem Philomena einem Reisetagebuch gleich ihre Erlebnisse niedergeschrieben hat. Allein die Fotos sind klasse und bergen viele Details. Ich bewundere ja die junge Frau, die Philomena auf den Bildern darstellen soll. Sie steht oft da, das Gesicht leicht entsetzt verzogen (gerade so viel, wie es sich für eine englische Lady schickt), in voller ladylike-Montour und dazu die Hände in den aberwitzigsten Winkeln abstehen hat. Sieht grazil aus, gefällt mir auch, finde ich aber auch sehr witzig.
„Philomena“ trägt ihre Einträge natürlich in einem standesgemäßen Ton ein. Es ist so lustig, zu lesen, wie sie sich über die attraktiven Herren auslässt und – Gott bewahre!!! – ab und zu sogar (halb-)nackt sieht! Eine echte Lady schaut natürlich weg, aber interessant, was sie trotzdem alles über die männlichen Körper zu berichten weiß. Ich musste jedenfalls beim Lesen sehr oft schmunzeln. Dabei sind die Abenteuer aber auch oft sehr spannend geschrieben.
Die Nebenfiguren kommen in Philomenas Einträgen nicht immer sehr gut weg. Allen voran Percy, der einfach tollpatschig ist. Mir vorzustellen, welch teilweise hysterische Gesellschaft da zusammengewürfelt wurde … Dabei sind die bewusst auf Monsterjagd gefahren! Zugleich bleiben sie aber auch oft an Stellen cool, wo wir dann mal langsam das Weite suchen würden.
Ich hab das Buch geradezu verschlungen. Es geht ja auch relativ schnell aufgrund der vielen Bilder, teilweise sogar über Doppelseiten hinweg. Allerdings hat das Buch fast DIN A4-Größe. Da sollte man die Lesegeschwindigkeit nicht unterschätzen. Ich habe mich jedenfalls köstlich amüsiert.

Beinahe hätte ich noch ein fünftes Buch vorstellen können, aber zwischen den Feiertagen hat man bekanntlich am wenigsten Zeit. Da fehlen noch gut hundert Seiten. Das kommt dann im nächsten Monat dran. 🙂

Frohe Weihnachten und ein frohes neues Jahr 2020!

2019 neigt sich dem Ende zu. Heute ist Heiligabend. Die Geschenke sind verpackt und ich freue mich auf die gemeinsame Zeit mit meiner Familie, Raclette und Fleisch auf dem heißen Stein. Dasselbe Prozedere wie jedes Jahr. 😉 Ich liebe es. Mehr brauche ich nicht. Alles Weitere würde verschleiern, worum es wirklich an Weihnachten geht. Nicht um die Geschenke, auch wenn die toll sind und ich gerne das passende Geschenk aussuche. Die Familie. Auch die Freunde. Sie sind die Menschen, die hinter uns stehen, uns stärken und unterstützen, wann immer wir sie brauchen. Ich bin dankbar für diese – wenigen – Menschen. Es müssen nicht viele sein. Ich will mich auch revanchieren können.

Und bald fängt ein neues Jahr an. 2020. Was für eine schöne Zahl. Da müssen doch schöne Ereignisse stattfinden. Ich habe jedenfalls einige Pläne, um es zu einem tollen Jahr für mich zu machen. Einige Kurzgeschichten-Ausschreibungen, an denen ich teilnehmen werde, aber auch einen Roman, den ich im kommenden Jahr verlagsfertig machen und einschicken will. Das wird aufregend!

Rückblickend habe ich auch sehr viel erreicht. Ein Kurzroman liegt beim Verlag und ich hoffe auf einen positiven Bescheid in den nächsten Monaten. Ich habe viele Kurzgeschichten geschrieben und warte bei einigen noch auf Rückmeldung. Eine kommt voraussichtlich im März heraus. Der Vertrag hierzu ist unterschrieben, also ist es nur eine Frage der Zeit. Auch die vielen Messen waren sagenhaft. Die Leipziger Buchmesse war der Wahnsinn. Eine solche Veranstaltung zu besuchen, ist ein großes Ereignis. Aber auch die FeenCon, die FaRK und der BuCon waren klasse, zumal ich ja auf letzterem gleich zwei Mal lesen durfte. Das war so genial!

Ich bin zufrieden, sowohl mit meinem Jahr 2019 als auch mit dem, was ich für 2020 erreichen will. Es kann nur ein tolles Jahr werden. Etwas Anderes werde ich nicht zulassen. Das habe ich mir in meinen Sturkopf gesetzt. 😄 Und ich wünsche jedem, der das hier liest, ebenfalls noch ein wunderschönes Rest-2019 und ein erfolgreiches Jahr 2020. Nehmt es in eure Hand, dieses Jahr zu eurem Jahr zu machen. Geht etwas mit positiven Gedanken an, das ihr schon viel zu lange vor euch herschiebt, weil ihr euch nicht rantraut. Das Ergebnis wird euch sicher überraschen. Alles Gute!

Projektübersicht – 04.12.2019

Beim heiligen Nikolaus, ist das lange her, dass ich dich über meine Fortschritte informiert habe!!! Seit zweieinhalb Monaten lasse ich dich auf Neuigkeiten warten. Dass es im November um mich herum ruhig wird, ist ja nachvollziehbar, aber schon im Oktober …? Da war ich wohl mehr mit meinen Vorbereitungen für meinen Roman und den NaNo beschäftigt, als ich es im Nachhinein in Erinnerung habe. 🤔 Dafür habe ich aber auch sehr viel zu berichten.

Ich habe zwischenzeitig meine zweite Idee zur Ausschreibung „Wer Elfen vertraut, ist selbst schuld …“, die ich nicht einreichen konnte, weil sie nicht von einem der irischen Märchen inspiriert war, mittlerweile fertig überarbeitet. Vielleicht ergibt sich irgendwann einmal eine Gelegenheit, sie einzureichen. Wenn nicht, muss ich mal über eine private Anthologie nachdenken. 😉

Die Gewinnerstory von TOR Online und PAN steht mittlerweile fest. Es ist nicht meine geworden, aber damit hatte ich von Anfang an gerechnet. Es ist nicht schlimm, denn ich habe eine spannende Geschichte gewonnen, die ganz sicher nicht ewig auf meiner Festplatte herumdümpeln wird.

Meinen Beitrag für die Ausschreibung „Generationen“ der Storyolympiade habe ich am 21. Oktober eingereicht. Jetzt bin ich gespannt auf die Rückmeldung. Ich habe gehört, dass es nicht so viele Einsendungen gab, wie man es von den früheren Jahren her gewöhnt ist. Das steigert natürlich meine Chancen, aber wenn es nicht genug gute Geschichten gab, könnte auch die Anthologie abgesagt werden. Da knabbere ich gedanklich an den Nägeln.

Am 20. November brachte ich meine Kurzgeschichte für die Ausschreibung „Waypoint FiftyNine – Die schrägste Kneipe der Galaxis“ auf den Weg. Eigentlich war sie schon viel früher fertig, aber der NaNo hatte mich voll in Beschlag genommen. Dass ich sie überhaupt bereits im November verschickt habe, liegt nur an meiner Nervosität, dass ich es im Dezember vergessen könnte. Absoluter Blödsinn, aber so ist es erledigt, auch wenn das ein wenig Stress für mich bedeutete, das auch noch in meine Aufholjagd zu packen. 😀

Auch gestern habe ich Geschichten verschickt. Einmal für die Ausschreibung „The D-Files – Die Drachen Akten“ und einmal für eine Anthologie, die sich kurzfristig ergab. Seit Samstag gehöre ich einer Autorengruppe an, die sich immer am letzten Samstag des Monats trifft. Ich wurde auf der FaRK dazu eingeladen, schaffte es aber erst letzten Samstag endlich mal hin. Ich bin begeistert von der herzlichen Aufnahme und wie selbstverständlich es für alle war, dass ich in die geplante Anthologie noch reinkomme, obwohl letzten Sonntag Abgabetermin war. Die beiden Herausgeber gewährten mir Zeit bis heute, aber ich habe natürlich alles daran gesetzt, dass sie möglichst wenig warten müssen. Ich konnte hier meine Geschichte für die Ausschreibung „Kreative Viecher“ nutzen. Ich musste sie „nur“ von zwölf auf fünf Seiten kürzen, weshalb die Überarbeitungszeit bei den alten Projekten hochging. Mit ein paar kleinen Änderungen in der Geschichte selbst, hat das funktioniert. Zudem kam ein zweiter Text hinzu und ich bin neugierig, wie der ankommt.

Mein Kurzroman zur Jakob Wolff Reihe ist auch schon lange abgeschickt. Da warte ich auf Rückmeldung vom Verlag, rechne aber dieses Jahr nicht mehr damit. Im Weihnachtsstress glaube ich nicht, dass die Herausgeberin der Reihe dazu kommt, meine Geschichte zu lesen und zu lektorieren. Jedenfalls würde ich mir an ihrer Stelle vermutlich eher einen schönen Weihnachtsfilm mit meinem Mann anschauen, als mir jetzt noch viel Stress auf den letzten Metern des Jahres zu machen. Ich bin aber auch nicht Herausgeberin. 😀

Die Kurzgeschichte für die Ausschreibung „Wundersame Haustiere und wie man sie überlebt“ habe ich im Oktober begonnen. Ich war etwas zu optimistisch in meinem Glauben, diese noch vor dem NaNo beenden zu können, um sie danach nur noch überarbeiten zu müssen. Das hat leider nicht geklappt. Ich glaube, ich habe nur die Hälfte geschafft. Aber es ist ja noch viel Zeit bis zum Abgabetermin. Da muss ich mir keine Sorgen machen.

Ansonsten habe ich mit der Planung des kommenden Jahres begonnen, soweit es bereits möglich ist. Natürlich will ich noch in diesem Jahr mein NaNo-Projekt beenden. Ich bin optimistisch, dass ich das schaffe. 😉 Dann haben es aber auch ein paar interessante Ausschreibungen bereits in meine Liste geschafft. Die Ausschreibung „In den Tiefen einer Götterseele“ macht mir am meisten Sorgen, weil die bereits im Februar fällig ist. Aber vielleicht schaffe ich es ja noch vor Weihnachten, diese durchzuplanen und zu schreiben, sodass ich nächstes Jahr nur noch überarbeiten muss. Theoretisch ist es machbar. Alle weiteren Ausschreibungen „In Samhains Schatten“, „Die Anstalt“, „Auch Jadedrachen können beißen“, „Fragmentarische Artefakte“ und „Psycho-Horror“ haben mehr Zeit, wobei ich schon weiß, wie das erste Halbjahr aussehen wird. Ich werde alle Ausschreibungen abarbeiten, damit ich anschließend mit der Überarbeitung meines Drachenromans weitermachen kann. Ich kenne da eine Testleserin, die sich darauf schon freut, auch wenn sie aktuell wohl nicht daran denkt. Eigentlich sollte ich anschließend gar nicht mit dem Überarbeiten aufhören, sondern endlich „Naroa“ für die Verlage fertigmachen, aber das liegt so weit hinten in 2020, dass ich mir das aktuell gar nicht vorstellen kann. Außerdem bin ich mir sicher, dass ich dann endlich wieder an einem „richtigen Roman“ schreiben will. Es ist einfach ein tolles Gefühl, wenn ich enorme Wortmengen reiße. Also wird nach dem Drachenroman wohl erst einmal die Vorbereitung auf den NaNo folgen. Das wäre jedenfalls realistisch aus aktueller Sicht.

Ich bin gespannt, was das neue Jahr so bringen wird. Überraschungen gibt es immer und ich rechne noch mit der ein oder anderen interessanten Ausschreibung, über die ich stolpern werde.